Vertreter geben grünes Licht für Volksbanken-Fusion

Baden-Baden (tas) – Der erste Schritt ist getan: Am Montagabend votierte die Vertreterversammlung der Volksbank Baden-Baden Rastatt für einen Zusammenschluss mit der Volksbank Karlsruhe.

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das mittelbadische Institut ist am Montag einen wichtigen Schritt zur Fusion mit den Genossen in Karlsruhe gegangen. Foto: Monika Zeindler-Efler

© Monika Zeindler-Efler

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das mittelbadische Institut ist am Montag einen wichtigen Schritt zur Fusion mit den Genossen in Karlsruhe gegangen. Foto: Monika Zeindler-Efler

Der Vorstand der Volksbank Baden-Baden Rastatt hat augenscheinlich gute Vorarbeit geleistet und den Vertretern des genossenschaftlichen Instituts in den Gesprächen der vergangenen Wochen die Fusion mit der Volksbank Karlsruhe schmackhaft gemacht.

Das zumindest geht aus dem am Montagabend gefällten Beschluss des Gremiums hervor. Denn eine deutliche Mehrheit von 98,4 Prozent votierte für den Zusammenschluss.
130 von 289 Vertretern waren unter Corona-Auflagen in zwei getrennte Sälen im Kongresshaus Baden-Baden zusammengekommen. Sie sollten darüber entscheiden, ob eine neue Volksbank Karlsruhe Baden-Baden eG entstehen soll.

Zuvor hatten nicht nur der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Schmid und der Vorstandsvorsitzende Hans Rudolf Zeisl, sondern auch der frühere Bankchef und heutige Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), Roman Glaser, noch einmal für den Zusammenschluss mit den Karlsruhern geworben. „Das ist auch für mich ein besonderer Abend“, sagte Glaser, der als Gast ins Kongresshaus geladen war. „Es ist richtig, dass sich beide Häuser intensiv mit der Zukunft beschäftigt haben. Allein das Gefäß der Tradition vor sich herzutragen, wäre fahrlässig.“

Institutschef Zeisl sagte: „Die beiden Geschäftsgebiete der Banken passen perfekt zusammen. Hier wird wirklich eine Ankerbank entstehen, an der keiner so einfach vorbeikommen wird.“ Die Volksbank müsse sich weiterentwickeln, die Kleinteiligkeit der Vergangenheit sei kein Erfolgsmodell der Zukunft.

Einstimmig entlastet


Mit dem Zusammenschluss der beiden Geldhäuser entsteht ein Kreditinstitut mit deutlich mehr Schlagkraft. Gemessen an der Bilanzsumme bringen beide Häuser zusammen 6,4 Milliarden Euro auf die Waage. Damit entsteht die drittgrößte Volksbank in Baden-Württemberg. Nur die Kollegen in Offenburg/Villingen-Schwenningen und Stuttgart bringen noch mehr Gewicht in den Ring. Insgesamt wird die künftige Volksbank Karlsruhe Baden-Baden knapp 200.000 Kunden betreuen. Sie wird getragen von 82.000 Mitgliedern und beschäftigt mehr als 800 Mitarbeiter in 42 Filialen.

Nicht nur der Fusion stimmte die Vertreterversammlung zu, auch die anderen Entscheidungen fielen so aus, wie sich Aufsichtsrat und Vorstand das vorgestellt haben: Beide Gremien wurden für das Geschäftsjahr 2020 einstimmig entlastet, der vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses zugestimmt. Nachdem die Auszahlung einer Ausschüttung für 2019 aufgeschoben wurde, erhalten die Anteilseigner der Bank für 2020 nun eine Dividende von fünf Prozent.

Einzig und allein die Entlastung des früheren Vorstandschefs Thomas Pörings, der noch bis in den Januar 2020 für die Volksbank tätig war, wurde vertagt. Er und sein früherer Arbeitgeber befinden sich aktuell noch in einem Rechtsstreit, dessen Ausgang die Bank erst abwarten will.

Im Aufsichtsrat gibt es eine Veränderung: Markus Fricke stellte sich aufgrund seines Ruhestands nicht mehr zur Wahl, für ihn rückt nun Hans Rudolf Zeisl nach, der im Zuge der Fusion mit den Karlsruher Genossen Ende Juni aus dem operativen Geschäft ausscheiden und in den Ruhestand treten wird. Im künftigen Kontrollgremium der fusionierten Bank werden auch Vertreter aus der Belegschaft des Instituts vertreten sein.

Für den Zusammenschluss fehlt nun noch das Votum der Vertreter des deutlich größeren Fusionspartners aus dem Norden. Dieses Beschluss soll am Dienstag gefällt werden.


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