Viele Infektionen im privaten Raum

Rastatt (for) – Die Inzidenzwerte im Landkreis Rastatt sind besorgniserregend, konkrete Infektionsherde können vom Gesundheitsamt aber nicht bestimmt werden.

Im Landkreis Rastatt gab es in den vergangenen Wochen mehrere Corona-Ausbrüche in Kindergärten und Kitas. Schulen sind dagegen keine Infektionstreiber. Foto: Monika Skolimowska/dpa

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Im Landkreis Rastatt gab es in den vergangenen Wochen mehrere Corona-Ausbrüche in Kindergärten und Kitas. Schulen sind dagegen keine Infektionstreiber. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Schon seit Wochen arbeitet das Gesundheitsamt Rastatt an der Belastungsgrenze, weil die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis rapide ansteigt. Mittlerweile sei das Personal wieder massiv aufgestockt worden, damit die Kontaktnachverfolgungen trotz des hohen Inzidenzwerts möglichst zeitnah realisiert werden können, teilt Michael Janke, Referent des Landrats, auf BT-Nachfrage mit. Wo genau sich die Menschen anstecken, ließe sich jedoch kaum ausmachen, Infektionsherde könne man nicht benennen.

Diffuses Infektionsgeschehen

In der Schule, im Kindergarten, auf der Arbeit oder vielleicht doch beim Einkaufen? – viel mehr Möglichkeiten bleiben eigentlich nicht mehr übrig, um sich mit dem Coronavirus zu infizieren, schließlich sind die meisten Einrichtungen seit Monaten geschlossen.

Und dennoch: Die Infektionszahlen sind weiter besorgniserregend. Vor allem die Stadt Rastatt treibt den Inzidenzwert des Landkreises nach oben. Täglich kommen neue Menschen hinzu, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Wo genau das passiert sein soll, ist jedoch meistens unklar. Oftmals wüssten die Infizierten selbst nicht genau, wo sie sich angesteckt haben könnten, teilt Janke mit. Deshalb spricht man im Landkreis nach wie vor von einem diffusen Infektionsgeschehen. Das bedeutet, dass Corona-Hotspots nicht wirklich identifiziert werden können.

Zwar wisse man, dass in den vergangenen Wochen viele der Ansteckungen auf die Ausbrüche in Kitas zurückzuführen waren, allerdings beobachte man auch immer wieder, dass insbesondere private Räume Treiber für das Infektionsgeschehen seien. Schulen seien dagegen kaum betroffen und auch Betriebe könne man nicht als Infektionsherde bezeichnen. Zwar komme es dort hin und wieder zu einem Ausbruch, jüngst etwa im Mercedes-Benz-Werk in Rastatt, „als Corona-Hotspot sehen wir das aber nicht an“, meint Janke.

Keine genauen Infektionsherde

Letztlich könne man lediglich mutmaßen, wo sich die Menschen infizieren, „genaue Infektionsherde lassen sich aber nicht bestimmen“.

Die Luca-App könnte dazu beitragen, Infektionswege besser nachzuverfolgen und somit das Gesundheitsamt entlasten. Stefan Biehl, zuständiger Dezernent des Landratsamts, kündigte an, dass man diese Möglichkeit künftig auch im Landkreis Rastatt nutzen wolle. In Karlsruhe ist das Gesundheitsamt bereits mit der App verknüpft.


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