Vom „Erbprinz“ ins Murgtal

Gaggenau (tom) – Zwei Gastronomen machen in Ottenau aus dem Kulturcafé das „Restaurant Vinophil“.

Küchenchef Julian Meiswinkel (links) und Sommelier Bruno Escudeiro Craveiro wollen im Steinbeis-Haus neue Akzente setzen. Foto: Senger

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Küchenchef Julian Meiswinkel (links) und Sommelier Bruno Escudeiro Craveiro wollen im Steinbeis-Haus neue Akzente setzen. Foto: Senger

Ihrer beider Lebensläufe haben bereits einige namhafte Einträge. Als bisher letzte Station können Bruno Escudeiro Craveiro und Julian Meiswinkel das Hotel-Restaurant „Erbprinz“ in Ettlingen vorweisen. Nun wollen sie im Murgtal ein Glanzlicht setzen: Im bisherigen Kulturcafé im Steinbeis-Haus in Ottenau werden sie das „Restaurant Vinophil“ eröffnen – möglichst im Mai, die Umbauarbeiten sind im Gange.

Zuletzt hatte dort Gaby Dohm ihr beliebtes Kulturcafé nur noch für ausgewählte Konzertveranstaltungen geöffnet. Insbesondere gesundheitliche Gründe waren ausschlaggebend, neben Mangel an Personal. Nun soll in der Lokalität im Erdgeschoss des Steinbeis-Hauses wieder regelmäßig gegessen und getrunken werden.

Was erwartet die Besucher? „Keine typische Gourmetküche“, aber auch nicht im Billigsegment werde man um Gäste werben, betonen die beiden. „Regional, saisonal“ werde gekocht, modern, mit klassischer Basis. „Vorspeisen zwischen neun und 14 Euro, Hauptgang von 18 bis 25 Euro“ umreißen sie ihr Konzept: „Nicht überteuert, nicht billig, sondern den Preis wert“, sagt Bruno Craveiro. „Fair und ehrlich“, ergänzt Julian Meiswinkel, „aber ich werde den Teller nicht überladen. Qualität ist das A und O.“ Deshalb werde es im „Vinophil“ garantiert „keine Tütchenküche mit fertigen Beilagen“ geben.

Als Restaurantleiter und Sommelier im „Erbprinz“ will Craveiro auch im „Vinophil“ entsprechende Akzente setzen. „Weine in allen Preisbereichen“ werde man im Ausschank haben, das Glas zwischen 3,50 und 15 Euro. Auch Weinworkshops sind geplant, „aber etwas anders als sonst üblich“. Freude vermitteln, gute Laune haben, dabei Weine erraten und lernen, gute Tropfen zu verstehen, das werde in Ottenau ganz wichtig sein – neben guten Speisen.

„Wissen, dass wir langen Atem brauchen“

Koch- und Grillkurse, Sushi-Workshops, auch dazu gehen ihm und Julian Meiswinkel die Ideen nicht aus.

„Wir sind Fachleute“, sagen die beiden nicht ohne Stolz, und mit Fachleuten wolle man als inhabergeführtes Restaurant den Stamm der Mitarbeiter aufbauen. Eine Köchin aus dem „Deidesheimer Hof“ werde dabei sein, auch der Barmann sei vom Fach.

In Küchentechnik und Kühlhaus wurde investiert, auch wenn nicht alle Neuerungen, gleich zu Beginn umgesetzt werden. „Wir wissen, dass wir in der jetzigen Zeit einen langen Atem brauchen“, versichert Craveiro. Mit seiner Frau Andrea hat sich der heute 39-Jährige vor zwölf Jahren ein Häuschen in Gernsbach gekauft, dort wohnt die Familie mit ihren zwei Kindern. Geboren wurde er in Brasilien; mit sieben Jahren kam er nach Deutschland, im „Deidesheimer Hof“ absolvierte er die erste berufliche Station: die Ausbildung zum Hotelfachmann. Sackmann, Bühlerhöhe und „Traube Tonbach“ sind nur einige seiner Wegmarken.

Julian Meiswinkel (32) bezeichnet sich als „Ur-Kuppener“; in die Knöpflestadt will er seinen Wohnsitz wieder verlegen. Die Pfadfinder dort werden es gerne vernehmen, schließlich ist er bei ihnen seit dem achten Lebensjahr dabei. Steigenberger Baden-Baden war seine erste berufliche Station. Seit 2017 ist er Bankettküchenchef im „Erbprinz“.

Die Zielgruppe für ihr „Restaurant Vinophil“ sei im Murgtal auf jeden Fall vorhanden, betonen die beiden Gastronomen. 40 bis 50 Sitzplätze drinnen, ebenso viele draußen, das sei eine gute Basis. Auch in Familien werde gerne und gut gegessen, deshalb plane man eine Öffnungszeit ab 17 Uhr. Sonntag und Montag sind Ruhetage.

Die Steinbeis-Studenten werden ebenfalls nicht hungern müssen. Für sie will Gaby Dohm tagsüber da sein. Am Nachmittag übernehmen dann Craveiro und Meiswinkel das Regiment im Restaurant. Mensa und „Vinophil“, das seien aber zwei getrennte Unternehmen, erläutern sie.


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