Vorfreude auf wiehernden Besuch in Bühl

Bühl (sga) – Beim Internationalen Fahrturnier auf St. Leonard treten am Wochenende insgesamt 203 Pferdegespänne an. An dem Spitzensport-Event nehmen trotz Corona Sportler aus ganz Europa teil.

Freut sich auf den internationalen und tierischen Besuch: Turnierleiter Henning Lemcke.  Foto: Sarah Gallenberger

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Freut sich auf den internationalen und tierischen Besuch: Turnierleiter Henning Lemcke. Foto: Sarah Gallenberger

Es ist ein leichter Wind, der an diesem warmen Montagnachmittag auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins St. Leonard in Bühl weht. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Denn bald ist es nicht mehr so still, reisen doch bereits heute alle Teilnehmer des internationalen Fahrturniers in die Zwetschgenstadt. Insgesamt 203 Pferde werden dann dort auf den Einsatz warten, der ihnen später vielleicht den Sieg einbringt. In insgesamt drei Disziplinen müssen sie ihr Können unter Beweis stellen, das anschließend von Richtern aus Holland, den USA und Frankreich bewertet wird. „Weil wir als Spitzensport gelten, ist die Einreise mit negativem Testergebnis erlaubt“, erklärt Henning Lemcke. Seit 1999 organisiert er die auf internationaler Ebene hoch angesehene Veranstaltung. Aus dem In- und Ausland sind 105 Anmeldungen registriert.

Aus acht Nationen
sind Kutschen am Start

Die Teilnehmer kommen aus acht Nationen, vertreten sind unter anderem Frankreich, Belgien, Österreich und die Schweiz. Auch mit dabei: Lars Schwitte, Sieger vom Windsor-Turnier 2008, sozusagen die „Königsklasse“.

Stattfinden wird das sportliche Ereignis ab heute bis Sonntag, doch die Vorbereitungen laufen bereits seit Herbst. Immerhin wurde Bühl aufgrund der erfolgreichen Turniere der letzten Jahre von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung mit der Durchführung von Sichtungen für die Jugend-Europameisterschaften, die Weltmeisterschaften der Zweispänner sowie der Pony Ein-, Zwei- und Vierspänner betraut.

Bunt und abenteuerlich sieht der Parkour aus, der mit den Kutschen während der zweiten Disziplin durchlaufen werden muss. Foto: Sarah Gallenberger

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Bunt und abenteuerlich sieht der Parkour aus, der mit den Kutschen während der zweiten Disziplin durchlaufen werden muss. Foto: Sarah Gallenberger

Wenn die Pferde heute um 12 Uhr auf dem Reitgelände ankommen, werden sie erstmal vom Arzt gründlich durchgecheckt. Am Spitzensport teilnehmen darf nämlich nur, wer „fit und gesund“ ist, weiß Lemcke. Schließlich gibt es drei Disziplinen zu durchlaufen, die es alle in sich haben: Als erstes geht es zur Dressurübung. Anhand von verschiedenen Lektionen wird bewertet, wie gut ausgebildet die Tiere wirklich sind. Sind sie in ihren Bewegungen stocksteif oder haben sie einen „schwingenden“ Rücken? In der zweiten Disziplin geht es dann ans Eingemachte: Nachdem der Tierarzt unter anderem Puls und Atmung der Pferde überprüft hat, warten sieben feste Hindernisse darauf, befahren zu werden.

Pro Tag dürfen 100 Zuschauer dabei sein

Den Abschluss machen im dritten Schritt 20 Pionen, die jeweils mit Bällen bestückt und jeweils links und rechts am Wegesrand platziert worden sind. Zu sehen gibt es diese Woche also vieles auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins St. Leonard – auch für interessierte Besucher. „Aktuell dürfen an jedem Turniertag 100 Personen zuschauen“, freut sich Lemcke. Und seine Freude könnte noch größer werden, wenn weiter sinkende Inzidenzwerte für die zweite Öffnungsstufe sorgen würden, „dann wären es nämlich 250 Personen“ – natürlich nur Geimpfte, Genesene oder Getestete.

Aufgrund des beschränkten Platzangebots empfiehlt es sich für Schaulustige, rechtzeitig vor Ort zu sein. Nach der heutigen Gesundheitsprüfung aller Pferde (Platz wird es genug geben, immerhin werden 138 Stellzelte aufgebaut) werden morgen und am Donnerstag die Dressuren stattfinden. Der Startschuss für die Marathonfahrt mit den Geländehindernissen fällt am Samstag um 9.30 Uhr, am Sonntag geht es bereits um 7.30 Uhr mit dem abschließenden Hindernisfahren los.

Höhepunkt, so der Turnierleiter, wird um 16 Uhr das Hindernisfahren der Zweispänner sein, das als Großer Preis der Stadt Bühl ausgeschrieben ist. Und zum Schluss gibt es noch eine erfreuliche Nachricht: Was sich nach einem spannenden Event anhört, tut dem Geldbeutel kaum weh. Für Donnerstag und Freitag kostet der Eintritt drei, am Samstag und Sonntag vier Euro – und wer zehn Euro hinlegt, darf an allen Tagen dabei sein.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
1. Juni 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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