Viel Beifall für Europa

Baden-Baden (up) – Mehr als 100 Menschen haben sich am Samstag, 9. Mai, dem Europatag, im gebotenen Abstand zueinander auf dem Goetheplatz vor dem Theater versammelt, um für ein geeintes Europa einzutreten. Musikerinnen der Philharmonie haben die „Ode an die Freude“ gespielt und Theater-Schauspieler Oliver Jacobs hat Auszüge aus Robert Schumans berühmter Rede vorgelesen.

Der Schauspieler Oliver Jacobs liest Auszüge aus der Schuman-Rede vor.  Foto: Philipp

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Der Schauspieler Oliver Jacobs liest Auszüge aus der Schuman-Rede vor. Foto: Philipp

Mehr als hundert Menschen kamen am Samstagabend auf den Goetheplatz vor dem Theater, um für ein geeintes Europa einzutreten. Anlässlich des Europatages hatten die Baden-Badener Philharmonie, das Kulturbüro der Stadt, das Theater und die Gruppe „Pulse of Europe“ die Kundgebung organisiert.
Viele der Teilnehmer trugen Schutzmasken und waren darauf bedacht, den vom Ordnungsamt vorgegebenen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Alle wurden still, als pünktlich um 18 Uhr drei Musikerinnen auf dem Theaterbalkon erschienen und Beethovens „Ode an die Freude“ anstimmten und dafür viel Beifall erhielten.

Oliver Ehret erinnerte anschließend an den früheren französischen Außenminister Robert Schuman. Der gebürtige Deutsche hatte in seiner Rede am 9. Mai 1950, in der er die Gründung der Montanunion vorschlug, den Grundstein für die heutige EU gelegt. „Was würde Schumann zum heutigen Zustand Europas sagen?“, fragte Ehret angesichts der wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen und Konflikten zwischen Deutschen und Franzosen. „Wenn Europa scheitert, scheitert auch das nie wieder“, zitierte Ehret Bundespräsident Steinmeier, der einen Tag zuvor, am Gedenktag zum Kriegsende vor 75 Jahren, vor einem neuen Nationalismus und damit sehr wahrscheinlich verbundenen Kriegen gewarnt hatte. Der Schauspieler Oliver Jacobs las dann Auszüge aus der Schuman-Rede vor, in der der Politiker einen steigenden Lebensstandard prophezeite, wie es später auch eintreten sollte. Zum Thema Frieden hatte Schumann damals erklärt, dieser könne nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen. Die Zuhörer unterstrichen ihre Zustimmung mit viel Beifall.

Den Schlussakkord der Veranstaltung setzten der Pianist Hans-Georg Wilhelm, Theaterintendantin Nicola May als Violinistin und die Sängerin Sonja Dengler. Ihre Version von „Freude schöner Götterfunken“ schuf einen erhebenden Moment für die Anwesenden. Die Veranstaltung wurde gefilmt und kann auf den Internetseiten der Stadt angeschaut werden. Zu sehen sind dabei auch die Porträts von Teilnehmern, die sich dafür fotografieren lassen konnten.

Das Video zur Aktion gibt es hier.

Ihr Autor

Ulrich Philipp

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Erstellt:
11. Mai 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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