Upcycling: Von der Kaffeetüte zur Einkaufstasche

Gaggenau (stn) – Alexandra Böder aus Michelbach leistet mit ihrem Upcycling-Projekt einen Beitrag für die Umwelt: Sie stellt aus Kaffeeverpackungen Einkaufstaschen her.

Alexandra Böder stellt Einkaufstaschen aus Kaffeeverpackungen her. Foto: Nora Strupp

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Alexandra Böder stellt Einkaufstaschen aus Kaffeeverpackungen her. Foto: Nora Strupp

Dass nicht alle Abfallprodukte im Müll landen müssen, beweist Alexandra Böder aus Michelbach. Nach dem Upcycling-Prinzip, bei dem nutzlose Stoffe zu etwas Neuwertigem umgewandelt werden, stellt sie aus leeren Kaffeetüten Einkaufstaschen für den täglichen Gebrauch her. Auf diese ungewöhnliche Idee kam sie vor vier Jahren durch ihren Arbeitsplatz.

„Ich arbeite in der Cafeteria beim Pflegeheim Maria Frieden in Ebersteinburg. Dort werden die leeren Kaffeetüten einfach nur weggeschmissen. Dafür waren sie mir aber zu schade“, erzählt die gebürtige Michelbacherin. Im Internet fand sie schließlich eine Anleitung, wie man aus ihnen Einkaufstaschen zaubern kann. Unterstützt wird sie bei diesem Nachhaltigkeitsprojekt unter anderem von ihren Arbeitskolleginnen, die für sie fleißig Kaffeeverpackungen sammeln.

Im Vergleich zu herkömmlichen Taschen wie etwa aus Stoff bieten die Upcycling-Produkte mehrere Vorteile: „Sie sind sehr stabil und man kann sie besser befüllen, weil sie stehen bleiben. Stofftaschen sinken immer zusammen. Auch vom Gewicht halten sie viel aus. Ich habe sie zum Beispiel schon mal mit Flaschen vollgepackt. Außerdem kann man sie einfach auswaschen, wenn sie dreckig sind“, listet sie einige Vorzüge auf. Ein weiterer Pluspunkt: Durch die Aluminiumverbundfolie, aus denen die Kaffeetüten hergestellt sind, ist auch das Transportieren von gekühlten oder gefrorenen Lebensmitteln kein Problem. Da man die fertigen Einkaufstaschen ineinander stellen kann, sind sie zudem in Sachen Aufbewahrung äußerst platzsparend. Je nach Größe der Tasche benötigt Böder zwischen sechs und zwölf leere Kaffeetüten. „Das kommt auf die Größe der Tüten selbst an, aber natürlich auch darauf, wie groß die Tasche am Ende werden soll“, erläutert sie. Sobald sie genügend ausgediente Verpackungen zusammen hat, schnappt sie sich Nähmaschine und Faden und legt los.

Schicke Helferlein für den täglichen Gebrauch

Zunächst werden die Kaffeetüten flach gefaltet, sodass die Vorder- und Rückseiten an allen vier Kanten exakt aufeinander liegen. Anschließend wird der Boden abgeschnitten und mehrere Tüten an der Längsseite so aneinandergenäht, dass sie am Ende einen Ring bilden. Die oberen Kanten werden anschließend ein bis zwei Zentimeter nach innen umgeklappt, sodass ein verstärkter Rand entsteht, und ebenfalls vernäht. Jetzt fehlt noch der Taschenboden – hierfür einfach die unteren Enden der Tüten mit einer Naht verschließen. Zu guter Letzt noch zwei Gurtbänder als Henkel an der Tasche fixieren, fertig. In etwa ein bis anderthalb Stunden entsteht so ein Helferlein für den täglichen Gebrauch oder auch ein Geschenk für die Liebsten. „Auf diese Weise habe ich immer ein Geschenk parat, das man so nicht kaufen kann. Und wenn jemand die Tasche nutzt, sie gerne hat und sich darüber freut, freue ich mich auch.“

Bevor sie jedoch die Exemplare ihrer Einkaufstaschen so angefertigt hatte, wie es ihren Vorstellungen entsprach, hat es einige Anläufe gebraucht. „Die erste Tasche war nicht so perfekt. Es ist auch mal passiert, dass das Muster auf dem Kopf stand“, berichtet die Hobby-Bastlerin schmunzelnd. Doch mit der Zeit hatte sie irgendwann den Dreh raus.

Die Einkaufstaschen aus Kaffeeverpackungen zeichnen sich vor allem durch ihre Robustheit aus. „Die, die ich vor vier Jahren genäht habe, sind immer noch gut. Und wenn ich sie irgendwann doch einmal wegschmeißen muss, ist es auch nicht so schlimm. Es war ja eh Abfall.“ Zudem leistet Böder mit dieser Form des Upcyclings einen Beitrag für die Umwelt. „Ich finde das eine gute Alternative, um die Ressourcen zu schonen. Vor allem in der heutigen Zeit mit dem ganzen Abfall.“

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
4. April 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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