Viele Rathäuser im Murgtal bleiben an Fastnacht zu

Murgtal (BNN) – Die Verwaltungen in Gaggenau, Loffenau und Weisenbach halten auch ohne Fastnacht an den Schließungen an den eigentlich närrischen Tagen fest. Forbach hat indes eine andere Regelung.

Alles wie immer: In Weisenbach bleibt das Rathaus auch 2022 an Rosenmontag und Fastnachtsdienstag geschlossen. Auf dem Foto ist Bürgermeister Daniel Retsch (Mitte) der Sturm auf das Weisenbacher Rathaus im Jahr 2020 zu sehen. Foto: Raimund Götz/Archiv

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Alles wie immer: In Weisenbach bleibt das Rathaus auch 2022 an Rosenmontag und Fastnachtsdienstag geschlossen. Auf dem Foto ist Bürgermeister Daniel Retsch (Mitte) der Sturm auf das Weisenbacher Rathaus im Jahr 2020 zu sehen. Foto: Raimund Götz/Archiv

„Wegen Fastnacht bleibt das Rathaus heute geschlossen.“ Zettel mit Aufschriften wie dieser waren in Vor-Corona-Zeiten keine Seltenheit. Doch in der Pandemie fällt die klassische Straßenfastnacht bereits zum zweiten Mal aus. Das eine oder andere Rathaus sowie andere kommunale Einrichtungen könnten dennoch zu bleiben – auch im Murgtal.

Grund dafür sind Betriebsvereinbarungen, die mit Blick auf die närrischen Tage oft schon vor vielen Jahren getroffen wurden. „Wir sind ja eigentlich eine Fastnachtshochburg“, erklärt Judith Feuerer, Pressesprecherin der Stadt Gaggenau. Und auch wenn es in diesem Jahr keine närrische Ratssitzung geben wird: „Wir halten an der Betriebsvereinbarung fest.“ Der Zettel an der Rathaustür wird aber vermutlich mit anderen Worten auf die Schließung hinweisen, weiß Feuerer. Dass trotzdem der eine oder andere Ratsuchende vor verschlossenen Türen stehen könnte, schließt sie nicht aus. „Das passiert aber auch an Fastnacht oder Brückentagen.“

Freie Tage als „kleines Dankeschön“ für Mitarbeiter

Auch in Weisenbach bleibt alles wie immer – also so, als ob Corona der Fastnacht nicht den Garaus machen würde. Seit knapp zwölf Jahren gibt es in der Gemeinde eine Dienstvereinbarung, die die Anwesenheit an den närrischen Tagen regelt. Darin ist der Fastnachtsdienstag ein halber freier Tag – an den anderen Tagen muss Urlaub genommen werden.

„Das Rathaus war vor Corona oft an Rosenmontag und Faschingsdienstag zu“, erklärt Weisenbachs Bürgermeister Daniel Retsch (CDU). „Ob für Fastnacht oder um ihr zu entgehen, entzieht sich meiner Kenntnis“, scherzt er. Im vergangenen Jahr habe die Verwaltung an der Regelung festgehalten. „Als kleines Dankeschön an die Mitarbeiter“, erklärt Retsch. Auch in diesem Jahr wolle man wieder so verfahren, „um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften“.

Gleiches erklärt Markus Burger (parteilos), Bürgermeister von Loffenau: Auch hier bleibt am Fastnachtsdienstag, der in diesem Jahr übrigens auf den 1. März fällt, das Rathaus am Nachmittag zu. „Da der Zugang zum Rathaus sowieso nur nach Termin möglich ist, kann das auch gut gesteuert werden“, zeigt sich Burger zuversichtlich.

Narrengericht: Verhandlung nur per Video

Auf Termine setzte im vergangenen Jahr auch die Verwaltung in Gernsbach. „Im Rathaus herrscht nach der Rathausstürmung am Schmutzigen Donnerstag normalerweise närrisches Treiben, was regulären Dienstbetrieb verhindert“, erklärt Pressesprecherin Nicoletta Arand. Im vergangenen Jahr habe das Narrengericht allerdings nur per Video verhandeln können, das Rathaus blieb mit Termin geöffnet. Noch sei nicht geklärt, wie die Schlüsselübergabe an die Narren in diesem Jahr stattfinden kann: „Daher sind auch die Öffnungszeiten noch nicht klar.“

Einzig Forbach erinnert die Vorstellung, an Fastnacht das Rathaus zu schließen, obwohl gar nicht gefeiert werden kann, zu sehr an einen Schildbürgerstreich. Üblicherweise ist auch hier der Fastnachtsdienstag ein halber freier Tag – eine Regel, die laut Hauptamtsleiterin Margit Karcher bereits 2021 ausgesetzt wurde: „Der Schließtag wurde dann auf einen Brückentag im Sommer verlegt, um einen Ausgleich zu schaffen.“ So soll es auch in diesem Jahr gemacht werden. Am Freitag nach Christi Himmelfahrt bleibt das Rathaus deshalb geschlossen. Karcher schmunzelnd: „Das freut sicherlich besonders die männlichen Mitarbeiter, wenn nach dem Vatertag noch ein freier Tag folgt.“

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Ihr Autor

unserer Mitarbeiterin Swantje Huse

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Erstellt:
4. Februar 2022, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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