Vollzeitstelle für Bühler Ranger angedacht

Bühl/Bühlertal (ABB) – Nach dem Weggang des Rangers des Bühler Waldhägenich will man die Stelle attraktiver machen. Anvisiert werden eine Vollzeitstelle und eine Zusammenarbeit mit Bühlertal.

Das Naturschutzgebiet Waldhägenich gibt es seit mehr als 30 Jahren. Nun sucht Bühl mal wieder einen Ranger.  Foto: Jörg Seiler/Archiv

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Das Naturschutzgebiet Waldhägenich gibt es seit mehr als 30 Jahren. Nun sucht Bühl mal wieder einen Ranger. Foto: Jörg Seiler/Archiv

Wann bekommt das Naturschutzgebiet Waldhägenich in Bühl wieder einen Ranger? Und was kann man tun, einer qualifizierten Fachkraft eine solide Lebensgrundlage und vor allem eine Perspektive zu bieten? Das Thema wird in der Zwetschgenstadt schon länger diskutiert. Nun deutet sich eine Lösung an. Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr bestätigte, dass die 50-Prozent-Stelle des Schutzgebietbetreuers zum Vollzeitjob aufgewertet werden soll.

Dass der Waldhägenich allein eine volle Stelle nicht hergibt, scheint klar zu sein, und so blickt man aus dem Rathaus Richtung Schwarzwald – konkret auf das Landschaftsschutzgebiet Bühlertal, das östlich der ehemaligen Bundesstraße 3 beginnt. Dort möchte Bühlertal eine Fachkraft zur Koordinierung und Überwachung der vielfältigen Aufgaben installieren. Eine der Tätigkeiten ist die Offenhaltung der ganz besonderen Kulturlandschaft, zu der der markante Engelsfelsen mit seinen Trockenmauern gehört. Eine weitere Problemstellung geht in Richtung brachliegende Rebgrundstücke, verdeutlicht Bühlertals Bürgermeister Hans-Peter Braun. Wie das personell einmal aussehen wird, darüber würden noch Gespräche geführt.

Fehlende berufliche Perspektive

Zur Geschichte: Nachdem Schutzgebietsbetreuer Matthias Mößner, wie kürzlich berichtet, nach nur einem Jahr Mittelbaden Richtung Bayern verlässt, ist Bühl auf der Suche nach einem Nachfolger. Dabei handle es sich um eine Projektleitungsstelle im ornithologischen Naturschutz: „Die Entscheidung habe ich schweren Herzens getroffen“, sagte Mößner beim Abschied. „Aber diese einmalige Chance, die sich mir geboten hat, möchte ich ergreifen.“

Das kann bei seinem fachlichen Hintergrund nicht verwundern. Seit Kindesbeinen interessiert er sich für die Ornithologie, sagte Mößner bei seiner Vorstellung. Ein hoch qualifizierter Fachmann, der eine halbe Stelle auf Dauer nicht als berufliche Perspektive betrachten dürfte. Derzeit ist der Job also vakant, allerdings ist das sensible Ökosystem, gleichzeitig eine im weiten Umkreis beliebte Erholungslandschaft, nicht ohne Betreuung. Die Aufgabe werde vom aktuellen Absolventen des Bundesfreiwilligendiensts wahrgenommen – dazu sei dessen Zeitvertrag etwas verlängert worden. „Wir sind mit dem Mann sehr zufrieden“, sagt Bühls OB. Die Stadt drückt aber aufs Gas: Möglichst im Dezember hofft die Verwaltung, die Stelle ausschreiben zu können, idealerweise ist dann ein Nachfolger für Matthias Mößner zu neuen Konditionen bereits im Frühjahr 2022 im Amt – so zumindest der Plan.

Ein nicht immer vergnügungssteuerpflichtiger Job

Der Waldhägenich und sein Ranger: Das ist in Bühl zu einem Politikum geworden. Ein Vierteljahrhundert gab es Konstanz – mit Joachim Doll, der den nicht einfachen und teilweise auch nicht vergnügungssteuerpflichtigen Job mit Hingabe gemacht hat, obwohl es sich nur um eine halbe Planstelle handelte. Es ist eine Aufgabe mit großer Außenwirkung.

Der Ranger ist viel im Schutzgebiet Waldhägenich unterwegs, spricht mit Landwirten, Anglern und Jägern, aber auch mit den zahlreichen Spaziergängern und Radfahrern, die in dem 600 Hektar großen Landschafts- und Naturschutzgebiet Erholung suchen. Das tut Not, wie die Ranger-Berichte im Bühler Gemeinderat mit schöner Regelmäßigkeit zeigen, und führt ebenso regelmäßig zu Konflikten. Ein Teil der Besucher hält sich eben nicht an die Spielregeln. Rund die Hälfte der Fläche im Waldhägenich ist Naturschutzgebiet, der Rest Landschaftsschutzgebiet. Ein Drittel des Areals ist Wald. Flora wie Fauna ist gleichermaßen wertvoll. Die dortigen Wiesen sind eine historische Kulturlandschaft.

Ihr Autor

ABB-Redakteur Jörg Seiler

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Erstellt:
3. November 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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