Virtuoses Chaos begeistert in Loffenau

Loffenau (vgk) – Die Musikclowns Gogol und Mäx glänzen respektlos, aber hochmusikalisch in der Gemeindehalle.

Kopfüber in die Wunderwelt der Klassik: Die beiden Akteure verbinden Können mit Klamauk. Foto: Veronika Gareus-Kugel

© vgk

Kopfüber in die Wunderwelt der Klassik: Die beiden Akteure verbinden Können mit Klamauk. Foto: Veronika Gareus-Kugel

„Heute ist ein Feiertag, ein Abend voller Spaß und Freude.“ Damit begrüßte am Freitag Peter Hecker vom Arbeitskreis Kultur Loffenau das Publikum in der fast ausgebuchten Gemeindehalle. Und der Erfolg war auf mehreren Seiten zugleich. Der Arbeitskreis landete mit den bekannten Musikclowns Gogol und Mäx nach mehr als einem Jahr coronabedingten Stillstands einen echten Volltreffer. Es herrschte von der ersten bis zur letzten Minute eine ausgelassene Stimmung.

Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin oder Johannes Brahms: Das Duo Gogol und Mäx hat scheinbar vor nichts Respekt. Jedenfalls nicht und zur Freude des Publikums vor den großen Meisterkomponisten der Vergangenheit. Gleichwohl ist anzunehmen, dass die humorvollen und musikalischen Darbietungen des Duos ob seiner Virtuosität auch Mozart und Bach, auf ihrer Wolke sitzend, bestimmt ein breites Grinsen ins Gesicht zauberten.

Seit bald drei Jahrzehnten begeistern Christoph Schelb (Gogol) und Max-Albert Müller (Mäx) mit ihrem „Humor in Concert“ quer durch Europa die Menschen. Und während der eine virtuos seine Finger über die Klaviertasten gleiten lässt, glänzt der andere mit immer wieder frischen Einfällen dazu – aus denen sich sogleich zur Freude der Besucher neue Situationen voller Witz und Heiterkeit entwickeln.

Wilder Galopp durch die Musikgeschichte

Die Künstler wissen kongenial musikalische Kunstfertigkeit mit Akrobatik zu verbinden, ohne den Takt zu verlieren. Egal, ob kopfüber spielend auf dem Klavier liegend und im Clinch mit dem Partner um den besten Platz den Kopf in einer Tuba gesteckt, die Nutzung eines Handfegers als Trommelstock oder hängend am Metallgerüst: Aus allem formen die Künstler eine rasante Musikshow. Die Instrumentenvielfalt, die während der 90-minütigen Spieldauer zum Einsatz kommt, ist schwer zu greifen. Geboten wird in jedem Fall eine meisterhaft gelächterprovozierende musikalische Performance.

Ohne Unterbrechung produziert das Duo schöne Töne genialer Komponisten, aufgepeppt mit überzeugendem Glockenspiel oder mit einem Geigenbogen gestrichen über die Stahlplatten eines Xylophons.

In wildem Galopp kreuzen die Beiden durch die Musikgeschichte und lassen auf La Cucaracha ganz ungeniert perlende Tonkaskaden von Brahms oder Chopin folgen. Ohne Mühe und mit herzerfrischender Anarchie hauchen die Darsteller auf diese Weise Liedern und Klavierstücken neues Leben ein. Einzig und ausschließlich der Richtschnur des musikalischen Nonsens‘ folgend. Worte machte das Künstlerduo nur selten, was auch jeder Notwendigkeit entbehrt.

Ihr Autor

Veronika Gareus-Kugel

Zum Artikel

Erstellt:
1. November 2021, 16:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.