Volksbank-Fusion auf der Zielgeraden

Karlsruhe/Baden-Baden (tas) – Die Dreierfusion der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden mit der Volksbank Pforzheim und VR Bank Enz plus rückt immer näher. Für Mitte Mai stehen die Abstimmungen in den Gremien an.

Die Volksbank Karlsruhe Baden-Baden wächst weiter: In diesem Jahr steigt das Institut zur größten Volksbank im Süden der Republik auf. Foto: Monika Zeindler-Efler

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Die Volksbank Karlsruhe Baden-Baden wächst weiter: In diesem Jahr steigt das Institut zur größten Volksbank im Süden der Republik auf. Foto: Monika Zeindler-Efler

Vollzogen werden soll die Verschmelzung im Oktober. Am Namen wird derweil noch gefeilt. Und dass die Zusammenschlüsse eine Stange Geld kosten, zeigt sich in der Bilanz des Geschäftsjahres 2021. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um knapp zehn Millionen Euro gegenüber 2020 an, allein die technische Umsetzung habe im vergangenen Jahr etwa 1,8 Millionen Euro verschlungen. Auch in diesem Jahr werde einiges an Mitteln in den Prozess fließen, für 2023 rechnet der Vorstand aber wieder mit einer Rückkehr auf ein „normales“ Kostenniveau.

Dass sich die Fusion am Ende rechnen wird, davon ist der scheidende Vorstandschef der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden überzeugt. „Größe hat keinen Selbstzweck. Aber wenn Größe dazu beiträgt, Synergien zu heben, Effizienzgewinne zu realisieren und damit die Leistungsfähigkeit einer Genossenschaftsbank dauerhaft zu sichern, dann macht Größe Sinn und sollte angestrebt werden“, sagt Andreas Lorenz. Die Aufgaben der Zukunft seien mit einer sehr kleinteiligen Bankenstruktur nur schwer zu bewältigen, ist er überzeugt.

Durch den Zusammenschluss der drei Genossenschaftsbanken entsteht die größte Volksbank in Süddeutschland, bundesweit steigt sie von Platz 24 in die Top zehn der größten genossenschaftlichen Institute auf. Geführt wird das neue Institut dann von Matthias Hümpfner und weiteren fünf Vorständen, Andreas Lorenz geht Ende Juni in den Ruhestand.

Darlehensbestand deutlich erhöht

Zum Abschied hat er noch einmal gute Zahlen vorgelegt, das Kreditgeschäft wuchs 2021 kräftig. Erstmals in der Geschichte der Bank wurden Kredite in einer Höhe von mehr als einer Milliarde Euro neu vergeben, ein Zuwachs von fast 20 Prozent. „Hierin spiegeln sich bereits die positiven Effekte unserer Fusion wider, denn dank unserer gestärkten Kapitalbasis ist es uns nun möglich, deutlich höhere Kreditanfragen insbesondere im Firmenkundengeschäft zu bedienen“, sagt Lorenz. Gemeint ist der bereits vollzogene Zusammenschluss der Volksbanken Karlsruhe und Baden-Baden Rastatt im vergangenen Jahr. Der gesamte Darlehensbestand erhöhte sich um 6,3 Prozent auf über 4,5 Milliarden Euro.

In einem negativen Zinsumfeld konnte die Volksbank damit den Zinsüberschuss allein aus dem klassischen Kreditgeschäft um mehr als acht Prozent steigern. Hinzu kamen noch Sondereffekte durch eine rückwirkende Gewinnausschüttung der DZ Bank, an der die Volks- und Raiffeisenbanken Anteile halten. Auch eine Sonderprämie der Europäischen Zentralbank wirkte sich positiv auf das Ergebnis aus. Der Zinsüberschuss stieg damit insgesamt um 17,6 Prozent.

Auch für das laufende Jahr sehen die Volksbank-Verantwortlichen bisher keine Eintrübung der Kreditgeschäfte. Mit Beginn des Einmarschs der russischen Truppen in die Ukraine jedoch hätten sich die Vorzeichen für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres deutlich verändert. Die Unsicherheit aufgrund der stark steigenden Preise und die Hoffnung auf wieder anziehende Zinsen machten auch die Bankkunden nervös. Viele hielten ihr Geld weiterhin auf Tagesgeldkonten fest: Allein im ersten Quartal konnte das Institut auf der Einlagenseite ein Plus von rund drei Prozent verbuchen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
27. April 2022, 11:15 Uhr
Lesedauer:
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