Viele leere Betten in Baden-Baden

Baden-Baden (hez) – Der Tourismus in der Kurstadt leidet weiter heftig unter der Corona-Pandemie.

Seltenes Bild in diesen Tagen: Ein Gast füllt an der Rezeption eines Hotels einen Anmeldeschein aus. Foto: Stephanie Pilick/dpa

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Seltenes Bild in diesen Tagen: Ein Gast füllt an der Rezeption eines Hotels einen Anmeldeschein aus. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Die neusten Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen, dass die Zahl der Übernachtungen an der Oos von Januar bis einschließlich September um 43 Prozent eingebrochen ist. Insgesamt zählte man bis dahin 431.600 Übernachtungen. Damit ist die Situation für die Baden-Badener Hotellerie ungünstiger als im Landesschnitt, der nach dem dritten Quartal von einem Übernachtungsminus in Höhe von 36 Prozent gekennzeichnet ist. Die meisten baden-württembergischen Stadtkreise weisen allerdings noch schlechtere Werte auf als die Kurstadt. Auch im Landkreis Rastatt ist der Einbruch der Übernachtungszahlen mit 45 Prozent noch etwas heftiger.

In Baden-Baden brachten die Monate Juli, August und September eine leichte Erholung, denn zur Jahresmitte hatten die Statistiker hier noch einen Übernachtungsrückgang von 51,7 Prozent errechnet. Der aktuelle Hotel-Lockdown wird die Zahlen jedoch überall weiter ins Minus treiben.

Bis Ende September gingen die Übernachtungen in den Stadt- und Landkreisen in unterschiedlicher Größenordnung zurück. Den massivsten Einbruch verzeichnete Stuttgart (-54,4 Prozent), der „geringste“ wurde im Landkreis Konstanz (-18,2 Prozent) festgestellt. Auffällig ist auch, dass die Einbußen besonderes groß bei Gästen aus dem Ausland sind mit einem landesweiten Minus von 55,6 Prozent.

Hoffen auf das nächste Jahr

Für Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH (BBT), drücken die Statistik die schwankende Entwicklung im hiesigen Übernachtungsgewerbe aus. Im BT-Gespräch verwies sie am Freitag darauf, dass der Fremdenverkehr zu Jahresbeginn sehr gut gestartet sei. Dann kamen die erheblichen Einbrüche speziell im April und Mai – da lag landesweit der Rückgang bei mehr als 90 Prozent.

Davon habe man sich in Baden-Baden nur langsam erholt, erst im Sommer sei es dann zu einem Durchbruch gekommen, betont Waggershauser. Doch nun müssten die Betriebe mit dem zweiten Lockdown fürs Beherbergungsgewerbe zurechtkommen. Schon jetzt sei ziemlich sicher, dass auch nach einer Wiederöffnung nicht von einer schnellen Besserung auszugehen sei. Die dunkle Winterzeit ohne Weihnachtsmärkte werde im Gegensatz zum Sommer keinen schnellen Anstieg der Übernachtungen ermöglichen.

„Wir gehen davon aus, dass erst im Frühjahr wieder richtig gestartet werden kann“, unterstreicht die BBT-Chefin. Für die Betriebe sei die jetzige Zeit sehr schwierig, aber durch die staatlichen Hilfen könne wenigstens das Überleben ein bisschen gesichert werden. Aber es herrsche doch viel Unsicherheit bezüglich der weiteren Planung. Jedoch höre sie wenig Klagen von den Hoteliers, sagt Waggershauser. Man hoffe eben aufs nächste Jahr.


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