Viele Fäden der Hilfe für Ukrainer laufen im Rossi-Haus zusammen

Rastatt (ema) – Die Hilfsbereitschaft für Ukraine-Geflüchtete in Rastatt ist groß. Damit die Angebote besser abgestimmt werden, richtet die Stadt eine Koordinierungsstelle im Rossi-Haus ein.

Erste Adresse, um die Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine zu koordinieren: das Rossi-Haus. Foto: Egbert Mauderer

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Erste Adresse, um die Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine zu koordinieren: das Rossi-Haus. Foto: Egbert Mauderer

Für Stefan Emslander ist es ein Gebot der Stunde und ein Zeichen der Solidarität: Der Rastatter Architekt will in einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt eine Ein-Zimmer-Wohnung an eine ukrainische Frau vermieten – für ein Jahr gratis. Doch sein Angebot, das er gegenüber einem städtischen Mitarbeiter zur Sprache gebracht hatte, ist bislang ins Leere gelaufen. Die Zusicherung, dass sich jemand von der Verwaltung meldet, verpuffte bislang, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung bedauert.

Das dürfte auch daran liegen, dass man im Rathaus gerade dabei ist, die Lage zu sondieren und die Vielzahl an Aspekten bei der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge zu sortieren. Um dafür ein sicheres Fundament zu schaffen, richtet die Verwaltung heute eine zentrale Koordinierungsstelle im Rossi-Haus in der Herrenstraße ein. Von Montag bis Freitag ist die Stelle von 10 bis 13 Uhr geöffnet und in diesem Zeitraum telefonisch erreichbar unter (0 72 22) 972 92 60.

Nach Einschätzung der Verwaltung ist die Hilfsbereitschaft für Ukraine-Geflüchtete in Rastatt groß. Täglich meldeten sich Bürger unter der von der Stadtverwaltung eingerichteten E-Mail-Adresse ukraine@rastatt.de, um ihre Unterstützung in Form von Wohnraum, Dolmetscherleistung oder anderer ehrenamtlicher Hilfeleistung anzubieten. OB Hans Jürgen Pütsch zeigt sich laut städtischer Pressemitteilung dankbar angesichts der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft der Bürger. Jetzt sollen die Angebote im Rossi-Haus besser koordiniert werden und gleichzeitig geflüchtete Ukrainer eine erste Anlaufadresse in Rastatt finden.

20 Ukrainer offiziell resgistriert

Bislang registriert haben sich 20 ukrainische Flüchtlinge in Rastatt. Aufgrund der visumsfreien Einreise geht die Stadt allerdings davon aus, dass bereits deutlich mehr Ukrainerinnen in Rastatt angekommen sind. Zudem rechnet die Stadtverwaltung damit, dass die Anzahl der Geflüchteten auch in Rastatt in den kommenden Wochen steigen wird. Die Stadtverwaltung bereitet sich deshalb schon jetzt darauf vor und befindet sich von Beginn an in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Rastatt, das zunächst für die vorläufige Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine zuständig ist. Gemeinsam werden gerade verschiedene Räumlichkeiten in Rastatt in Augenschein genommen. Auch Angebote einzelner Privatwohnungen in Rastatt und den Ortsteilen werden derzeit gesammelt. Wenn sich ukrainische Geflüchtete mit einem passenden Bedarf melden, wird die Stadt den Kontakt vermitteln.

Die neu geschaffene Koordinierungsstelle im Rossi-Haus soll eine erste Anlaufstelle für Ukrainer sein. Die städtischen Mitarbeiter der Koordinierungsstelle geben Informationen und vermitteln an die richtigen Behörden und Beratungsstellen. Sie arbeiten eng mit dem Integrationsmanagement des Landratsamts zusammen, das für die Beratung der Geflüchteten zuständig ist.

Die Koordinierungsstelle ist jedoch nicht nur Anlaufstelle für Geflüchtete, betont die Verwaltung. Auch Bürger, die helfen möchten und sich einbringen wollen, können sich an diese Stelle wenden. Alle Angebote werden zunächst registriert und gesammelt. Je nach Bedarf nimmt die Stadtverwaltung dann Kontakt mit den hilfsbereiten Bürgern auf.

Das Landratsamt will noch in dieser Woche über verschiedene Aspekte der Flüchtlingshilfe informieren. Neben der Unterbringung geht es auch um Vorgaben des Jugendschutzes und der Sozialgesetzgebung.


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