Vorschläge für barrierefreie Badner Halle

Rastatt (sl) – Die Korrosionsschäden in der Tiefgarage der Badner Halle sind auch für Laien deutlich sichtbar. Jetzt gibt es Vorschläge, wie man gegensteuern kann. Auch ein Aufzug ist in Planung.

Die Schäden im Beton der Tiefgarage sind mittlerweile auch für den Laien deutlich zu erkennen. Foto: Frank Vetter

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Die Schäden im Beton der Tiefgarage sind mittlerweile auch für den Laien deutlich zu erkennen. Foto: Frank Vetter

Barrierefrei von der Tiefgarage der Badner Halle ins Erdgeschoss zu gelangen, ist bislang nicht möglich. Schon vor geraumer Zeit hatte die Stadt ein Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie zum Einbau eines Aufzugs beauftragt. In der Sitzung des Kulturausschusses am Montagabend stellte Diplom-Ingenieur Simon Hähndel vier Varianten vor. Sein Berufskollege Andreas Föhl brachte das Gremium in Sachen Tiefgaragensanierung auf den neuesten Stand.

Lift käme im Freien ans Tageslicht

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis in Sachen Aufzug war wohl, dass ein Lift aus der Tiefgarage des Rastatter Musentempels nicht unbedingt im Innern der Badner Halle herauskommt, sondern im Freien. Bei Variante eins käme der Fahrstuhl in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang ans Tageslicht und wäre dadurch eindeutig der Badner Halle zugeordnet, erklärte der Ingenieur. Durch eine Überdachung sei trockener Zugang zur Halle möglich. Allerdings müsste die Bodenplatte des Untergeschosses durchstoßen werden, was das Projekt um 65.000 Euro verteuern könnte. In der Garage würden bei dieser Lösung drei Stellplätze entfallen, Installationen der Haustechnik müssten verlagert werden und vor der Halle müssten Bäume gefällt werden. Bei einer zweiten Variante müsste die Bodenplatte nicht durchstoßen werden. Der Aufzug käme auch hier in unmittelbarer Nähe zum zentralen Treppenhaus an die Oberfläche. Allerdings wären sehr aufwendige statische Maßnahmen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss notwendig. Auf fünf Parkplätze wäre zu verzichten. Der größte Nachteil ist aber wohl die Lage hinter dem Eingangsgebäude, die der Ingenieur selbst als „unglücklich“ bezeichnete.

Eine dritte Planungsversion, bei der ebenfalls die Bodenplatte nicht im Wege wäre, hat den Nachteil, dass sich der Lift in 16 Metern Entfernung vom Eingang befände. Eine Überdachung wäre sehr aufwendig. Auch Haustechnik müsste kompliziert verlagert werden. Am meisten Charme hat wohl Variante vier, bei der weder die Bodenplatte durchstoßen werden noch Haustechnik verlagert werden muss. Der Lift käme direkt neben dem Haupteingang zum Vorschein. Eine kleine Überdachung wäre relativ einfach möglich. Allerdings müssten auch hier drei Bäume gefällt werden.

In allen Varianten soll der oberirdische Teil des Aufzugs verglast werden. Zu den Kosten wollten die Verantwortlichen noch keine Angaben machen. Das gilt auch für die fällige Sanierung der Tiefgarage. „Auf jede Summe, die wir jetzt nennen, werden wir später festgelegt“, sagte Bürgermeister Arne Pfirrmann. Im Juli hatte die Stadtverwaltung indes mit zwei bis zweieinhalb Millionen Euro eine „sehr grobe“ Schätzung abgegeben.

Schwacher Strom soll das Rosten stoppen

Von parkenden Autos rinnendes Wasser in Kombination mit Streusalz, aber auch eine aus heutiger Sicht unzulängliche Bauausführung sind wie berichtet der Grund für die deutlich sichtbaren Schäden an Wänden und Pfeilern. Akute Gefahr bestehe nicht, man müsse die Garage nicht schließen, beruhigte Ingenieur Andreas Föhl. Bohrmehlproben aus der Bodenplatte hätten aber einen deutlich erhöhten Chloridgehalt bestätigt, was zur Korrosion der Stahlteile führe. Der Ingenieur empfahl, mit einem kathodischen Korrosionsschutzsystem gegenzusteuern. Dabei wird der beschädigte Beton dauerhaft unter schwachen elektrischen Strom gesetzt, was völlig ungefährlich sei. Im Lehrschwimmbad der Augusta-Sibylla-Schule sei ein solches System schon in Betrieb.

Bürgermeister Arne Pfirrmann kündigte an, dem Gemeinderat in naher Zukunft konkrete Vorschläge für die Vorhaben vorlegen zu wollen.


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