Vincenti-Grundschule in Baden-Baden ist im Ganztagsbetrieb

Baden-Baden (nof) – Lernen, Toben, Ausprobieren: Die Vincenti-Grundschule ist im Ganztagsbetrieb. Die Nachfrage ist groß – es ist bereits eine Warteliste notwendig.

Im Bewegungsraum können die Kinder spielen und toben. Rektor Alexander Ziola (hinten links) und Bürgermeister Roland Kaiser freuen sich über das Angebot. Foto: Nico Fricke

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Im Bewegungsraum können die Kinder spielen und toben. Rektor Alexander Ziola (hinten links) und Bürgermeister Roland Kaiser freuen sich über das Angebot. Foto: Nico Fricke

Beim Start in den Ganztagsbetrieb ist die Vincenti-Grundschule in der Innenstadt von der großen Nachfrage überrascht worden. 90 Kinder werden seit Schuljahresbeginn über das neue Angebot betreut. 15 stehen schon auf der Warteliste.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, räumen Bürgermeister Roland Kaiser und Schulleiter Alexander Ziola ein. Eine Bedarfsabfrage im März 2020 habe etwas langsamer ansteigende Anmeldezahlen vermuten lassen. „Da haben wir schon unsere nächste Aufgabe zu schauen, wie wir umstrukturieren können, um dem Bedarf gerecht zu werden“, sagt Ziola, der zusammen mit seiner Stellvertreterin Theresa Sänger, dem Kollegium und weiteren Betreuungskräften gerade dabei ist, das neue Programm in die Schienen zu heben. „Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir sind stetig daran, Abläufe zu verbessern“, sagt Sänger. „Und Struktur ist notwendig, um Kinder von morgens bis zum Nachmittag sinnvoll zu beschäftigen“, weiß Ziola und verweist auf das ausgeklügelte Programm.

Schon das Mittagessen in der in einem ehemaligen Klassenzimmer eingerichteten Mensa muss aus Platzgründen minutiös geregelt sein. „Wir haben Zeitslots, in denen die Klassen nacheinander essen können“, erklärt Ziola. Corona habe die Planung nicht gerade einfacher gemacht. Auch die Küchenkraft hat gut zu tun. Nach jeder Schicht müssen sämtliche Tische desinfiziert werden. Ein Umbau, um mehr Platz zu schaffen, schwebt Monika Probst, stellvertretende Fachgebietsleiterin Schule und Sport, vor. „Aber da muss der Denkmalschutz mitspielen.“

„Niemand ist abgesprungen.“

Zumindest dürfen die Schüler laut Verordnung wieder klassenübergreifend zusammenkommen, „sonst wäre es fürs Nachmittagsprogramm schwierig geworden“, sagt Ziola und führt vom Speisesaal durch den Flur zu den neu eingerichteten Themenräumen mit den Schwerpunkten Toben, Spielen und Entspannen. Eine Kletterwand fehlt noch und eine Küche zum gemeinsamen Kochen und Backen. „Aber das kommt nach und nach.“ Schulträger und Schulleitung freuen sich über den großen Zuspruch aus dem Kollegium, als der Antrag auf Ganztagsschulbetrieb zur Abstimmung stand: „Alle haben an einem Strang gezogen“, betont Theresa Sänger: „Niemand ist abgesprungen.“

Lehrer, Jugendbegleiter, Vereine (MV Lichtenthal) und Honorarkräfte der Musikschule, gesponsert über zwei Stiftungen, sorgen für ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm für die 90 Ganztagsschüler: Da gibt es Sport- und Musikangebote, Bücher-, Kunst- und Technik-AGs, aber auch freies Spiel und ein Ruhebereich, in dem die Kinder lesen oder einem Hörspiel lauschen können. „Und wer jetzt nicht zu seinem Wunschthema gekommen ist, darf aufs zweite Halbjahr hoffen. Da wird getauscht“, kündigt Sänger schon mal an.

Eine wachsende Betreuungsnachfrage bis 16.30 Uhr und eine Schülerschaft aus unterschiedlichen Lebenslagen (Elternhäuser, Migrationshintergrund und intellektuelle Ausprägungen und Möglichkeiten) gaben Anfang 2020 den Ausschlag, einen Ganztagsschulbetrieb in Wahlform – also nicht verpflichtend – einzurichten, blickt Ziola, selbst erst seit September 2020 Schulleiter, auf die Vorarbeit seiner Kollegen zurück. „Das ist ein zukunftsträchtiges Modell“, ist er sich sicher, „auch wenn sich natürlich erst noch einiges einspielen muss“. Die Werte der zweizügigen Schule mit ihren 200 Schülern hebt er hervor: „Individuelles, soziales, kooperatives und handlungsorientiertes Lernen.“ Rund 100.000 Euro sind in Umbau und Einrichtung der Ganztagsräumlichkeiten geflossen, sagt Bürgermeister Roland Kaiser. Rund 70 Prozent davon wurden aus Bundesmitteln gefördert, für 30 Prozent der Kosten muss die Stadt aufkommen. Eine Kernzeitbetreuung für „Halbtagskinder“ wird weiterhin angeboten. Eine Ferienbetreuung gibt es aber nicht.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
6. Oktober 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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