Vom Fliesenleger zum Pädagogen

Gaggenau (stn) – Volker Symannek ist der neue Leiter des Jugend- und Familienzentrums Gaggenau. Bei seiner Arbeit hat er die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen immer im Blick.

Volker Symannek möchte mit den Kindern und Jugendlichen das Jufaz-Programm gestalten. Foto: Nora Strupp

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Volker Symannek möchte mit den Kindern und Jugendlichen das Jufaz-Programm gestalten. Foto: Nora Strupp

Das Jugend- und Familienzentrum (Jufaz) hat seit Dienstag einen neuen Leiter. Volker Symannek (49) widmet sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wie seine Arbeit im Jufaz zukünftig aussehen könnte, davon hat er schon genaue Vorstellungen. Symannek folgt auf Laura Kolsch, die aus privaten Gründen eine neue Stelle in Karlsruhe angetreten hat.

Gelernt hat Symannek den Beruf des Fliesenlegers, im Anschluss an die Ausbildung arbeitete er als Ergotherapeut. „Schon als Ergotherapeut habe ich mich um junge Leute gekümmert. Aber dann dachte ich, auch gesunde Kinder brauchen Unterstützung“, erzählt der alleinerziehende Vater einer 19-jährigen Tochter. Und so entschied er sich, noch eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher dranzuhängen. Nebenher arbeitete er als Krankheitsvertretung im Jugendtreff Kreuzmatt in Kehl. Diese Vertretung wurde schließlich zur Festanstellung, in der er zehn Jahre lang blieb.

Dann entdeckte er im Internet die ausgeschriebene Stelle des Jufaz-Leiters. „Die Anzeige hat mich direkt angesprungen. Es ist so toll, was der Verein hier alles macht wie etwa das Spielmobil“, erzählt der 49-Jährige. Von seinem ersten Arbeitstag in Gaggenau schwärmt er geradezu: „Ich wurde super und herzlich empfangen. Alle sind lieb und offen. Ich habe ein gutes Gefühl und bin sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat.“

Immer mit einem Ohr bei den Jugendlichen

Seine Rolle als neuer Leiter nimmt er sehr ernst. „Ich sehe mich als Anwalt, als Vertreter der Jugendlichen. Ich habe immer ein Ohr bei ihnen und frage ,Was wollt ihr?‘. Sie können mit ihren Wünschen und Bedürfnissen immer zu mir kommen und ich helfe dann dabei, sie umzusetzen.“ Er betont, dass es mit ihm kein „vorgesetztes Programm“ geben soll. Vielmehr werde das Programm mit den Kindern und Jugendlichen zusammen gestaltet.

„Ich bin ein Praktiker“, sagt er von sich selbst, „und ich möchte Kindern etwas durch Tun vermitteln. Dann zeigen sie mehr von sich und man bekommt eine bessere Bindung und Beziehung zu ihnen.“ Daher legt er bei seiner Arbeit den Fokus auf Erlebnispädagogik, die das Ziel hat, das Gruppen- und Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken.

Wichtig sei ihm zudem, dass Kinder und Jugendliche im Jufaz jeweils einen eigenen Raum für sich haben. „Jugendliche sind schnell genervt, weil Kinder lauter sind und viel herumrennen. Jugendliche sind mehr gechillt. Das muss man trennen, sonst verliert man sie.“

„Musikraum für Jugendliche fehlt“

In den Jufaz-Räumen sieht er großes Potenzial. Der Sport- und Chillraum, die Näh- und Holzwerkstatt sowie der Bastelraum bieten viele Möglichkeiten. „Anhand der zahlreichen Materialien sieht man, dass der Verein mit viel Herzblut dabei ist. Aber es ist echt schade, dass es keinen Musikraum gibt. Jugendliche wollen laut Musik hören. Das fehlt.“

Zudem würde er mit den Kleinen gerne auch mal einen Ausflug machen. Die Anschaffung eines Busses würde er daher begrüßen, betont Symannek, der in seiner Freizeit gerne mit seinem Neufundländer in der Natur spazieren und campen geht, bastelt und Metal-Musik hört. Darüber hinaus könnte er sich für das Jufaz irgendwann einmal freitags auch längere Öffnungszeiten vorstellen, etwa bis 22 oder 24 Uhr. „Ich wäre schon gerne bereit, das für die Jugendlichen zu machen.“ Ab kommender Woche ist das Jufaz wieder von Dienstag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr geöffnet.

www.kindgenau.de

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
5. Juni 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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