Viele Geschichten über Kartung

Sinzheim (ahu) – Tanz-Hochburgen, Milchhäusel, Schrankenwärter: Anlässlich des 750-jährigen Bestehens 2022 blickt man in Kartung in die Vergangenheit. Eine Chronik mit vielen Geschichten ist geplant.

Kartung, heute der größte Sinzheimer Teilort, wird vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Foto: Willi Walter

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Kartung, heute der größte Sinzheimer Teilort, wird vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Foto: Willi Walter

Runde Geburtstage zu feiern, das ist nicht nur üblich, sondern oft auch Anlass, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Erst recht, wenn man 750 Jahre alt wird. Grund zum Feiern hat im kommenden Jahr Kartung, der größte Sinzheimer Teilort, der 1272 als „Praedium“ (Grundstück, Grundbesitz) erstmals urkundlich erwähnt wird.

So ist es im Heimatbuch von Franz Zoller zu lesen, das 1984 erschienen ist. Und wer die Kartunger und ihre Festfreude kennt, der kann sicher sein, dass solch ein Anlass wie gerufen kommt, daraus etwas Besonderes zu machen.

So hat Gemeinderat Roman Huck die Initiative ergriffen und eine kleine Schar zu einer Gesprächsrunde eingeladen, die bereits zweimal die Köpfe rauchen ließ. Um es kurz zu machen: Es wird im kommenden Jahr die Chronik „750 Jahre Kartung“ erscheinen. Die Dokumentation soll jedoch keine trockene Lektüre werden. Dafür sorgt neben den „Machern“ auch Hans Boos, der mit langjähriger grafischer Erfahrung für ein aufgelockertes Layout sorgt, das vor allem von Fotos, Darstellungen und Dokumenten lebt. Davon hat er vor wenigen Tagen seinen Mitstreitern einen Entwurf präsentiert, von dem sie allesamt sehr angetan waren. Auch ein ansprechendes Logo hat er entworfen, das vielfach Verwendung finden wird und auch als Erkennungszeichen dienen soll. Die Dokumentation im Format DIN A4 kann und will kein wissenschaftlich untermauertes Werk sein, sondern soll vor allem zum Schmökern einladen.

Jetzt schon rund 50 Themen

Dazu wird auf den 200 bis 250 Seiten viel Gelegenheit sein, denn bereits jetzt sind schon rund 50 Themen aufgelistet – und es werden noch weitere hinzukommen. So können die Leser neben historischen Inhalten sich vor allem auch über interessante Themen informieren, von denen jüngere Mitbürger noch nie etwas gehört haben. Sie werden unter anderem erfahren, dass es die Tante-Emma-Läden von „s’Marbache“ und von Friedrich Braun gab, der auch mit Brennstoffen handelte. Wer weiß noch, dass der Galopper „Garzer“ von Bäckermeister Alfred Boos einmal die „Goldene Peitsche“ bei der Großen Woche in Iffezheim gewann oder dass es in Kartung die Metzgerei Vogel gab? Aber auch welche Tanz-Hochburgen der „Pflug“ und die „Blume“ jahrzehntelang waren, welche die Jugendlichen selbst aus großer Entfernung anzogen, wird zu lesen sein. Auch für das „Milchhäusel“, den letzten Schuhmacher und die ehemaligen Schrankenwärter ist Platz in dem Werk reserviert.

Ein straffer Organisations- und Zeitplan ist bei der jüngsten Besprechung festgelegt worden. Dazu rieten erfahrene „Bücherorganisatoren“, die ebenfalls mit im Boot sitzen und wissen, wie zeitlich eng es werden kann. Denn bereits im späten Frühjahr soll das Werk zu haben sein, das durchgehend im Vierfarbdruck hergestellt wird. Um die Druckkosten finanziell abzufedern, sollen in wenigen Wochen Firmen und Privatpersonen dazu animiert werden, sich mit einer Spende einzubringen.

Herausgeber der Chronik wird die Dorfgemeinschaft Kartung zusammen mit den Kartunger Vereinen sein. Zahlreiche weitere Punkte sind in den kommenden drei Wochen abzuklären. Fest steht, dass Roman Huck unter Telefon (0160) 91044331 und per E-Mail an kartung@web.de als Ansprechpartner bereits jetzt für Fragen zur Verfügung steht und Ideen entgegennimmt. Das Team freut sich auch über weitere tatkräftige Mitstreiter.

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Erstellt:
11. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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