Volleyball: Bisons mit Sieg und Niederlage

Bühl (win) – Die Bühler Bundesliga-Volleyballer waren am Wochenende zweimal im Einsatz: Der Pleite gegen Düren folgte ein Pflichtsieg gegen VCO Berlin.

Endlich zurück: Bisons-Kapitän Alpar Szabo. Foto: Frank Seiter

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Endlich zurück: Bisons-Kapitän Alpar Szabo. Foto: Frank Seiter

Dürens Mann auf der Diagonale, der Chilene Sebastian Gevert, brüllte seine Freude hinaus, bejubelte mit jeder Faser seines Körpers den geglückten Punktgewinn, als habe er seiner Mannschaft gerade den Gewinn der deutschen Meisterschaft gesichert. Früh im ersten Satz des Spiels der Volleyball Bisons Bühl gegen den Gast aus Nordrhein-Westfalen geschah dies am Samstag erstmals und danach immer und immer wieder. Gevert tat das, was ein Führungsspieler tun muss, wenn die Unterstützung von den Rängen fehlt. Bühl fehlt solch ein Spieler. Bei der 0:3 (21:25, 21:25, 23:25)-Niederlage der Bisons gegen den neuen Tabellenführer wirkte es manchmal so, als Spiele eine abgeklärte Erwachsenenmannschaft gegen ein bemühtes, oft aber glückloses Team mit vielen jungen Volleyballern.

Kolevich: „Waren heiß auf den Sieg“

Ganz so hart wollte es Bühls Trainer Alejandro Kolevich dann aber nicht ausdrücken. „Düren hat Spieler mit viel Erfahrung, die auch Verantwortung übernehmen. Bei uns müssen die Spieler erst noch lernen wie es ist, wichtig fürs Team zu sein. Dieses Gefühl kennen die meisten bisher nicht.“ Immerhin gelang den Bisons am Sonntag, im zweiten Spiel des Wochenendes, gegen VCO Berlin, nach vier teils unglücklichen Niederlagen endlich ein Erfolgserlebnis. Das Nachwuchsteam aus der Hauptstadt wurde ungefährdet mit 3:1 (25:19, 25:20, 22:25, 25:14) geschlagen, dabei hatte Kolevich einigen Nachwuchsspielern lange Einsatzzeiten gegönnt: „Wir waren heiß auf den Sieg, das war ganz wichtig für unser Selbstvertrauen.“

Bei eigenem Aufschlag zu schwach

Auch mit dem samstäglichen Spiel seiner Mannschaft gegen Düren war Kolevich übrigens gar nicht so unzufrieden. „Vor allem bei gegnerischem Aufschlag waren wir richtig gut. Annahme und Angriff funktionierten. Bei eigenem Aufschlag waren wir allerdings auch richtig schwach.“ Was für den Bühler Trainer ganz ursächlich auch mit der Qualität der eigenen Aufschläge zusammen hing. „Da müssen wir wirklich besser werden. Wir machen zu wenig Druck.“ So wurde es auch für die Blockspieler sehr schwer, das gegnerische Spiel am Netz „zu lesen.“ Dürens Zuspieler Tomas Kocian, der einst in Bühl als Ersatz für Axel Jacobsen kaum über eine Statistenrolle hinaus kam, hat sich zu einem der besten Steller der Liga entwickelt und immer wenn er rechtzeitig unter dem Ball ist, gelingt es ihm, den gegnerischen Block zu narren. Ganze drei Blockpunkte in drei Sätzen gelangen Bühl, so wenig wie nie zuvor in dieser Spielzeit. Das änderte sich auch nicht wirklich, als der lange schmerzlich vermisste Spielführer Alpar Szabo gegen Ende des zweiten Satzes eingewechselt wurde. Immerhin wurden ab diesem Zeitpunkt die direkten Einschläge des Dürener Angriffs seltener. Erst im dritten Satz, als die Gäste bereits auf 14:8 enteilt waren, gelangen Bühl dann zunehmend auch spektakuläre Aktionen und eine Aufholjagd, die die Hausherren bis auf 21:22 heranbrachte, letztlich ließ sich Düren den Erfolg – und den Sprung an die Tabellenspitze – nicht mehr nehmen.

Youngster Gallas trumpft auf

Ganz anders lief das gestrige Spiel gegen Berlin, sechs direkte Aufschlagpunkte und zehn Blockpunkte zeigen, dass man dem Gegner den Spielaufbau spürbar schwerer gemacht hatte. In diesem Spiel waren die Bisons das abgeklärtere Team, das seine spielerischen Vorteile konsequent in Punkte ummünzte. Hinzu kamen die persönlichen Erfolgserlebnisse. So war Nachwuchsmann Simon Gallas im ersten Satz mit fünf Punkten bester Scorer seines Teams, und freuen durfte sich auch Mathäus Jurkovics über zwei direkte Aufschlagpunkte. Der österreichische Mittelblocker war mit insgesamt zwölf Punkten zudem bester Bühler Scorer und durfte sich nach Spielende über die Auszeichnung zum MVP freuen. Bereits am Mittwoch folgt der Auftritt in Friedrichshafen.

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Erstellt:
14. Dezember 2020, 07:30 Uhr
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