Viele OB-Kandidaten im Netz unterwegs

Von BNN-Volontärin Marie Orphal

Baden-Baden (BNN) – Nicht alle Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten in Baden-Baden sind in sozialen Medien aktiv. Aber die Mehrheit macht auch online Wahlkampf – auf unterschiedliche Art.

Viele OB-Kandidaten im Netz unterwegs

Wahlkampf im Netz: Die OB-Kandidaten verfolgen auf Facebook und Instagram unterschiedliche Strategien. Foto: Yuro Mok/dpa

Die eine lädt Fotos vom Plätzchenbacken hoch, der andere markiert Querdenker-Seiten mit „Gefällt mir“. Die Baden-Badener OB-Kandidaten nutzen Facebook und Instagram ganz unterschiedlich.

Die sozialen Medien seien grundsätzlich ein geeignetes Mittel, um im Wahlkampf mit Bürgern in Kontakt zu treten. Das hat die Forscherin Nina Steindl von der Ludwigs-Maximilians-Universität in München im Vorfeld der OB-Wahl in Karlsruhe gesagt. Um Erfolg zu haben, müsse man seine Profile aber regelmäßig pflegen und authentisch sein.

In den sozialen Medien hat Margret Mergen die Nase vorn. 790 Menschen folgen der Baden-Badener Oberbürgermeisterin (CDU) auf Instagram. Auf Facebook sind es 1.142. Damit liegt die Amtsinhaberin im Vergleich zu den anderen sieben Kandidaten für die OB-Wahl am 13. März an der Spitze. Außerdem hat sie 185 Beiträge und damit mit Abstand die meisten unter den Kandidaten auf Instagram abgesetzt. Wer durch ihr Instagram-Profil scrollt, sieht Mergen bei Wahlkampfveranstaltungen, beim Plätzchenbacken, auf einem Selfie nach der Impfung mit Pflaster am Arm, an der Lichtentaler Allee und bei einer Radtour mit ihrem Mann. Sie nutze die sozialen Medien vor allem, um jüngere Menschen anzusprechen, erklärt Mergen auf Anfrage. Auch private Schnappschüsse teile sie gerne, wenn sie dazu kommt: „Da ich von morgens bis abends im Büro sitze, bleibt dafür nicht immer Zeit.“ Ihre Social-Media-Kanäle betreibt die OB nach eigener Aussage selbst. Beim Schneiden von Videos für Instagram bitte sie aber hin und wieder jüngere Menschen um Hilfe. Auf Plattformen wie TikTok und Twitter ist Mergen nicht vertreten: „Dafür fehlt mir die Zeit.“ Auch Anfeindungen habe sie auf Social Media schon über sich ergehen lassen müssen. „Meistens waren es Einzelne, die mich provozieren wollten.“ Thema seien oft die Corona-Maßnahmen, die einigen Nutzern zu weit gingen.

Kandidaten posieren vor Plakaten

Auch Mergens Mitbewerber Roland Kaiser (Grüne), Dietmar Späth (parteilos) und Rolf Pilarski (FDP) betreiben Wahlkampf im Netz. Kaiser kommt bei Facebook und Instagram auf insgesamt 669 Follower, bei Späth sind es 928. Pilarski folgen auf den beiden Kanälen 368 Menschen. Anders als Mergen haben die drei Männer mehr Follower auf Instagram als auf Facebook. Kaiser und Späth sind dort mit 42 beziehungsweise 45 Beiträgen deutlich aktiver als Pilarski (19 Posts). Alle drei Kandidaten posieren im Netz vor Wahlplakaten, zeigen sich auf Bildern und Videos bei Wahlkampfauftritten und im Gespräch mit Bürgern.

Bettina Morlok (FBB) ist ebenfalls auf Social Media aktiv. Sie betreibt zwar keine offizielle Seite bei Facebook, hält ihre Facebook-Freunde aber regelmäßig über den Wahlkampf auf dem Laufenden. „Die Wahlplakate hängen, wer hat schon welche gefunden?“, heißt es zum Beispiel in einem Beitrag. Morlok lädt über die Plattform außerdem zu Bürgergesprächen ein. Auf Instagram liegt die Kandidatin mit nur 13 Followern zwar abgeschlagen hinter ihren Mitbewerbern. Der Kanal existiert aber auch erst seit wenigen Tagen.

Peter Hank (Die Basis) ist weder auf Facebook noch auf Instagram mit offiziellem Account unterwegs. Auf einer Anti-Corona-Demonstration in Baden-Baden hatte er das Wort ergriffen und mit Blick auf die Corona-Impfungen von einem „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gesprochen. Auf seinem privaten Facebook-Account tritt Hank dagegen kaum politisch in Erscheinung. Er hat allerdings Seiten wie „Querdenken 2361 – Vest-Recklinghausen“ oder die Seite „Team Tirol“ mit „Gefällt mir“ markiert, die sich gegen den „Corona-Wahn“ ausspricht.

Keine Zeit für Social Media

Stefan Bäuerle (parteilos) sucht man in den sozialen Medien vergeblich. „Ich konzentriere mich auf meine Website und meine Präsenz auf Wahlplakaten und bei Terminen“, sagt Bäuerle: „Für alles andere fehlt mir das Geld und das Personal.“ Weil er nebenbei noch arbeiten gehe, habe er keine Zeit, sich auch noch um Social Media zu kümmern. „Wenn man es macht, muss man es richtig machen“, findet Bäuerle und räumt ein: „Wahrscheinlich ist mein Wahlkampf viel zu ruhig.“

Er sei weder auf Facebook noch auf Instagram aktiv, erklärt Kandidat Peter Görtzel (parteilos), der mit 50 Jahren der Jüngste unter den Kandidaten ist. Wegen der Privatsphäre verzichte er auf Social Media, sagt er. „Außerdem habe ich früher mit Facebook zusammengearbeitet.“ Er würde es sich nun aber noch einmal überlegen, meint der gebürtige Baden-Badener im Gespräch mit dieser Redaktion. Nur wenige Minuten später klingelt erneut das Telefon. Görtzel ist am Apparat: „Ich wollte Ihnen nur sagen: Ich bin jetzt auch auf Facebook vertreten.“ Sein Account dort ist allerdings privat, eine offizielle Seite betreibt er nicht.

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