Wahlhelfer tragen viel Verantwortung

Baden-Baden (for) – Sie geben die Stimmzettel aus, prüfen Wahlberechtigungen, zählen Stimmen und nehmen schließlich die Feststellung des Wahlergebnisses in ihrem Wahlbezirk vor: die Wahlhelfer.

Ein Wahlhelfer bereitet im Statistischen Amt Unterlagen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg vor. Foto: Marijan Murat/dpa

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Ein Wahlhelfer bereitet im Statistischen Amt Unterlagen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg vor. Foto: Marijan Murat/dpa

Wahlhelfer sorgen ehrenamtlich für einen reibungslosen Ablauf der Wahl. Auch bei der Landtagswahl am 14. März werden sie wieder alle Hände voll zu tun haben – und die Corona-Pandemie macht das Prozedere nicht einfacher.

Knapp 300 Freiwillige werden alleine im Stadtkreis Rastatt benötigt, wie Pressesprecherin Heike Dießelberg auf BT-Nachfrage mitteilt. „Außerdem sind etwa 80 Personen als Ersatz- und Reservehelfer eingeteilt und 80 Personen für die Zugangskontrolle und den Reinigungsdienst“, fügt sie hinzu. Demnach seien am Wahlsonntag rund 500 Personen im Einsatz. „Das sind mehr als beispielsweise bei der Kommunalwahl 2019. Grund hierfür ist der Mehrbedarf an Ersatz- und Reservehelfern, wenn es zu krankheitsbedingten Ausfällen kommt.“

Mehr Personal wegen Corona-Auflagen

Der Stadtkreis Baden-Baden spricht von insgesamt rund 520 Wahlhelfern. Laut Ute Hasel, Leiterin des Wahlamts, werden die Urnenwahlvorstände in diesem Jahr mit acht, anstatt wie bisher nur mit sieben Personen ausgestattet, um den Zustrom und die Abstandsregeln zu kontrollieren. Auch die Briefwahlvorstände wurden um zwei Personen auf zehn erhöht. „Zudem wurden zwei neue Briefwahlbezirke in Anbetracht der erwartenden Steigerung von Briefwählern gebildet“, teilt Hasel mit. Hinzu komme ein „Reservepersonal“ von etwa 15 Personen. In Gaggenau und Bühl ist die Lage ähnlich. Auch dort wurde die Anzahl der Wahlhelfer aufgestockt.

Zu den üblichen Aufgaben der Wahlhelfer kommt in diesem Jahr zusätzlich noch eine besonders große Verantwortung hinzu: In jedem Team gebe es einen sogenannten Hygienebeauftragten, der für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zuständig ist, schildert Judith Feuerer, Pressesprecherin der Stadt Gaggenau, die Situation. „Außerdem müssen die Wahlhelfer in diesem Jahr zusätzlich auf das regelmäßige Lüften des Wahllokals und auf das vorgeschriebene Tragen von Masken achten“, fügt Dießelberg hinzu. Das sei wichtig, um bei dem Wahlprozedere in diesen außergewöhnlichen Zeiten das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten.

Die meisten Helfer sind kommunale Mitarbeiter

Um den Mehraufwand zu stemmen, haben die einzelnen Kommunen schon vor einigen Wochen mit der Suche nach Wahlhelfern begonnen. Überraschenderweise kam auf die Aufrufe – trotz Corona-Pandemie – überwiegend positive Rückmeldung. „Zum einen gibt es natürlich einen festen Bestand an Wahlhelfern, die immer wieder zum Wahldienst eingeteilt werden“, erklärt Dießelberg. In den anderen Kommunen ist das ähnlich. Das Gros der Wahlhelfer stellen in der Regel Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Mitglieder der politischen Gremien wie Ortschaftsrat oder Gemeinderat dar. „Es gibt aber auch einige Externe, die schon lange dabei sind“, merkt Hasel an. „Und neben diesen Personen melden sich auch immer wieder neue Helfer“, so Feuerer.

Letztere seien vor allem in Zeiten wie diesen besonders wichtig, denn es gebe durchaus Personen, die coronabedingt nicht zur Verfügung stünden, „etwa weil sie über 60 Jahre alt sind, einer Risikogruppe angehören oder hochbetagte Eltern pflegen“, sagt Hasel und fügt hinzu: „Glücklicherweise konnten wir das mit anderen bewährten oder neuen Helferinnen und Helfern kompensieren.“

Viele Sorgen bereits im Vorfeld zerstreut

Auch in Gaggenau gab es laut Pressesprecherin Feuerer keine größeren Probleme, genügend Freiwillige zu finden. „Es gab nur wenige, die aufgrund der Pandemielage abgesagt haben, meist waren es Personen mit erhöhtem Risiko.“

Im Stadtkreis Rastatt haben sich laut Dießelberg 40 freiwillige Helfer auf die Aufrufe und Bekanntmachungen gemeldet – „eine sehr gute Resonanz, wie wir finden, angesichts der besonderen coronabedingten Herausforderungen in diesem Jahr“, sagt sie.

Einige Wahlhelfer hätten zwar im Vorfeld wissen wollen, ob bestimmte Hygiene-Vorkehrungen im Wahllokal vorgesehen seien, „mit dem Hinweis auf unser Hygienekonzept und die entsprechenden Schulungen konnten wir diese Sorge aber zerstreuen“, so Dießelberg weiter.

Zu diesen Hygienevorkehrungen gehört beispielsweise auch, dass alle Wahlhelfer ein Paket mit FFP2-Masken und medizinischen Masken zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus erhalten sie weitere kostenlose Hygieneartikel wie etwa Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe.

Eine Schnelltest-Pflicht für die Wahlhelfer gibt es laut den Kommunen zwar nicht, die Stadt Rastatt bietet ihren Wahlhelfern aber einen freiwilligen Antigen-Schnelltest an.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Janina Fortenbacher

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Erstellt:
3. März 2021, 09:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 59sec

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