Vom Schwarzwald in die Welt

Baden-Baden (dk) – Der Bénazet Schwarzwald Gin aus Baden-Baden wurde in China und Hongkong zum Gin des Jahres gekürt. Frank Strei hat ihn zusammen mit einer Brennerei in Achern entwickelt.

Klassisch und ebenfalls preisgekrönt: Die Flasche des Gins. Foto: Bongartz/Bénazet Schwarzwald Gin

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Klassisch und ebenfalls preisgekrönt: Die Flasche des Gins. Foto: Bongartz/Bénazet Schwarzwald Gin

Seit mehr als 200 Jahren kommen die Russen nach Baden-Baden. Wir haben aber nichts typisch Russisches, was wir ihnen anbieten können“, stellt Frank Strei fest und ergänzt: „Wenn Sie nach Amerika reisen, bekommen Sie doch auch ohne Probleme deutsches Bier.“ Der Wahl-Baden-Badener Frank Strei wollte ein Produkt entwickeln, das einerseits dem Geschmack der Gäste entsprach, andererseits auch Regionalität ausstrahlte. Vor etwa drei Jahren brachte er den „Benazet Vodka“ auf den Markt.

Jetzt ist er auf den Wacholderbranntwein gekommen: Der „Bénazet Schwarzwald Gin“ wird in Achern gebrannt – und wurde nun in China und Hongkong zum Gin des Jahres gekürt. Bei den China Wine and Spirits Awards (CWSA) 2021 bekam er den Titel „Gin of the Year“ sowie eine CWSA-Medaille in Doppel-Gold. Was ihn am meisten freute, sei die Tatsache, dass seine Kreation viele erfolgreiche Gin-Marken überholt hatte.

Für Strei bedeutet dieser Preis, dass der Gin, den er zusammen mit einem Brenner in Achern entwickelt hatte, sich auch weltweit verkaufen lasse: „Ich habe auch schon ein paar Flaschen nach Japan verschickt – und nach New York.“

Der Name seiner Spirituosen und das Logo erinnern an die einflussreiche Familie Bénazet, die im 19. Jahrhundert das Casino, das Theater am Goetheplatz und die Rennbahn erbaut hatten und damit die Stadt zu Attraktivität verholfen hatte.

Lange mit Moltebeere experimentiert

Nachdem der Wodka gut ankam, „habe ich mich gefragt, ob es eine Herausforderung wäre, einen guten Gin zu machen“, erzählt Strei. In Zusammenarbeit mit dem Brenner habe er versucht, „viel Geschmack in das Destillat hineinzubringen“. Lange habe er mit der Moltebeere experimentiert – um sich nach einem längeren Prozess des Immer-wieder-Probierens schließlich gegen sie zu entscheiden. Neben dem für Gin unerlässlichen Wacholder sorgen Preiselbeere, Zitrone, Orange, Lavendel, Piment, Zimt, Ingwer sowie weitere Kräuter und Gewürze für eine frische Zitrusnote und eine unverkennbare Schärfe.

„Wir versuchen, die meisten Zutaten aus dem Schwarzwald zu bekommen“, betont Strei, der auch auf die Vielzahl der Brennereien hinweist, die es in Baden-Württemberg gibt. Bei der Herstellung von Gin spielt das Wasser eine bedeutende Rolle. Für den Bénazet wird deshalb Schwarzwälder Quellwasser genutzt, dass in der Nähe der Acherner Brennerei der Rosenbachquelle entspringt. Dieses Wasser sei verantwortlich für die milde und geschmeidige Note des ansonsten geschmacklich vielschichten Trend-Getränks, das in kleinen Chargen auf „Schwarzwälder Kuperbrennblasen fein destilliert“ werde, so Strei.

Auch die Verpackung spielt eine wichtige Rolle: „Zeitweise hatte ich 400 Flaschen zu Hause“, erzählt er, wie er sich für Anregungen für das Design holte.

Entschieden hat er sich schließlich für eine schlichte matt-olivgrüne Flasche, die der Designer Marc Braun speziell für das Baden-Badener Produkt entworfen hat. Der Glaskörper, der Kegel, Zylinder und Kugel vereint, wurde laut Strei unter anderem mit dem German Design Award und dem If Design Award ausgezeichnet. Die Krönung der Flasche ist ein gläserner Vinolok-Verschluss mit Holzgriff. Verpackt ist das Ganze in einem Karton mit Camouflage-Muster.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Daniela Körner

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Erstellt:
15. Mai 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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