Vollsperrung auf der Bühler Hauptstraße

Bühl (sre/ans) – Seit Freitagnachmittag ist die Rheinstraße vom Nordkreisel in Richtung B3 in einer Einbahnstraßenregelung wieder befahrbar. Dafür ist nun seit Montag die Hauptstraße dicht.

Die Arbeiten an den Gashochdruckleitungen an der Kreuzung von Rhein- und Steinstraße haben zu einer Verzögerung der Baustelle geführt. Foto: Siegfried Kachel

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Die Arbeiten an den Gashochdruckleitungen an der Kreuzung von Rhein- und Steinstraße haben zu einer Verzögerung der Baustelle geführt. Foto: Siegfried Kachel

Eigentlich hätte die Vollsperrung in der Rheinstraße bereits Ende Juli in eine Einbahnregelung umgewandelt werden sollen, berichtet Wolfgang Schuchter, städtischer Abteilungsleiter Tiefbau, im BT-Gespräch. Zu den vier Wochen Verzögerung kam es, weil ein Bagger bei den Bauarbeiten eine Gashochdruckreinigung beschädigte.

„Es war zu keinem Zeitpunkt Gefahr in Verzug“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Rüdiger Höche mit Blick auf den Vorfall. Der Bagger habe lediglich die Isolierung der Stahl-Leitung angekratzt, die diese vor Korrosion schütze. Die Gefahr einer Explosion habe nicht bestanden. Allerdings habe man die Leitung im kompletten Kreuzungsbereich von Rhein- und Steinstraße ausgetauscht und im Zuge dessen auch einige strukturelle Verbesserungen eingebaut.

Abteilungsleiter Schuchter erläutert den weiteren Verlauf: „Jetzt wird der Kreisel gebaut.“ Dieser werde in zwei Abschnitten erstellt: Zunächst werde auf der Südseite gearbeitet, während die Autos auf der Nordseite fahren, danach werde getauscht. Man sei froh, dass der Verkehr auf der „zweitwichtigsten Straße in Bühl“ nun immerhin stadtauswärts wieder fließen könne. Anders sieht es bei der für den Verkehr „wichtigsten Straße“ der Zwetschgenstadt aus: In der Hauptstraße begannen gestern die Arbeiten. Der Start der dortigen Vollsperrung sei seiner Beobachtung nach „unproblematisch verlaufen“, meint Schuchter. Allerdings seien aufgrund der noch andauernden Ferienzeit auch weniger Autos unterwegs als normalerweise. Die Vollsperrung soll noch bis 26. September andauern, danach ist eine halbseitige Sperrung bis 23. Oktober vorgesehen. In dem Bereich verlegen die Stadtwerke laut Höche Versorgungsleitungen für die Neubauten in der Hauptstraße. Außerdem wird eine 70 Jahre alte, marode Wasserleitung in der Hauptstraße getauscht.

Gemischte Gefühle bei Einzelhändlern

Die Stimmung bei den Inhabern und Mitarbeitern von Ladengeschäften in der Bühler Hauptstraße bezüglich der neuen Baustelle ist gemischt. Jutta Grafe, Inhaberin des Fotogeschäfts „Grafe Fotografie“, ist sich sicher, dass eine Baustelle das Geschäft immer beeinträchtigt. Sie befürchtet, dass einige Kunden sich durch die erschwerte Anfahrt anderswohin orientieren könnten. „Die Leute suchen sich immer den Weg des geringsten Widerstandes“, sagt die Geschäftsinhaberin. Grafe betont aber auch, dass die Läden in der Rheinstraße durch die dortigen Bauarbeiten viel stärker betroffen gewesen waren, als sie es nun selbst seien. Zwar liege ihr Fotografiegeschäft auf der südlichen Hauptstraße, aber „zum Glück“ fänden die aktuellen Bauarbeiten „nicht direkt vor der Tür“ statt.

Manuela Krämer von „Grafe Fotografie“ sieht noch ein weiteres, den Verkehr betreffendes Problem: „In 14 Tagen macht die Schule wieder auf, das wird verkehrstechnisch eine Katastrophe.“ Auch Melanie Braun, Mitarbeiterin in der Buchhandlung „Osiander“, spricht von einem „schlechten Timing.“ Aus ihrer Sicht wäre ein Baubeginn am Anfang der Ferienzeit sinnvoller gewesen.

Dies war laut dem Abteilungsleiter Tiefbau aber nicht möglich: Nicht nur musste man abwarten, bis die Rheinstraße halbseitig wieder befahrbar war, sondern es musste auch der für die Neubauten in der Hauptstraße aufgestellte Kran erst abgebaut werden. Auch dies sei erst im August erfolgt, so Schuchter.

Kritik an Informationspolitik

Generell steht Osiander-Mitarbeiterin Braun der Vollsperrung eher kritisch gegenüber. Zwar seien Bauarbeiten notwendig, dennoch könne sie sich vorstellen, dass durch eine Sperrung die Zufahrt zum Parkhaus erschwert werde und somit weniger Kunden in die Bühler Innenstadt kämen. Als Anwohnerin in der Hauptstraße ist sie zudem direkt von der Baustelle betroffen. Vonseiten der Stadt hätte sie sich eine persönliche Vorabinformation per Post gewünscht. Es sei Zufall gewesen, dass sie jemand aus ihrem Bekanntenkreis auf einen Zeitungsartikel über die Bauarbeiten aufmerksam gemacht habe, berichtet sie.

Rebecca Bähr, die bei „Ketterer Sicherheitstechnik“ im Verkauf tätig ist, hat laut eigener Aussage bisher noch keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft festgestellt. Am ersten Tag sei es einfach noch zu früh, um die Auswirkung auf Umsatz und Kundschaft abschätzen zu können, meint sie.

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Erstellt:
1. September 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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