Viele Lehrstellen auf dem Bau noch unbesetzt

Baden-Baden/Rastatt (tas) – Die Baubranche hat viel zu tun, der Fachkräftemangel droht zum Flaschenhals zu werden. Denn es ist schwierig, ausreichend Auszubildende zu finden.

Nachwuchssorgen am Bau: Viele offene Jobs für junge Leute warten darauf, besetzt zu werden.Foto: Christian Charisius/dpa

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Nachwuchssorgen am Bau: Viele offene Jobs für junge Leute warten darauf, besetzt zu werden.Foto: Christian Charisius/dpa

Das neue Ausbildungsjahr startet in wenigen Tagen, doch noch immer sind viele Betriebe in Mittelbaden in Sachen Nachwuchskräfte unterversorgt. Darauf weist unter anderem die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Nordbaden hin.

Ihr zufolge sind in der Region von den insgesamt rund 2.230 gemeldeten Ausbildungsstellen derzeit noch 800 Plätze zu vergeben, davon 230 im Stadtkreis Baden-Baden und 570 im Landkreis Rastatt.

Die IG BAU bezieht sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Derzufolge sind bei Hoch- und Tiefbauunternehmen in ganz Baden-Württemberg noch rund 970 Ausbildungsplätze unbesetzt, rund 60 Prozent aller gemeldeten Ausbildungsstellen in der Branche.

Dass es auf dem Bau derzeit gut läuft und dringend Leute benötigt werden, zeigen auch aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts. Denen zufolge wurden im Juni in Baden-Württemberg 4.288 Neubauwohnungen zum Bau freigegeben, 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. In den ersten sechs Monaten 2021 waren es fast 24.400 Baufreigaben bei Neubauwohnungen, ein Plus von 19 Prozent.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“


Die Gewerkschaft warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte ein Großteil der Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger, sagt Wolfgang Kreis, Bezirksvorsitzender der IG BAU Nordbaden. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen Auftragslage – vom Wohnungsbau zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr Berufsanfänger für sich gewinnen. „Es kommt darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist hier wichtig“, betont Carsten Burckhardt vom IG-BAU-Bundesvorstand.

Aber auch andere Gewerke haben Probleme, Nachwuchs zu bekommen. Laut der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Karlsruhe sind derzeit noch mehr 350 Lehrstellen in der Region offen, allerdings sind dabei auch Plätze mit Ausbildungsstart im kommenden Jahr verzeichnet. Junge Menschen auf der Suche nach einer Azubi-Stelle finden auch auf dem Internet-Portal der Industrie- und Handelskammern ausreichend Möglichkeiten. So sind im Umkreis von 20 Kilometern rund um Rastatt noch rund 130 Ausbildungsplätze mit Ausbildungsstart in diesem Jahr unbesetzt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
19. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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