Volksbank Bühl: Mehr Kreditgeschäft im Corona-Jahr

Bühl (tas) – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das denkt sich auch der Vorstand der Volksbank Bühl und legt Reserven an. Bisher sei auf Kundenseite aber noch alles im grünen Bereich.

Volksbank-Chef Claus Preiss: Er ist mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2020 zufrieden. Foto: Volksbank Bühl

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Volksbank-Chef Claus Preiss: Er ist mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2020 zufrieden. Foto: Volksbank Bühl

Nachdem die Anteilseigner der Volksbank Bühl im vergangenen Jahr keine Ausschüttung bekommen haben, geht das genossenschaftliche Institut in diesem Jahr in die Vollen. Die knapp 43.000 Mitglieder sollen nun eine Dividende in Höhe von rund 1,17 Millionen Euro erhalten, wie die Volksbank am Montag mitteilte.

Die Verzinsung summiert sich auf neun Prozent – die Basisdividende für das Geschäftsjahr 2019, ein Jubiläumsbonus und die reguläre Dividende für 2020, die jeweils bei drei Prozent liegen. Im vergangenen Jahr hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Institute angesichts der Corona-Krise aufgefordert, auf Ausschüttungen zu verzichten, deswegen hatten die Bühler einen Gewinnvortrag vorgenommen.

Der Ausschüttungsverzicht hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf den Zinsüberschuss des Geldhauses. Weil unter anderem die Frankfurter DZ Bank – das Spitzeninstitut von mehr als 800 deutschen Genossenschaftsbanken – keine Dividende an ihre Anteilseigner fließen ließ, reduzierte sich der Zinsüberschuss der Bühler im vergangenen Jahr von 18,8 auf 17,3 Millionen Euro.

Beim Provisionsüberschuss ging es dagegen von 11,2 auf 11,8 Millionen Euro nach oben. „Das hätten wir uns Anfang des Jahres nicht träumen lassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Bühl, Claus Preiss, angesichts der Lockdowns und reduzierter Kundenfrequenzen.

Bisher seien trotz aller Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie noch keine größeren Schwierigkeiten von Kunden zu erkennen. Die Bank habe keine Ausfälle zu verzeichnen, sagte Vorstand Hans-Jörg Meier. Von den 3,5 Millionen Euro an Tilgungsaussetzungen befinde sich ein Großteil wieder im grünen Bereich. Für das laufende Jahr sei trotz allem Vorsorge getroffen.

„So wie es aussieht, werden unsere Kunden die Pandemie gut überstehen“, sagte Vorstand Marco Feit. Er rechne nicht mit einer Insolvenzwelle. Auch das Kreditwachstum der Volksbank Bühl deutet darauf hin, dass die Firmenkunden im Geschäftsgebiet des Instituts mit einer besseren Zeit nach der Pandemiewelle rechnen.

Bankchef Preiss berichtete von einem deutlichen Wachstum des Kreditportfolios im Firmenkundenbereich von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 384 Millionen Euro. Dabei sei der Großteil der neu bewilligten Mittel in Firmengebäude geflossen. Das Gesamtkreditvolumen legte um knapp vier Prozent auf rund 831 Millionen Euro zu.

Bei den Einlagen schaffte es die Volksbank im Gegenzug, den starken Mittelzufluss der vergangenen Jahre zu stoppen. Noch im Geschäftsjahr 2019 waren die bilanziellen Kundenanlagen um knapp zehn Prozent auf 1,04 Milliarden Euro hochgeschnellt, denn das regionale Institut hatte da noch keine Minuszinsen auf große Guthaben eingeführt. Nachdem dies im vergangenen Jahr geschah, zogen wenige Großanleger hohe Millionenbeträge ab. In der Summe sanken die bilanziellen Kundenanlagen wieder um sieben Prozent auf 967,6 Millionen Euro.

Für schwierige Zeiten gerüstet


Unter dem Strich wies die Volksbank Bühl 2020 ein Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 3,8 Millionen Euro aus, nach 7,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Jahresüberschuss nach Steuern lag bei 2,1 (2019: 4,6) Millionen Euro. Ursache für den starken Rückgang sind Vorsichtsmaßnahmen. Die Volksbank Bühl habe Rückstellungen gebildet und Vorsorge getroffen, sagte Preiss. Um auch für schwierige Zeiten gerüstet zu sein.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
22. März 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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