Volksbank will einzigen Geldautomaten abschaffen

Baden-Baden (BT/nie) – Die Bürger in Neuweier stehen vor vollendeten Tatsachen: Die Volksbank will ihre SB-Filiale zum Monatsende schließen und so den einzigen Geldautomaten in Neuweier abschaffen.

Nur noch bis zum 30. Juli ist die SB-Filiale in Neuweier zu nutzen, das kündigt die Volksbank auf dem Automaten an. Foto: Dijana Opitz

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Nur noch bis zum 30. Juli ist die SB-Filiale in Neuweier zu nutzen, das kündigt die Volksbank auf dem Automaten an. Foto: Dijana Opitz

Die neu fusionierte Volksbank Karlsruhe Baden-Baden dreht ihren Kunden in Neuweier sprichwörtlich den Geldhahn zu. In der Filiale im Rebland ist zu lesen, dass dieselbe nur noch bis zum 30. Juli genutzt werden kann.

Viele Bürger hätten sich in den vergangenen Tagen bei der CDU Rebland beschwert, berichtet Vorsitzende Dijana Opitz. Zu Recht, wie sie findet: „Die ‚Fusionitis‘ ist den Verantwortlichen wohl gehörig zu Kopf gestiegen, anders ist das kaltherzige Abservieren der Bürger in Neuweier nicht zu erklären.“

Dass die Volksbank ohne Ankündigung wenige Tage nach der amtlichen Registrierung des Zusammenschlusses mit der Volksbank Karlsruhe die Bürger in Neuweier vor vollendete Tatsachen stelle, den Geldautomaten wegrationalisieren wolle und das Gebäude neu vermietet werden soll, sorgt in der Bevölkerung für großen Ärger, wie sie weiß. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Volksbank im Zuge der Abwanderung der Filiale nach Steinbach zugesagt habe, den Geldautomaten in Neuweier bestehen zu lassen. Verständlich sei es daher, dass sich besonders die älteren Mitbürger fragen, „weshalb sie der Volksbank nicht mal mehr einen Geldautomaten im Ort wert sind“. Und Opitz erläutert auch, warum ihrer Meinung nach ein Geldautomat vor Ort, der auch zu Fuß zu erreichen ist, sehr wichtig ist: „Denn für das Einkaufen beim Bäcker, in der Gärtnerei, für den Eintritt ins Freibad, den Gang zum Friseur und um kleinere Bargeldbeträge im Geldbeutel zu haben, ist es für sie enorm wichtig, direkt in der Nähe Geld abheben zu können.“

Kunden sollen nach Steinbach gehen

Aber auch jüngere Menschen werde das Abschaffen des Geldautomaten negativ betreffen: „Es kann nicht sein, dass das Neubaugebiet an der Weinstraße erschlossen wird, aber den Familien zugemutet werden muss, dass sie doch bitte nach Eisental oder Steinbach fahren, um dort ihr Bargeld abzuheben, damit sie beim Bäcker in Neuweier ihre Brötchen einkaufen können. Das macht doch kein Mensch“, ärgert sich Opitz. Denn das ist der Wunsch der Volksbank, wie in der Ankündigung auf dem Neuweierer Automaten propagiert wird, dort heißt es: „Aber keine Sorge: Nur wenige Kilometer von hier sind wir in der Filiale Steinbach in der Mührichstraße 9 für Sie da und bleiben so in Ihrer Nähe.“

Online-Banking ist keine Ausrede

Auch die Ausrede des Online-Banking möchte die Rebland-CDU nicht gelten lassen, wie sie in der Mitteilung schreibt: „Nicht nur die Bewohner im Ort brauchen den Geldautomaten, auch für die verbliebenen Geschäfte ist es überlebenswichtig, dass die Menschen Zugang zu Bargeld haben.“ Offensichtlich seien die kleinen Läden, die die wohnortnahe Versorgung der Einwohner überhaupt noch aufrechterhalten, den immer größer werdenden Genossenschaftsbanken „völlig gleichgültig“, meint die Vorsitzende an. Deshalb unterstütze die CDU Rebland die Forderung der Einwohnerschaft, den Geldautomaten in Neuweier unbedingt zu erhalten. „Die CDU Rebland wird Gespräche zu den Verantwortlichen suchen und sich dafür stark machen, dass die Volksbank diese für die Bürger folgenschwere Entscheidung noch einmal überdenkt“, stellt Opitz klar.

Opitz schweben innovative Modelle aus anderen Bundesländern als Alternative vor. Dort gebe es teilweise sogenannte Finanzpunkte, führte sie am Sonntag im BT-Gespräch aus. Dort würden mehrere Geldautomaten verschiedener Banken an eben einem Ort stehen und für die Bürger so wohnortnah erreichbar sein.

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Erstellt:
5. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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