Viel Dynamik in Rastatts Schullandschaft

Rastatt (ema) – Die August-Renner-Realschule muss einen drastischen Einbruch bei den Anmeldungen der Fünftklässler hinnehmen. Dagegen legen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen zu.

Nur 74 Anmeldungen fürs neue Schuljahr meldet die Rastatter Realschule – ein drastischer Einbruch. Foto: av

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Nur 74 Anmeldungen fürs neue Schuljahr meldet die Rastatter Realschule – ein drastischer Einbruch. Foto: av

Die vorläufigen Anmeldezahlen bei den weiterführenden Schulen in Rastatt bergen in diesem Jahr Überraschungen. Die August-Renner-Realschule, seit Jahrzehnten stark nachgefragt mit jeweils stabil mehr als 120 neuen Fünftklässlern, verzeichnet einen Einbruch. Nach aktuellem Stand werden bei 74 Anmeldungen nur drei neue Eingangsklassen gebildet. Deutlich zulegen können dagegen die beiden Gymnasien und Gemeinschaftsschulen.

Realschulrektor Stefan Funk ist angesichts der Zahlen etwas ratlos: „Unmittelbar erklären kann ich mir das nicht.“ Er hätte einen Zuwachs erwartet vor dem Hintergrund, dass Eltern durch die Auswirkungen der Pandemie vorsichtig sind und Schüler mit Gymnasialempfehlung wegen möglicher Lernlücken eher auf der Realschule gesehen hätten. Doch der „Trend zum Gymnasium“, den Funk feststellt, hält an.

Das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium etwa verzeichnet für September 141 Sextaner (Vorjahr: 121); im Gegensatz zu früheren Jahren darf die Traditionsschule diesmal sogar fünf Eingangsklassen bilden, wie der städtische Schulamtsleiter Stefan Vogt gegenüber dem BT ankündigte. Raummäßig sei das darstellbar. Am Tulla steigt die Zahl von 101 auf 107.

Heinemann-Schule muss abweisen

Zuwachs auch an den Gemeinschaftsschulen: An der Gustav-Heinemann-Schule liegen 62 Fünftklässler-Anmeldungen vor (Vorjahr: 50) mit der Folge, dass Schüler abgewiesen werden müssen, weil die Bildungsstätte in Rheinau-Nord nur zweizügig fahren darf. Bei der Karlschule verdoppelt sich sogar die Zahl der Fünftklässler fast von 26 auf 49; die Zahl dürfte noch steigen, wenn Schüler aus der Rheinau hinzukommen.

Für Realschulrektor Funk sind die Anmeldezahlen ein Beleg dafür, dass die „Schullandschaft dynamischer“ wird. Und das bezieht sich nicht nur auf den Start des jeweiligen Schuljahrs. Mit etwas Sorge blickt der Schulleiter auf die zunehmenden Schulwechsler im Lauf eines Jahres, seitdem die verbindliche Grundschulempfehlung weggefallen ist. Vor zwei Jahren waren es gar 50 Gymnasiasten, die binnen eines Jahres auf die August-Renner-Realschule wechselten. Nachdem im vergangenen Jahr eine Nichtversetzung von Schülern wegen Corona ausgesetzt worden war, rechnet Funk mit weiter starkem Zulauf.


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