„Volksschauspiele Ötigheim sind gerettet“

Ötigheim (as) – Gute Nachrichten zur Premiere auf der Freilichtbühne: Der Theaterverein erhält bis zu 680.000 Euro aus dem Corona-Nothilfefonds des Landes. Eine Insolvenz ist damit abgewendet.

Nichts mehr mit Alarmstufe Rot: Für die Volksschauspiele Ötigheim ist dank der Corona-Nothilfe finanziell alles wieder im grünen Bereich. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Nichts mehr mit Alarmstufe Rot: Für die Volksschauspiele Ötigheim ist dank der Corona-Nothilfe finanziell alles wieder im grünen Bereich. Foto: Frank Vetter/Archiv

Happy End für die Volksschauspiele Ötigheim: Bis zu 680.000 Euro erhält der Theaterverein aus dem Corona-Nothilfefonds der Landesregierung. Dank der guten Nachricht aus Stuttgart können die Darsteller bei der heutigen Premiere der Corona-Spielzeit auf der Freilichtbühne mit besonderer Leichtigkeit aufspielen. „Damit sind die Volksschauspiele gerettet“, sagt ein bewegter, erleichterter und dankbarer Bürgermeister Frank Kiefer im BT-Gespräch.

Komplette Saison 2020 abgesagt

Das Schreckensszenario der drohenden Insolvenz zeichnete sich bereits nach der pandemiebedingten Absage der Theatersaison 2020 ab. Von 600.000 bis 800.000 Euro Verlust war die Rede.

Durch das coronakonform auf die Beine gestellte Alternativprogramm 2021 ist schon aufgrund der geringeren erlaubten Zuschauerzahl mit weiteren Einbußen zu rechnen. Vor der Pandemie kamen jeden Sommer bis zu 100.000 Zuschauer nach Ötigheim. Aktuell liegt das aufgrund des Modellprojekts für Amateurtheater erlaubte Maximum bei 875 Besuchern pro Aufführung. Deshalb ist Kiefer froh, dass die Förderzusage des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Kultur die Möglichkeit beinhaltet, bei Bedarf nachzujustieren. Und sollte sich das Ergebnis 2020/21 besser darstellen, gibt es weniger Geld. „Das wird spitz abgerechnet“, erklärt Kiefer, der zugleich zweiter Vorsitzender des Theatervereins mit 1.400 Mitgliedern und zu normalen Zeiten 700 Aktiven ist.

Dem Land sei es ein Anliegen, den Fortbestand der 1906 gegründeten Freilichtbühne zu sichern. Die Volksschauspiele Ötigheim seien „ein herausragender kultureller Anziehungspunkt, der weit über die Grenzen Ötigheims hinausgeht und durch seine einzigartigen Inszenierungen besticht“, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski gestern in Stuttgart.

„Gemeinsamer Kraftakt“

Kiefer spricht vom Ergebnis eines „gewaltigen gemeinsamen Kraftakts“ von politischen Akteuren, ehrenamtlich Aktiven, Firmen und Privatleuten aus der ganzen Region: „Alle haben sich reingehängt und nach Kräften geholfen“.

Bereits bewilligt sind die Zuschüsse von Landkreis (150.000 Euro) und Gemeinde (50.000 Euro) – eine Grundvoraussetzung, um die Nothilfe überhaupt beantragen zu können (das BT berichtete). Daneben will die Erzdiözese Freiburg 20.000 Euro beisteuern, die Josef-Saier-Stiftung ist mit im Boot – und von Firmen und Privatleuten wurden bei der vom Verein initiierten Spendenaktion bis dato weitere 100.000 Euro eingesammelt.

„Das ist ein tolles Signal für die Kultur, für Ötigheim und die unzähligen ehrenamtlich Aktiven der VSÖ“, kommentierte der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Alexander Becker, ein Ötigheimer, die Mitteilung. „Das ist ein bärenstarkes Signal der Landesregierung, dass wir auch die Kultur im Land unterstützen und fördern“, freute sich auch sein Kollege Thomas Hentschel (Grüne).

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Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
11. Juni 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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