„Verteufelung des Autos schadet der Region“

Baden-Baden (kli) – BT-Redakteur Dieter Klink war mit Kai Whittaker (CDU), Direktkandidaten im Wahlkreis, im Rebland unterwegs. Whittakers politisches Ziel: Deutschland krisenfester machen.

Kai Whittaker in den Reben bei Neuweier: Die Weinberge stünden für die Schönheit der Region, sagt er. Foto: Dieter Klink

© Dieter Klink

Kai Whittaker in den Reben bei Neuweier: Die Weinberge stünden für die Schönheit der Region, sagt er. Foto: Dieter Klink

Kai Whittaker geht zielgerichtet auf die Rebberghütte zu. Den Ort in den Reben oberhalb von Neuweier hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete für das Treffen mit dem BT ausgesucht. „Hier werden in mir Heimatgefühle geweckt“, sagt der Politiker.

Als Kind sei er – der gebürtige Baden-Badener – hier in den Reben herumgelaufen und auf Obstbäume geklettert. Die Reben stünden für die Schönheit der Region. Der Blick schweife über den Rhein und auf Industrieanlagen, auf den Schwarzwald. Und in der Ferne stehe Straßburg für die europäische Verbundenheit.

Whittaker will sein Direktmandat verteidigen. Er hat es zwei Mal gewonnen, 2013 und 2017. Auch dieses Mal will er im Wahlkreis wieder vorn liegen und sich das Direktmandat sichern. Whittaker will weiter daran mitarbeiten, „dass wir krisenfester werden“. Nach 16 Jahren mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stehe man in einer Zeit neuer Herausforderungen: Klimawandel, Digitalisierung, demografischer Wandel, internationale Krisen: „Ich will mich als junger Abgeordneter einbringen und Chancen schaffen, dass wir alle aus der Corona-Krise gut wieder rauskommen“, betont der 36-Jährige. Was ihm dabei wichtig ist? „Wir müssen nicht ständig neue Ziele formulieren, sondern diese auch umsetzen. Die Verwaltung muss komplett auf digital gestellt werden, Verwaltungsgänge müssen beschleunigt werden. Wir haben kein Zielproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, findet er.

Autobranche als besonderes Anliegen

Warum die bisherigen Bundesregierungen in 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft das nicht angepackt haben? „Durch die Krisen der letzten Jahre sind uns diese Fragen nochmal bewusster geworden. Erst dann erreicht man Veränderungsbereitschaft auf allen politischen Ebenen“, so Whittaker.

Im Kampf gegen den Klimawandel setzt er auf den Ausbau der Erneuerbaren („Baden-Württemberg ist das sonnenreichste Land“), auf den Emissionshandel „am liebsten in europäischem Rahmen“, auf die Abschaffung der EEG-Umlage und auf die Wasserstofftechnologie. Den Verbrennermotor will Whittaker nicht verbieten.

Ein besonders Anliegen sei ihm im Wahlkreis die Autobranche. 30.000 Arbeitsplätze hingen direkt oder indirekt davon ab. „Eine Politik, die das Auto verteufelt, schadet der Region.“

Er will sich daher für eine klare Strategie einsetzen und dafür alle Akteure an einen Tisch bekommen: Stadt, Landkreis, Kommunen, Bund, Land, Gewerkschaften und Arbeitgeber. Whittaker verteidigt auch den Baden-Airpark. Für die Wirtschaft sei es wichtig, „dass wir europäisch schnell erreichbar sind“. Und beim Verkehr will Whittaker bisher „lose Stränge zusammenbinden“. Der Wunsch nach einer Fahrradbrücke über den Rhein, der Wunsch aus dem Elsass nach einer Schienenbrücke bei Wintersdorf, die Airpark-Anbindung: Whittaker begreift das als ein Gesamtprojekt, für das man eine große Lösung anstreben müsse.

Zeichnen in der Lichtentaler Allee

Der Politiker ist ehrenamtlich im Vorstand des Baden-Badener Städtepartnerschaftsvereins tätig. Ab und zu treibt er Sport, außerdem zeichnet er gern. Neulich hat er sich in die Lichtentaler Allee gesetzt und gezeichnet, „nicht professionell“, wie er betont. „Da vergesse ich die Zeit. Einfach beobachten, was ist. In einer Zeit, in der wir ständig aufs Handy gucken, tut das gut.“

Im Bundestag arbeitet Whittaker im Arbeits- und Sozialausschuss mit. Es ist ihm ein Anliegen, die Lage der Arbeitslosen zu verbessern. Außerdem will er beim Thema Rente weiterkommen. Ein wichtiger Vorschlag seiner Partei sei die Einführung eines Kinderrentengelds: Der Staat würde jedem Kind bei Geburt einen gewissen Betrag bezahlen, der in einem Rentenfonds angelegt wird, an den man erst im Rentenalter rankommt. Das sei der Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge und könne die Menschen an der Entwicklung der Vermögen beteiligen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Dieter Klink

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Erstellt:
7. September 2021, 10:00 Uhr
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