Wachsendes Potenzial für Tourismus?

Gaggenau (ans) – Die Große Kreisstadt registriert 27.089 Übernachtungen im Jahr 2020 und eine stetige Nachfrage nach Zimmern in der Kernstadt.

1928 entstand im Herzen von Gaggenau im Bauhausstil das Stadthotel. Heute gibt es in der Gaggenauer Kernstadt keine Hotelzimmer mehr. Foto: Thomas Senger

© Senger

1928 entstand im Herzen von Gaggenau im Bauhausstil das Stadthotel. Heute gibt es in der Gaggenauer Kernstadt keine Hotelzimmer mehr. Foto: Thomas Senger

Acht Gasthöfe und Pensionen mit mehr als zehn Betten gibt es in Gaggenau. Coronabedingt sind zwar die gebuchten Übernachtungen um fast die Hälfte zurückgegangen, doch sowohl Stadtverwaltung als auch der Eigenbetrieb Baiersbronn Touristik berichten von einer Nachfrage nach Zimmern in der Kernstadt.

Auf die Frage, ob es mehr Bedarf an Zimmern gebe, als aktuell abgedeckt werden könne, antwortet Judith Feuerer von der Gaggenauer Pressestelle, dass dies nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden könne. „Es gibt immer wieder Nachfrage nach Hotelzimmern, die wir in der Kernstadt nicht haben“, berichtet sie. Doch bei den privaten Zimmern ließe sich vonseiten der Stadtverwaltung nur schwer abschätzen, ob das Angebot ausreichend ist. Grund dafür ist, dass die Stadt lediglich die Übernachtungszahlen und Gästeankünfte, jedoch nicht die Anzahl der Anfragen, von den Gastgebern geliefert bekommt.

„Der Bedarf ist nicht gedeckt“

„Der Bedarf ist nicht gedeckt“, sagt Tourismusdirektor Patrick Schreib von der Baiersbronn Touristik, der auch geschäftsführend für den Zweckverband „Im Tal der Murg“ zuständig ist. Es gebe durchaus Wachstumsmöglichkeiten für weitere Übernachtungsangebote. Das schließe auch den Geschäftsreisetourismus mit ein. Generell sei die Stadt eher geschäftsbezogen orientiert. Interessant sei Gaggenau nämlich besonders für Leute, die dienstlich unterwegs sind – „Stichwort Daimler“, wie Schreib anmerkt.

Grundsätzlich sehe er auch im Murgtal ein steigendes Potenzial für den Tourismus. „Es besteht auf jeden Fall eine Nachfrage nach Zimmern in der Gaggenauer Kernstadt“, ist sich Schreib sicher. „Freizeitangebote wie Unimog-Museum, Rotherma und die Wanderwege nutzen auch Gäste von weiter her“, berichtet der Tourismusdirektor. In den Zweckverband zu investieren, hält Schreib daher für wichtig. Denn besonders Ausflugsziele im Freien, die keinen coronabedingten Beschränkungen unterliegen, seien durch die Krise während der vergangenen zwei Jahre „immer bedeutender“ geworden. Auch aktuell gewinne diese Art des Tourismus wieder an Gewicht. „Jetzt ist noch vieles offen“, aber das könne sich schnell wieder ändern.

Als akute Herausforderung im Zusammenhang mit dem Tourismus und der Gastronomie nennt Schreib den Fachkräftemangel, der ein deutschlandweites Phänomen darstellt. Dieser sei „das große Problem“, gleichzeitig gebe es aber auch „große Investitionen“, betont er.

Ein millionenschwerer Hotel-Neubau ist derzeit beispielsweise in Ottenau beabsichtigt. „Das Hotel ist eher für Geschäftsreisende konzipiert und weniger für den Tourismus“, erläutert Feuerer auf Nachfrage. Aktuell befindet sich der geplante Bau noch im Genehmigungsverfahren. Insgesamt 1,5 Millionen Euro nannte der künftige Betreiber WMM-Hotels im August als Gesamtinvestition.

490 Beherbergungsbetriebe im gesamten Murgtal

Laut amtlicher Statistik gab es im Jahr 2019 insgesamt 490 Beherbergungsbetriebe im gesamten Murgtal. Nimmt man „das Zugpferd“ Baiersbronn als Ziel für Touristen von dieser Rechnung aus, bleiben noch 183 übrig. Auch der Gesundheitssektor sei in dieser Statistik mit inbegriffen. „Die Reha-Klinik in Gernsbach ist da schon mit einbezogen“, erläutert der Tourismusdirektor. Im Jahr 2020 wurden in Gaggenau 27.089 Übernachtungen gebucht.


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