Vom alten KSC-Stadion ist nichts mehr zu sehen

Karlsruhe (for) – Der Neubau im Karlsruher Wildpark schreitet voran – dennoch ist unklar, ob der Zeitplan eingehalten wird.

Die alte Haupttribüne im Wildpark. Foto: GES/Markus Gilliar

© GES/Markus Gilliar

Die alte Haupttribüne im Wildpark. Foto: GES/Markus Gilliar

Nach vollendetem Abriss der alten Haupttribüne hat im Karlsruher Wildparkstadion auch der Neubau der Haupttribüne begonnen. Oberbürgermeister Frank Mentrup sprach vom „Herzstück und Hirn“ des neuen Stadions, dessen Inbetriebnahme nach derzeitigem Stand weiterhin im Sommer 2022 erfolgen soll.

„Schwierigkeiten bei Materialbeschaffung“

Bisher liege man absolut im Zeitplan, doch inzwischen gebe es pandemiebedingt Unwägbarkeiten: „Die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung werden größer.“

Vom alten Stadion ist inzwischen nichts mehr zu sehen, nachdem erst kürzlich die letzten Träger der alten Haupttribüne entfernt wurden, klafft im südlichen Bereich bereits ein Loch, wo demnächst die Bodenplatte der neuen Haupttribüne betoniert werden soll. Weiter im Norden graben sich noch mehrere Bagger ins Erdreich, Lkw um Lkw wird gefüllt, permanent wird der Aushub abgefahren.

Frank Nenninger, Chef der städtischen Kasig und somit so etwas wie der Bauherr im Stadion, sagt: „Wir liegen oberhalb des Grundwassers, das geht jetzt fix.“ Auf der Bodenplatte soll dann die Ebene 0 folgen, die Fanshop, Clubgaststätte, Spielerbereich, Werkstatt, Polizeiwache und Räumlichkeiten für die Rasenpfleger beherbergen wird. Eine Etage höher sind die Promenade und der Eventbereich vorgesehen, danach folgen zwei Etagen mit Business-Bereichen und ganz oben, auf der vierten Ebene, sind Leitstelle, Technikräume, Geschäftsstelle und Büroräume eingeplant.

Ab Juli: Abbau der provisorischen Nordtribüne

Wie das Stadion mal aussehen wird, zeigt schon jetzt der Blick auf die Gegengerade und die künftige Südtribüne. Vor allem die Osttribüne, die bereits an den KSC übergeben wurde, scheint für die Rückkehr der Fans bereit zu sein. Auch die Südtribüne schreitet elf Monate nach Baubeginn ihrer Fertigstellung entgegen. Damit könnte ab Juli auch der Abbau der provisorischen Nordtribüne folgen. Die neue Nordtribüne, auf der künftig Auswärtsfans ihren Platz haben werden, soll parallel zur neuen Haupttribüne entstehen.

Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer zeigt sich von den Baufortschritten jedenfalls begeistert und hofft, dass der Funke der Begeisterung schon bald auch auf die Fans überspringen wird – sobald diese wieder bei Spielen zugelassen werden. Mehr als 34.000 Zuschauer sollen Platz finden.

Die wirkliche Herausforderung steht aber noch bevor. Die rund 100 Meter lange Haupttribüne ist nicht nur Teil des Fußballstadions, sie kann auch als eigenständiger Veranstaltungsraum genutzt werden. Damit verbunden sind viele Rechtsvorschriften, die eingehalten werden müssen. Die finale Übergabe an den KSC könnte also mehr Zeit beanspruchen, als vor Baubeginn erwartet wurde – der anvisierte Termin ist im Juni 2022.


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