Volksbank Karlsruhe Baden-Baden verhandelt mit nächstem Partner

Karlsruhe/Baden-Baden/Pforzheim (tas) – Die Volksbank Karlsruhe Baden-Baden verhandelt mit der Volksbank Pforzheim über eine Fusion. 2022 könnte dadurch die größte Volksbank im Südwesten entstehen.

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das genossenschaftliche Institut geht von einem Fusionsprozess in den nächsten. Foto: Monika Zeindler-Efler

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das genossenschaftliche Institut geht von einem Fusionsprozess in den nächsten. Foto: Monika Zeindler-Efler

In Mittel- und Nordbaden wird die größte genossenschaftliche Regionalbank in Baden-Württemberg entstehen. Gestern verkündeten die Volksbanken Karlsruhe Baden-Baden und Pforzheim, dass sie Gespräche über einen Zusammenschluss aufgenommen haben.

„Es ist genau die richtige Zeit, um die genossenschaftlichen Kräfte in der Region zu bündeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Pforzheim, Jürgen Zachmann, am Dienstag. Mit einer Bilanzsumme von rund elf Milliarden Euro, gut 1.400 Mitarbeitern, 172.000 Mitgliedern und insgesamt 380.000 Kunden würde damit auch ein neues Bankenschwergewicht in Deutschland entstehen. Fusionsbedingte Kündigungen schlossen die Verhandlungspartner aus. Sie sehen den Zusammenschluss als Chance, auch in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber in der Region wahrgenommen zu werden.

Die Pforzheimer und Karlsruher hatten bereits vor fünf Jahren eine mögliche Fusion der beiden Geldhäuser ausgelotet, ein gemeinsames Projekt war damals aber daraus nicht entstanden. Die Situation habe sich in den vergangenen von Corona geprägten Monaten jedoch stark verändert, sagte Zachmann. Megatrends wie die Digitalisierung hätten sich beschleunigt, und auch das Dauerthema demografischer Wandel wirkten sich erheblich auf die gesamte Bankenwelt aus.

Zudem stehen die Institute auf der Gewinnseite stark unter Druck: Die anhaltende Niedrigzinsphase, zunehmende Regulatorik und hohe Investitionsbudgets für die Transformation der Banken machen sich auch in den Bilanzen der Geldhäuser bemerkbar.

Noch nicht abgeschlossen


Den ersten Schritt zu einem deutlich größeren regionalen Geldhaus waren die Volksbanken Karlsruhe und Baden-Baden Rastatt bereits in diesem Jahr gegangenen. Nach den Beschlüssen in den jeweiligen Vertreterversammlungen wurden beide Partner zum 1. Juli offiziell verschmolzen. Doch bereits Ende Juni nahmen beide parallel dazu Fusionsgespräche mit der VR Bank Enz plus in Remchingen auf. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Erst Anfang November stehen die Beschlüsse in den jeweiligen Entscheidungsgremien an. Die Fusion soll dann zum 1. Januar 2022 erfolgen. Auch die Pforzheimer werden wohl zu diesem Zeitpunkt dem neuen Gebilde beitreten. Allerdings gilt diese Entscheidung dann rückwirkend, die Vertreterversammlungen aus Pforzheim und Karlsruhe Baden-Baden werden wohl erst im Frühsommer kommenden Jahres grünes Licht für das Vorhaben geben können.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
19. Oktober 2021, 15:35 Uhr
Lesedauer:
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