Volksbanken planen weiteren Zusammenschluss

Baden-Baden (tas) – Die neue Volksbank Karlsruhe Baden-Baden wird wohl noch größer. Am Mittwoch teilte das Institut mit, dass ein weiterer Zusammenschluss verhandelt wird: mit der VR Bank Enz plus.

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das Institut steckt in Verschmelzungsprozessen.Foto: Monika Zeindler-Efler

© Monika Zeindler-Efler

Volksbank-Filiale in Baden-Baden: Das Institut steckt in Verschmelzungsprozessen.Foto: Monika Zeindler-Efler

Am 1. Juli soll die Fusion der Volksbanken Baden-Baden Rastatt und Karlsruhe offiziell besiegelt sein, doch die Wachstumspläne sind längst weiter gesponnen. Denn mit der VR Bank Enz plus aus Remchingen hat sich ein weiterer Partner ins Spiel gebracht, der das badische Institut noch ein Stück größer werden lassen möchte.
Am Mittwoch verkündeten das Geldhaus an der Pfinz gemeinsam mit der neuen Volksbank Karlsruhe Baden-Baden, dass sie Fusionsgespräche aufgenommen haben. Ziel: Ein Zusammenschluss mit Wirkung zum 1. Januar 2022. „Wir haben bereits in den vergangenen Monaten Sondierungsgespräche geführt und gemerkt, dass wir eine hohe Übereinstimmung haben“, sagt Jürgen Wankmüller, Vorstandschef der VR Bank.

Der Zusammenschluss der Nachbarbanken in Baden-Baden Rastatt und Karlsruhe sei für ihn und seine Vorstandskollegen Anlass für eine interne Strategiediskussion geworden, sagt Wankmüller. „Wir stellten uns die Frage: Wo soll es in den kommenden Jahren hingehen?“ Und obwohl das im ländlichen Raum angesiedelte Institut laut Wankmüller gut aufgestellt und erfolgreich sei, brauche eine Regionalbank künftig eine gewisse kritische Betriebsgröße, um sich auch künftig erfolgreich am Markt bewegen zu können.

Größe ist ein wichtiges Argument


Wankmüller sieht diese bei acht bis zehn Milliarden Euro Bilanzsumme. Und genau diese Spanne würde die künftige Volksbank mit dem Zusammenschluss erreichen. Zur Einordnung: Durch die Fusion der Volksbanken Karlsruhe und Baden-Baden Rastatt entsteht eine Genossenschaftsbank mit einer Bilanzsumme von 6,4 Milliarden Euro. Kommt nun noch die VR Bank Enz plus dazu, wäre die Größe von acht Milliarden Euro erreicht. Genau aus diesem Grund kamen für ihn auch keine Fusionsgespräche mit der nahe gelegenen Volksbank Pforzheim infrage. Mit rund drei Milliarden Euro Bilanzsumme ist sie aus Sicht von Wankmüller zu klein: „Wir wollen nur noch ein Mal fusionieren“, sagt er.

Von der Notwendigkeit, eine noch schlagkräftigere Bankeneinheit zu schaffen, ist auch der scheidende Vorstandschef der Volksbank Baden-Baden Rastatt, Hans Rudolf Zeisl, überzeugt: „Unsere Kunden sind zum Teil deutlich schneller gewachsen als wir selbst“, sagt er. Um sie weiter begleiten und die Eigenkapitalanforderungen bei der Kreditvergabe erfüllen zu können, sei Größe ein wichtiges Argument. Auch in die Digitalisierung müssten hohe Beträge investiert und einige Spezialisten rekrutiert werden. Eine große Bank könne dies besser stemmen und hier Synergien heben.

Trotz aller Fusionserfahrungen aus den vergangenen Jahren wird das neue Vorhaben jedoch kein Selbstläufer, sagt der Vorstandschef der Volksbank Karlsruhe, Andreas Lorenz. Natürlich hätten wir uns im Nachgang unserer erst im Mai beschlossenen Fusion mit der Volksbank Baden-Baden Rastatt ein klein wenig mehr Zeit zum Durchatmen gewünscht. Jedoch bietet sich nun die große Chance, durch den Zusammenschluss (...) eine leistungsstarke, konkurrenzfähige und zukunftssichere Ankerbank im Großraum Baden-Baden, Karlsruhe und dem Enzkreis zu gestalten.“

„Immer offen für Gespräche.“


Am Ende wird dann ein Institut mit rund 1.000 Mitarbeitern, 118.000 Mitgliedern, 265.000 Kunden, 46 Filialen und einem Kreditvolumen von über 5,5 Milliarden Euro stehen. Die neue badische Genossenschaftsbank, deren Namen sich dann noch einmal verändern dürfte, läge bezogen auf die Bilanzsumme weiterhin auf Platz drei der größten Volksbanken im Südwesten – nun aber nur noch knapp hinter der Volksbank Stuttgart. Auf Platz eins im Land ist die Volksbank eG – Die Gestalterbank mit Sitz in Offenburg.

Auch die VR Bank Enz plus ist vor einigen Jahren durch einen Fusionsprozess gegangen. Gleich vier Banken schlossen sich 2017 zusammen: die Volksbank Stein Eisingen, die Raiffeisenbank Bauschlott, die VR Bank im Enzkreis und die Volksbank Wilferdingen-Keltern. Ein Jahr vor der Verschmelzung mit der Volksbank Baden-Baden Rastatt hatte sich die Volksbank Karlsruhe mit der Spar- und Kreditbank Hardt in Eggenstein-Leopoldshafen zusammengeschlossen. Lorenz sieht hier noch kein Ende der Fahnenstange erreicht: „Die Banken befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Und wir sind immer offen für Gespräche.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
23. Juni 2021, 18:39 Uhr
Aktualisiert:
23. Juni 2021, 18:41 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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