Masterplan für Parkanlage Bühlertal steht

Bühlertal (fvo) – Mehr Sicherheit, mehr Erlebnis: Das verspricht der Masterplan für die Parkanlage rund ums Haus des Gastes. Bauchschmerzen bei der weiteren Ausgestaltung hatte die CDU - kostenhalber.

So könnte es mal aussehen: Der untere Bereich zwischen Parkplatz Bühlot-Bad und Touristinfo. Foto: Gemeinde Bühlertal/jv/Infografik

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So könnte es mal aussehen: Der untere Bereich zwischen Parkplatz Bühlot-Bad und Touristinfo. Foto: Gemeinde Bühlertal/jv/Infografik

Der grobe Masterplan steht, die Feinheiten folgen, zumindest was die Parkanlage rund ums Haus des Gastes (Bühlot-Bad bis Laubenstraße) angeht. Der Gemeinderat Bühlertal hat den Sachstandsbericht bei den landschafts- und verkehrsplanerischen Leistungen per Zwei-Drittel-Mehrheit abgesegnet und weitere Leistungen vergeben. Bauchschmerzen hatte einzig die CDU.

„Wir brauchen Kostensicherheit. Die konkreten Zahlen müssen auf den Tisch“, schärfte Bauamtsleiter Norbert Graf zuvor nochmal ein, zumal Teile des Vorhabens den dritten Abschnitt der Sanierung Hindenburgstraße (für 2023) tangieren, vor allem aber um noch an das städtebauliche Sanierungsprogramm im Obertal anzudocken (Laufzeit bis April 2024). Mit 10 zu 5 Stimmen hat der Gemeinderat letztlich das Planungsbüro Stadt Landschaft Plus mit den Leistungsphasen 1 bis 3 beauftragt – zu einem Honorar von 24.157 Euro. Die verkehrsplanerische Ausarbeitung bis zur Entwurfsplanung wurde bereits Ende 2020 an das Büro Koehler und Leutwein (Karlsruhe) vergeben.

Verkehrsrelevanter Eingriff ist insbesondere der Verzicht auf die Bus-Haltebucht talaufwärts auf Schwimmbad-Höhe, sie soll (wie auf der Gegenseite) barrierefrei an den Straßenrand verlegt werden – relativ zeitnah. Die erforderlichen 88 Meter Bordstein in der Bucht waren nicht realisierbar. „Vorteil: Der Straßenraum verschmälert sich“, so Verkehrsplaner Frank Rogner. Erwünschter Nebeneffekt: Geschwindigkeitsreduzierung und Verkehrsberuhigung. Von größerer Staugefahr geht Graf ob der geringen Bustaktung nicht aus. Er verweist vielmehr auf den ohnehin anstehenden barrierefreien Ausbau der Haltestellen im Ort. Auch mit Blick aufs barrierefreie Konzept des Bads mache das Ganze Sinn.

Zur Sicherheit der Fußgänger sind im Verlauf der L83 zudem mehrere Querungshilfen via Mittelinsel vorgesehen, zusätzlich auch beim Haus des Gastes (oberhalb des Abzweigs). In der Kurve selbst seien die Sichtverhältnisse laut Rogner zu ungünstig. Als „wesentliche Verbesserung“ ist auch von Touristinfo zum Engelssteig eine fußläufige Anbindung vorgesehen, nicht weniger die Querung südlich der Schwimmbad-Ausfahrt zu den gegenüberliegenden Stellplätzen. Die vorhandene Unterführung hatte ohnehin wenig Zukunft. Das steile Gefälle sei laut Bürgermeister Hans-Peter Braun weder gehfreundlich nochkinderwagentauglich.

Weiterer Pluspunkt könnte eine Multifunktionsfläche gegenüber der Schwimmbad-Ausfahrt werden, die durch die neue Gehwegführung entstehen soll. Hier sei ein Spargel-/Erdbeerstand, aber auch ein Hähnchengrill denkbar. Mit mehreren schräg angeordneten Stellplätzen talwärts gegenüber dem Bushalt sei jetzt geordnetes Parken möglich, sie seien gut einfahrbar und dank verlängertem Fahrbahnteiler sicher vor heiklen Umkehr- oder Busüberholmanövern. Die Plätze bei der Touristinfo sollen beibehalten werden. Alles vorbehaltlich der Absegnung durch die Verkehrsbehörde.

„Erlebbarmachen der Bühlot“

Bei der Gestaltung der Freianlagen verspricht man sich ebenfalls „wesentliche Verbesserungen“. Wie Landschaftsarchitektin Corinna Wassermann mitteilt, geht es konzeptuell um „ein Stückweit Erlebbarmachen der Bühlot“. Am Bachbett könne man wenig ändern, darum laute die Zielrichtung näherans Ufer ran, etwa mit einem Fußweg zwischen Dampfmaschine und Bühlot. Im Fokus steht auch, den Brunnen beim Haus des Gastes behindertengerecht umzugestalten, ebenso eine stufenlose Verbindung zur Kapelle. Das Grüngelände zwischen Haus des Gastes und Laubenstraße könnte indes zur Spielwiese mutieren, hier ist nebst einer spielerischen Wasserführung ein zentraler Platz anvisiert, auf dem man Märkte oder kleine Events abhalten kann. Hinzu kommen Spielplatzelemente, die die Geschichte der Bühlot und ihre Verbindung mit Holz und Wasser nahebringen: Wasserspiele, Wasserfälle, Wasserrad. Das Ganze sei eine „weitgedachte Vision“, so Wassermann, der Masterplan fungiert laut Landschaftsarchitektenkollege Clemens Appel quasi als „Erinnerungsbuch“, auf das man auch in späteren Zeiten en detail zurückgreifen kann.

So gut die Ideen auch ankamen, für Bauchweh sorgt bei der Parkanlagengestaltung indes die aktuelle Kostenberechnung von 456.300 Euro. Vor allem bei der CDU, die mit Blick auf die angespannte Finanzsituation und parallel laufende Großprojekte am liebsten mit weiteren Ausarbeitungen zugewartet hätte. „Die Kosten sind enorm“, fand Volker Blum. Es sei unwägbar, wie sich das Jahr finanziell entwickle. Auch die SPD sprach von einem „unheimlich hohen Betrag“, doch die Kostenberechnung müsse auf den Tisch, so habe man eine „saubere Entscheidungsgrundlage“, fand Peter Ganter. „Wir wollen sehen: Was kostet was und wo kann man einsparen?“ Insgesamt sprach er von einer gelungenen Planung und strukturierten Parkgestaltung. Er riet jedoch, mit Blick auf die sicher zunehmende Attraktivität des Bühlot-Bads die Anzahl der Stellplätze nicht zu vernachlässigen. Die Querungen seien hilfreich, das Konzept trage zur Verkehrsberuhigung bei. Das findet auch Stefan Ursprung (FBV), gerade der neuralgische Schwimmbad-Bereich sei „sehr offenherzig“ und von zeitweiligemVerkehrschaosgeprägt. Ob das Stellplatzkonzept das entzerre, sei fraglich. Eine Kostenaufschlüsselung sei unabdingbar. „Ohne Beauftragung wissen wir nicht, wo wir stehen.“ Seine Anregung zur Unterführung: als Lagerraum nutzen.

Auch Bürgermeister Braun fand: „Wir vergeben uns nichts damit.“ Die Gelder seien in der Finanzplanung drin, selbst mittelfristig (2025/2026), wie Kämmerer Tobias Polley attestierte. Die Maßnahme Parkanlage soll frühestens 2024 umgesetzt werden. Zeitiger geht es unten weiter: Bezüglich der Verkehrsführung will sich das Bauamt parallel zur Erstellung der Entwurfsplanung mit den Fachbehörden besprechen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
17. Februar 2022, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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