Vier Fragen an einen Sportschaureporter

Baden-Baden (fk) – Vier Fragen an Jens-Jörg Rieck: Der ARD-Sportschaureporter spricht über leere Stadien und die schwierige EM-Vorbereitung.

Jens-Jörg Rieck im März 2020 im Freiburger Stadion. Foto: Florian Krekel/BT

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Jens-Jörg Rieck im März 2020 im Freiburger Stadion. Foto: Florian Krekel/BT

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass das BT den Baden-Badener Radio- und Fernsehreporter Jens-Jörg Rieck beim Bundesligaspiel zwischen Freiburg und Union Berlin begleitet hat. Das Spiel am 7. März 2020 war bis heute das letzte, was in Freiburg vor Publikum ausgetragen wurde. Seitdem macht die Pandemie die Tribünen Woche für Woche und Spieltag für Spieltag zur leeren und stillen Kulisse. Wie sich das für Rieck anfühlt und wie schwierig die Planungen für die EM sind, hat er BT-Redakteur Florian Krekel verraten.

BT: Herr Rieck, Stadion leer, Stimmung weg. Wie fühlt sich das beim Kommentieren an?
Jens-Jörg Rieck: Nicht gut. In vielen Stadien sitzt man als Reporter ja einfach auf der Tribüne. Da hat man jetzt beim Kommentieren oft den Eindruck, man kommentiert nur für die zehn Journalistenkollegen, die um einen herum sitzen. Das ist ganz komisch. Die Fans, die Gesänge, das Herzblut fehlt. Und auch das ganze Stadiongefühl – mal eine Currywurst essen zu gehen und ein Bier zu trinken.

BT: Hat das auch auf die Übertragung für Radio und Fernsehen Auswirkungen?

Rieck: Ja, wir hatten bei der ARD-Sportschau am Anfang der Phase mit den leeren Stadien einen merklichen Einbruch an Zuschauerzahlen. Der Marktanteil ging um fast zehn Prozent runter.

BT: Und wie ist es jetzt?
Rieck: Das hat sich jetzt wieder erholt. Der Fernsehzuschauer scheint sich an die Zustände und die Geisterkulisse gewöhnt zu haben – anders als der Reporter (lacht). Der Marktanteil liegt wieder bei 25 Prozent.

BT: Wie sieht es mit der Planung für die EM aus?
Rieck: Wir hängen in der Luft. Die Corona- und Einreiseregularien, das hat die Pandemie gezeigt, sind sehr volatil. Das macht die Planung enorm schwierig. Die Zentrale der ARD wird in Köln sein. Für den absoluten Notfall gibt es jetzt natürlich schon den Plan, dass sehr viel vom Fernseher weg kommentiert wird. Auch ich würde dann im Studio sitzen und die Spiele nicht aus den Stadien direkt kommentieren. Das ist zumindest ein mögliches Szenario – aus Sicherheitsgründen. Wir wissen ja aktuell überhaupt noch nicht, wo und wie die Spiele stattfinden. Die deutsche Mannschaft ist im Ausland, in Seefeld in Tirol in der Vorbereitung, auch das bringt Unwägbarkeiten für uns mit sich.

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Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

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Erstellt:
25. April 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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