Virtueller Naturpark-Markt eröffnet

Bad Herrenalb/Bühlertal (vn) – Aufgrund der Corona-Pandemie sollen die Naturpark-Märkte bis Ende August ausfallen. Alternativen sind in Arbeit. In Bad Herrenalb hofft man noch auf den 28. Juni.

Auch das Angebot an regionalen Äpfeln ist bei den Naturparkmärkten sehr groß. Foto: Warnack/dpa/Archiv

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Auch das Angebot an regionalen Äpfeln ist bei den Naturparkmärkten sehr groß. Foto: Warnack/dpa/Archiv

Die Naturparke im Land begründen ihre Ankündigung mit der Corona-Pandemie und dem Verbot aller Großveranstaltungen durch die Landesregierung bis mindestens zum 31. August. Dass es zu den Absagen kommen könnte, hat das BT bereits berichtet.

„Unsere Märkte leben halt von ihrem Event-Charakter mit kulturellem Begleitprogramm“, erläutert Dorothee Stahl, die beim Naturpark Südschwarzwald die Arbeitsgemeinschaft koordiniert. Mehrere Hundert bis einige Tausend Besucher werden jeweils erwartet.

Besonders betroffen ist der Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord. Abgesagt wurden bislang die Märkte Kuppenheim (3. Mai), Calw (10. Mai), Pfalzgrafenweiler (17. Mai), Freudenstadt (31. Mai) und Bad Wildbad (14. Juni). Auf der Liste stehen jetzt an: Bad Herrenalb (28. Juni), Fischerbach (5. Juli), Bad Teinach-Zavelstein (12. Juli), Oberachern (19. Juli), Oberharmersbach (9. August), Schömberg (16. August), Haslach (23. August) und Dornstetten (30. August). Oberachern und Dornstetten sind bislang abgesagt.

Im Südschwarzwald sind insgesamt 13 Märkte abgesagt worden, wobei einige nach Aussage Stahls in den Herbst verschoben werden konnten.

Abhol- und Lieferservice nutzen

Was lässt sich tun, um den Marktbeschickern zu helfen, die unter der Corona-Krise leiden? Im Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord hat man kurzerhand einen virtuellen Naturpark-Markt eröffnet. „Wir haben nach denjenigen unserer Marktbeschicker gesucht, die einen Abhol- oder Lieferservice bieten. Nicht alle haben einen Online-Shop, aber Bestellungen per Telefon oder E-Mail sind allemal möglich“, heißt es auf der Internetseite. Der Appell: „Unterstützt eure lokalen Erzeuger, Händler und Höfe, kauft vor Ort oder lasst euch beliefern. Alles für die Heimat!“

Noch nicht ganz aufgegeben haben die Naturparke auch den Brunch auf dem Bauernhof, der traditionell am ersten Sonntag im August stattfindet. Man hoffe, dass die Landesregierung ihre Hygienekonzepte für Veranstaltungen, Vereinsfeste und Hocketen rechtzeitig veröffentlicht, sagt Dorothee Stahl. Dann prüfe man gemeinsam mit den interessierten Landwirten, ob sich auf den Höfen die geforderten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen umsetzen lassen.

Rundgang und Einbahn-Regelung

Die Stadt Bad Herrenalb will versuchen, den Naturpark-Markt als „Spezialmarkt“ zu deklarieren, um ihn stattfinden lassen zu können. Pressesprecher Christian Siebje hält es für möglich, dass Veranstaltungen in dieser Kategorie bis in sechs Wochen wieder erlaubt werden. „Wir überlegen uns, den Markt als Rundgang anzulegen und die Besucher wie in einer Einbahnstraße durchzuleiten“, so Siebje. Großer Abstand zwischen den Verkaufsständen und eine Einlasskontrolle seien relativ leicht zu bewerkstelligen, weil der Markt im historischen Klosterbezirk stattfinden wird. „Unsere Händler wissen Bescheid.“

Ob ein solches Modell funktioniert, wird sich schon früher zeigen: Vom 30. Mai bis 1. Juni plant Bad Herrenalb seinen traditionellen Kunsthandwerkermarkt.

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Erstellt:
14. Mai 2020, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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