Vorfreude auf die U-Bahn in Karlsruhe

Karlsruhe (kli) – Nach fast zwölf Jahren Bauzeit wird es im Dezember so weit sein: Das Mammutprojekt U-Bahn soll in Karlsruhe starten. Oberbürgermeister Frank Mentrup zählt schon mal den Coutndown.

Der Autotunnel unter der Kriegsstraße wird nicht rechtzeitig fertig werden, aber der ÖPNV wird ab Dezember in Karlsruhe völlig neu aufgestellt.      Foto: Kasig

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Der Autotunnel unter der Kriegsstraße wird nicht rechtzeitig fertig werden, aber der ÖPNV wird ab Dezember in Karlsruhe völlig neu aufgestellt. Foto: Kasig

Die Fächerstadt schaut nach fast zwölf Jahren Bauzeit der Eröffnung der U-Strab freudig entgegen. Oberbürgermeister Frank Mentrup bekräftigte bei seiner Sommer-Pressekonferenz gestern den 12. Dezember definitiv als Starttermin des Millionenprojekts.

„Das ist eines der größten und aufwendigsten Projekte einer Kommune deutschlandweit und baden-württembergweit sowieso“, sagte Mentrup. Zur Eröffnung habe Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sein Kommen zugesagt. „Wir haben dann drei leistungsfähige Nord-Süd-Verbindungen und eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung im öffentlichen Nahverkehr. Das ist ein Quantensprung für Versorgungssicherheit und Pünktlichkeit“, freute er sich.

Zu Beginn der Planungen des ambitionierten Projekts habe man noch nicht von heißen Sommertagen und Mobilitätswende gesprochen – zur Lösung der Probleme trage die Kombilösung nun aber bei.

Ein kleiner Wermutstropfen ist jetzt schon absehbar: Der Autotunnel unter der Kriegsstraße wird bis zum Eröffnungstermin am 12. Dezember nicht fertiggestellt sein. Aber mit dem unterirdischen Straßenbahnverkehr werde definitiv begonnen. „Den ÖPNV-Termin werden wir zum Fahrplanwechsel der Bahn halten. Egal wie“, versicherte Mentrup. „Ich habe das neulich einer 101-Jährigen versprochen, dass wir das Mitte Dezember hinkriegen“, schmunzelte er, da stehe er nun im Wort.

Ebenfalls nicht fertig wird das Kunstprojekt „Genesis“ des Malers Markus Lüpertz: Dieser will die Schöpfungsgeschichte in den Stationen der U-Bahn ausstellen. Die Installation der Keramiken wird sich verzögern, Mentrup rechnet nicht mit einer Fertigstellung bis Mitte Dezember. Das sei auch nicht so schlimm, dann gebe es eben mit dem Genesis-Projekt und dem Autotunnel unter der Kriegsstraße mehrere Eröffnungstermine.

Für die durch die Bauzeit leidgeprüfte Innenstadt tun sich laut Mentrup neue Perspektiven auf: Die Bundesregierung habe ein Programm zur Zukunft der Innenstädte aufgelegt. Dabei könne man sich für einen Förderzeitraum von fünf Jahren um eine Summe von einer Million Euro pro Jahr bewerben. Karlsruhe wolle den Höchstsatz abrufen. Damit könne man die bisherigen Mittel der Stadt für die Innenstadt zumindest zum Teil mit Bundesmitteln fortsetzen, erhofft sich der Rathauschef.

Ein Großereignis wirft bereits seine Schatten voraus und beschäftigt die Stadtplaner. Unter Corona-Vorbehalt soll im Sommer 2022 die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe stattfinden. Dafür werden Gäste aus aller Welt erwartet. Auf dem Festplatz soll dafür ein eigenes Zelt errichtet werden. Die Stadt möchte laut Mentrup Karlsruher und/oder deren Eltern, die aus anderen Kontinenten stammen, als Gastgeber einbinden.

Was die Karlsruher Stadtpolitik darüber hinaus beschäftigt, sind die Beratungen für den kommenden Doppelhaushalt 2022/23, bei dem ein Sparkurs unumgänglich ist. Mentrup sprach von Budgetkürzungen um bis zu 20 Prozent und von einem Lernprozess der Verwaltung. Für die Bürger sei der Sparprozess bislang nicht so spürbar. Außerdem warte man mit Spannung auf die endgültige Variante, mit der das Regierungspräsidium in den Planfeststellungsbeschluss zur Querspange zwischen der geplanten zweiten Rheinbrücke und der B36 geht. Bisher gebe es nur Varianten, mit der die Stadt nicht zufrieden sei. Eine mögliche Variante gehe nah an der Wohnbebauung des Stadtteils Knielingen vorbei, „das ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“.

Die bevorstehende Bundestagswahl könnte zudem Änderungen im Gemeinderat nach sich ziehen, da die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Zoe Mayer, und der SPD, Parsa Marvi, gute Chancen haben, in den Bundestag einzuziehen.

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Erstellt:
17. August 2021, 20:00 Uhr
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