Volksbanken in Südbaden starten nächste Fusion

Baden-Baden/Offenburg (tas) – Die Volksbank eG - Die Gestalterbank in Offenburg und die Volksbank Rhein-Wehra eG in Bad Säckingen verhandeln über einen Zusammenschluss.

Volksbanken im Wandel: Vor allem in Baden entstehen derzeit sehr große neue Einheiten mit ausgedehnten Geschäftsgebieten. Foto: Marijan Murat/dpa

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Volksbanken im Wandel: Vor allem in Baden entstehen derzeit sehr große neue Einheiten mit ausgedehnten Geschäftsgebieten. Foto: Marijan Murat/dpa

Das Fusionskarussell bei den Volksbanken im Südwesten dreht sich mit voller Geschwindigkeit weiter. Am Donnerstag kündigten die Volksbank - Die Gestalterbank mit Sitz in Offenburg und Villingen-Schwenningen und die Volksbank Rhein-Wehra in Bad Säckingen an, über einen Zusammenschluss zu verhandeln.

Die Banker in Offenburg gönnen sich derzeit nur wenig Verschnaufpause. Erst im Sommer 2020 war die Fusion der Volksbank in der Ortenau mit der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau von den jeweiligen Vertreterversammlungen abgesegnet worden, nun stürzen sich die Verantwortlichen in das nächste Großprojekt. Es wird die Genossenschaftsbank an der Spitze der größten Volksbanken im Südwesten halten.

Laut eigenen Aussagen entsteht durch den Zusammenschluss ein Institut mit rund 130.000 Mitgliedern und etwa 1.100 Mitarbeitern. Die aggregierte Bilanzsumme beider Banken liegt zum Jahresende 2021 bei mehr als zwölf Milliarden Euro. Das neue Geldhaus würde damit auch zu den größten Genossenschaftsbanken in Deutschland zählen. „Beide Banken haben eine vergleichbare Geschäftsausrichtung, sind wirtschaftlich sehr erfolgreich und verfügen über eine stabile Vermögensbasis“, begründen die Institute ihre Gespräche.

Das Vorhaben der Offenburger passt ins derzeitige Bild des genossenschaftlichen Lagers. Zwar gehen auch in der Corona-Krise nicht mehr Institute den Weg des Zusammenschlusses als früher, doch werden die Vorhaben immer ambitionierter. So haben die Offenburger nach ihrem Zusammenschluss mit den benachbarten Kollegen aus Achern im Jahr 2016 nur vier Jahre später die Ehe mit den Genossen in Villingen-Schwenningen unter Dach und Fach gebracht. Dabei sind die Gebiete der beiden Institute räumlich sogar getrennt. Und mit der nun zum Verbund stoßenden Volksbank Rhein-Wehra wird diese Logik weitergeführt.

„Erhebliche regionaler Ausdehnung“


Für den Co-Vorstandschef der Volksbank - Die Gestalterbank, Markus Dauber, sind angrenzende Geschäftsgebiete schon lange kein Grund mehr für Zusammenschlüsse von Kreditinstituten. Er spricht vielmehr von einer „Wertegemeinschaft“ und der Arbeit an einer gemeinsamen Idee. „Früher galt ausschließlich die Regel: ‚Nachbarbank fusioniert mit Nachbarbank‘. Heute beobachten wir, dass große erfolgreiche Volksbanken mit anderen großen erfolgreichen Volksbanken fusionieren. Es entstehen vermehrt Institute mit erheblicher regionaler Ausdehnung und Bilanzsummen jenseits der fünf Milliarden Euro“, sagt er.

Der Zusammenschluss mit der Volksbank Rhein-Wehra, deren Geschäftsgebiet sich zwischen Rheinfelden bis kurz vor die Tore von Waldshut-Tiengen befindet und tief in den Hochschwarzwald nach Bernau reicht, passt zu dieser Idee, die auch die Volksbank Karlsruhe Baden-Baden derzeit aktiv verfolgt. Und auch hier ist die Schlagzahl hoch. Bereits vor der abgeschlossenen Fusion der Volksbanken Karlsruhe und Baden-Baden Rastatt im vergangenen Jahr wurden Gespräche mit der VR Bank Enz plus in Remchingen aufgenommen, im Oktober setzen sich die Genossen in Pforzheim gleich mit an den Gesprächstisch. Mit knapp elf Milliarden Euro Bilanzsumme wird die neue Volksbankorganisation auf Platz zwei hinter den Offenburgern liegen.

Bei den Zusammenschlüssen geht es auf der einen Seite um mehr Schlagkraft bei der Vergabe von Krediten an große Unternehmenskunden, aber auch allbekannte Probleme sollen besser bewältig werden: Niedrigzinsen, zunehmende Regulatorik und der Fachkräftemangel. All das bindet Ressourcen und kostet am Ende jede Menge Geld. Größere Unternehmenseinheiten haben hier einen Vorteil.


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