Wahlkampf in besonderen Zeiten

Malsch (sl) – Die Corona-Pandemie schränkt die Kontakte und Möglichkeiten der Malscher Bürgermeisterkandidaten ein. Sie haben sich auf einen außergewöhnlichen Wahlkampf eingestellt.

Vier Kandidaten bewerben sich um das Amt des Malscher Bürgermeisters. Die Wahl findet am Sonntag, 13. Juni statt. Foto: Frank Vetter

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Vier Kandidaten bewerben sich um das Amt des Malscher Bürgermeisters. Die Wahl findet am Sonntag, 13. Juni statt. Foto: Frank Vetter

Die ersten Wahlplakate in Malsch hängen und werben für die Kandidaten, die sich am 13. Juni um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Doch ein Wahlkampf wie in normalen Zeiten kann das nicht sein. Auch wenn die Inzidenzwerte sinken: Corona schränkt die Möglichkeiten der unmittelbaren Kontaktaufnahme mit den Wählern ein, wie alle drei ernsthaften Bewerber bedauern.

Elmar Himmel setzt auf Klassiker

Ob sich der vierte, Dauerkandidat Samuel Speitelsbach, überhaupt in Malsch blicken lassen wird, ist fraglich. Ob er an den vier offiziellen Vorstellungsrunden in der zweiten Juniwoche teilnehmen wird, ließ der Kandidat im Gespräch mit dem BT offen. Amtsinhaber Elmar Himmel (SPD) setzt auf klassische Formen des Wahlkampfs: Auf Plakate und Broschüren. Er hat eine Homepage eingerichtet, mit der er für „eine kraftvolle, ideenreiche und kontinuierliche Politik“ wirbt, seine Ziele erläutert, über sich als Person erzählt und dazu einlädt, sich für einen Newsletter anzumelden. Über ein Kontaktformular kann man Fragen an den Kandidaten richten.

Das kann man auch, wenn man ihm dann und wann auf der Straße begegnet. Dass das zurzeit nicht ganz so häufig vorkommt, habe nicht nur etwas mit dem wechselhaften Wetter zu tun, sondern auch mit viel Arbeit im Rathaus. Zum normalen Geschäft des Verwaltungschefs komme derzeit Corona hinzu, und jetzt auch noch der „Fall Böhe“, so der Bürgermeister.

Digitale Bürgerdialoge mit Wolfgang Scharer

Auch Wolfgang Scharer (CDU) bedauert, dass echte Begegnungen zurzeit nur sehr eingeschränkt möglich sind. Er hat aber schon den einen oder anderen Spaziergang im kleinen Kreis unternommen, zum Beispiel in Völkersbach.

Diese Rundgänge würden es ihm als kommunalpolitischen Quereinsteiger ermöglichen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und so zu erfahren, wo ganz konkret der Schuh drückt. Neben diesen pandemiegerechten Open-Air-Treffen setzt Scharer stark auf digitale Elemente des Wahlkampfs. Auch er hat natürlich eine Homepage mit Informationen zu seiner Person und seiner Motivation eingerichtet, lädt dort zudem zu offenen digitalen Bürgerdialogen mit jeweils einem Schwerpunktthema ein. Ferner kann man individuelle Gesprächstermine mit dem Kandidaten vereinbaren und seit Neuestem auch einen Film ansehen.

Markus Bechler bittet zur Online-Umfrage

Ebenfalls stark aufs Internet setzt Markus Bechler (FW), der überdies einen CO2-neutralen Wahlkampf führen möchte. Er hat aber die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass die sinkenden Inzidenzwerte vielleicht doch noch einen klassischen Wahlkampfstand und Haustürbesuche ermöglichen. Am Pfingstwochenende will er seine Broschüre in den Wohnvierteln verteilen. Spaziergänge mit Bürgern hat er ebenfalls im Programm. Bechler ist bis jetzt mehr als die anderen Kandidaten auf Facebook und Instagram in Erscheinung getreten. Wie seine Wettbewerber zeigt er auf seiner Homepage neben persönlichen Informationen Details zu seinem Wahlprogramm auf.

Zusätzlich lädt er die Malscher zu einer Umfrage ein, in der interessierte Bürger ihre kommunalpolitischen Schwerpunkte benennen können. Schon in den ersten drei Wochen habe er mehr als 150 Rückmeldungen erhalten, freut sich der Kandidat. Die Ergebnisse stellt er in einer sogenannten „Wortwolke“ dar. Am deutlichsten treten dabei im Moment zwei Themen hervor: Ein Autobahnanschluss für Malsch und keine Windräder.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
20. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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