Viel Geld für wenige Meter Triebwerksmauer

Weisenbach (stn) – Nach einer Wellenbildung im Triebwerkskanal in der Unteren Schlechtau in Weisenbach soll die Triebwerksmauer erhöht werden. Die Arbeiten dafür wurden nun vergeben.

Um das Baustellenpersonal vor einer weiteren Welle im Triebwerkskanal in der Unteren Schlechtau zu schützen, hat die Gemeinde Weisenbach einer Erhöhung der Triebwerksmauer zugestimmt. Foto: Raimund Götz

© rag

Um das Baustellenpersonal vor einer weiteren Welle im Triebwerkskanal in der Unteren Schlechtau zu schützen, hat die Gemeinde Weisenbach einer Erhöhung der Triebwerksmauer zugestimmt. Foto: Raimund Götz

Im Zuge der Tiefbauarbeiten für den Neubau der Brücke in der Unteren Schlechtau kam es am 17. Mai zu einer plötzlichen Wasserwelle im Triebwerkskanal, die die vorhandene Maueroberkante überspülte und die Baugrube flutete (wir berichteten). Eine Erhöhung der Trogwände soll die Sicherheit des Baustellenpersonals künftig gewährleisten. In seiner Sitzung am Donnerstag vergab der Gemeinderat nun den entsprechenden Auftrag.

Für die Erhöhung der Triebwerksmauer im Baubereich hat die Gaggenauer Firma Grötz laut Sitzungsvorlage am 11. Juni per E-Mail einen Nachtrag bei der Gemeinde Weisenbach und dem Karlsruher Ingenieurbüro Rothenhöfer eingereicht. Demzufolge sei vorgesehen, die Mauer sowohl bergseitig als auch talseitig auf einer Länge von circa 50 Meter zu erhöhen. Von der Erhöhung der bergseitigen Triebwerksmauer entfallen 30 Meter auf die Wasserkraftwerke Murg Breitwies Schlechtau GmbH & Co. KG, die auch die entsprechenden Kosten hierfür zu tragen hat.

Debatte um Gemeindeanteil

Eine Debatte entbrannte indes um den Gemeindeanteil am Nachtragsangebot. Dieser beträgt nämlich knapp 23.000 Euro – in den Augen einiger Ratsmitglieder zu viel. Marius Eisele (CDU) merkte an, dass es verwunderlich sei, dass der Geschäftsführer der Wasserkraftwerke, Martin Weissmann, nicht schon vorher auf die Wellen hingewiesen hätte, schließlich gäbe es diese bereits seit vielen Jahren und sie seien somit „nichts Neues“. Auch Dominik Strobel (CDU) zeigte sich überrascht angesichts der plötzlich aufkommenden Thematik. Jahrelang seien die Wellen kein Problem gewesen.

Wie aus der Beratungsunterlage hervorgeht, kommt es nach Mitteilung der Wasserkraftwerke turnusmäßig circa alle zwölf Stunden zu einer Wellenbildung durch einen Rückstau zur Reinigung der Turbinen. Dieser Routinestau kann demnach zeitlich gesteuert werden.

Vorgebrachte Lösungsvorschläge anderer Ratsmitglieder reichten von der Verwendung von Sandsäcken, mit deren Hilfe die Welle abgehalten werden könne, bis hin zum Vorbeiführen des Wassers mit einer Art Bypass. Planer Joachim Störk vom Karlsruher Ingenieurbüro Rothenhöfer entkräftete diese jedoch schnell, da dies mitunter technisch nicht realisierbar sei. Sowohl Bürgermeister Daniel Retsch als auch Gemeinderat Uwe Rothenberger (FWG) erwähnten, dass das Einstellen der Bauarbeiten drohe, wenn zeitnah keine Entscheidung getroffen würde.

Gemeinde offen für Alternativen

Das Nachtragsangebot der Firma Grötz über die Erhöhung der Triebwerksmauer im Baubereich sei durch das Ingenieurbüro Rothenhöfer geprüft worden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Es sei im Grunde nach berechtigt. Auch die Höhe der Einzelkosten in der eingereichten Form könnten akzeptiert werden. Der veranschlagte Arbeitszeitaufwand sei unter Bezug auf vergleichbare Leistungen plausibel, Materialkosten durch entsprechende Nachweise hinterlegt.

Und so vergab das Gremium letztlich doch einstimmig den Auftrag zur Erhöhung der Triebwerksmauer im Baubereich an die Firma Grötz zum Preis von knapp 23.000 Euro. Retsch merkte jedoch an, dass man mögliche Alternativen oder eine Reduzierung der Kosten gerne mitnehme, sollte das möglich sein. Die Vergabe der Arbeiten zum Neubau der Brücke über den Triebwerkskanal erfolgte in der Gemeinderatssitzung am 25. Februar. Zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe ergaben sich gegenüber der Kostenberechnung Wenigerausgaben in Höhe von rund 61.000 Euro. Nach der Beauftragung des Nachtragsangebots verringern sich diese laut Sitzungsvorlage auf nunmehr rund 38.350 Euro.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Spatenstich für Schlechtau-Brücke

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

Zum Artikel

Erstellt:
18. Juni 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.