Viele Alpensegler nisten an Bühler Hochhaus

Bühl (sga) – Maria und Josef Frank haben ein paar gefiederte „Haus-Tiere“: Rund zwei Dutzend Alpensegler nisten bei ihnen am Haus in Bühl. Laut einem Biologen sind das 30 Prozent des Bühler Bestands.

Alles im Blick: Kater Peter sitzt Stunden auf seinem Kratzbaum, um die gefiederten Tiere zu beobachten. Foto: Maria Frank

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Alles im Blick: Kater Peter sitzt Stunden auf seinem Kratzbaum, um die gefiederten Tiere zu beobachten. Foto: Maria Frank

Das Ehepaar Maria und Josef Frank hat mindestens 20 Haustiere, doch nur eines davon wohnt dauerhaft bei ihnen. Der Rest hat zwei Flügel und kommt einmal im Jahr für ein paar Monate zu Besuch, „dann kann es auch mal richtig laut werden“, erzählen die Bühler.

Kein Wunder – denn wenn die Alpensegler erst mal anfangen zu zwitschern, hören sie nicht so schnell wieder damit auf. Seit mindestens fünf Jahren fühlen sich die gefiederten Tiere bei den Franks wohl. Dort haben sie sich in der Lücke zwischen Speicherboden und Dach eingenistet und brüten, was das Zeug hält. „Wir vermuten hier mehrere Paare“, erzählt Josef Frank. Der gelernte Schuhmacher liebt Tiere, habe zu Beginn allerdings nicht geahnt, dass es Alpensegler sind, die sich bei ihm in der Zwetschgenstadt so wohlfühlen. Nachdem ein naturliebender Nachbar auf die fliegenden Zeitgenossen aufmerksam geworden war, hat sich das Ehepaar immer mehr mit der Gattung auseinandergesetzt. Als sie vor wenigen Wochen im Badischen Tagblatt einen Artikel über die vier Brutkästen am Dach des neuen Gebäudes der Sparkasse gelesen haben, waren sie sich schließlich sicher.

Rund zwei Dutzend Alpensegler wohnen unter dem Dach dieses Mehrfamilienhauses in Bühl.  Foto: Natalie Dresler

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Rund zwei Dutzend Alpensegler wohnen unter dem Dach dieses Mehrfamilienhauses in Bühl. Foto: Natalie Dresler

Beim Termin in der Wohnung von Maria und Josef Frank in der Bühler Hauptstraße fällt zunächst nichts auf. Das einzige Tier, das weit und breit zu sehen ist, sitzt auf einem Stuhl am Esstisch, hat vier Beine, geflecktes Fell und heißt Peter. „Er ist uns vor zehn Jahren zugelaufen“, erinnert sich das Paar. Seitdem sei der Kater nicht mehr wegzudenken, zumal er sich selbst als Beschützer der Familie ernannt habe. So sitzt er stundenlang auf seinem Aussichtspunkt (Kratzbaum direkt am Fenster) und behält seine Umgebung im Auge. Bedrohungen kann der Kleine gar nicht leiden, vor allem, wenn sie nicht vorhersehbar sind. Kein Wunder also, dass er die Alpensegler zuerst merkwürdig fand.

An jenem Nachmittag, als das BT zu Besuch kommt, lassen sich die Vögel aber lange nicht blicken. Doch dann kommen sie nacheinander angeschossen, fliegen mit hoher Geschwindigkeit auf die Fenster zu und ziehen kurz vor knapp nach oben. „So geht das mehrmals am Tag, wir können das Fenster fast nicht mehr aufmachen“, sagt Maria Frank. Verärgert sei sie deshalb aber nicht. Es seien andere Menschen, die sich weniger über die Alpensegler freuen, „sie können ja auch viel Dreck machen“, sieht Josef Frank ein. Wofür er allerdings absolut kein Verständnis habe, sei die Aktion eines Unbekannten: An einem Mittag habe es einen Knall gegeben, „wie ich ihn noch nie zuvor gehört habe. Kurz darauf ist eine riesige Stichflamme am Fenster hochgeschossen, in Richtung der Alpensegler“. Maria und Josef Frank sind sich sicher: Da wollte es jemand mit den Vögeln aufnehmen.

Dachreparaturen möglichst schonend

Das Ehepaar sorgt sich um das Wohl ihrer „Mitbewohner“, auch deshalb, weil demnächst Reparaturen am Dach anstehen. „Das könnte dazu führen, dass die Tiere nicht mehr zurückfinden, und das würde ungefähr ein Drittel des Bestands in Bühl betreffen“, weiß Martin Boschert. Auf BT-Nachfrage hat sich der Biologe mit den Franks in Verbindung gesetzt und wird sich vor Ort ein Bild der Lage machen. Gemeinsam wollen sie dann nach einer Lösung suchen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
24. August 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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