Wahlkreisanalyse für Mittelbaden: CDU vorne, aber mit großen Verlusten

Rastatt/Baden-Baden (fk/kli) – Die Bundestagswahl hat im Wahlkreis Rastatt ein zweistelliges Minus bei der CDU erbracht. Dafür gab es deutliche Gewinne für SPD, Grüne und FDP

Die CDU wird stärkste Kraft, allerdings mit herben Verlusten. Grafik: Jasmin Vogt/BT

Die CDU wird stärkste Kraft, allerdings mit herben Verlusten. Grafik: Jasmin Vogt/BT

Wirft man den Blick auf die absoluten Zahlen, ist Kai Whittaker (CDU) der klare Sieger im Wahlkreis Rastatt (273). Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl muss er jedoch herbe Verluste hinnehmen. Eine Analyse.

Sowohl bei Erst- als auch bei Zweitstimmen fährt die CDU im Wahlkreis Rastatt satte elf Prozent Minus ein. Das heißt, 2017 hatte Whittaker bei den Erststimmen noch mehr als 44 Prozent erreicht, jetzt sind es nur noch 33. Entsprechend bei den Zweitstimmen, da kam Whittaker vor vier Jahren noch auf knapp 38, jetzt nur noch auf knapp 27 Prozent.

In der Wahlhistorie war der Wahlkreis weitere vier Jahre davor noch eine sichere Bank für die CDU. Bei seiner ersten Wahl in den Bundestag konnte Whittaker im Jahr 2013 noch mehr als 53 Prozent der Erststimmen verbuchen. Damals hatte die CDU auch noch 49,2 Prozent der Zweitstimmen erreicht.

In hohem Maße euphoriegeschwängert war die Stimmung gestern Abend bei der SPD. Das lag vor allem daran, dass die Sozialdemokraten den Abstand zur CDU im Vergleich zur 2017er Wahl deutlich verringern konnten. So lag Gabriele Katzmarek bei den Erststimmen nur etwas über zehn Punkte hinter Whittaker. 2017 waren es noch 25 Prozent. Ähnlich das Bild bei den Zweitstimmen. Hier liegt die CDU im Wahlkreis nur noch knapp drei Prozent vorne, statt fast 21. Allerdings: Das ist deutlich stärker durch die herben Verluste bei den Christdemokraten bedingt als durch Zuwächse der SPD.

Grüne und FDP legen zu

Dennoch ist das Abschneiden für die Sozialdemokraten ein Erfolg. Immerhin steht bei den Zweitstimmen im Vergleich zu 2017 ein Plus von sechs Punkten auf mehr als 23 Prozent. Nie war die SPD bei den vergangenen drei Bundestagswahlen besser.

Katzmarek selbst bleibt hinter diesem Ergebnis zwar etwas zurück, kassiert bei den Erststimmen weniger Anteile als die SPD bei den Zweitstimmen, schafft aber nach 19 Prozent 2017 immerhin wieder 23 Prozent – genauso viel wie bei ihrer ersten Wahl 2013 und Vorgängerin Nicolette Kressl vor ihr.

Die Grünen legen im Vergleich zur letzten Wahl im Wahlkreis um jeweils mehr als zwei Prozent der Stimmen zu, bei den Zweitstimmen schaffen die Grünen sogar ein Plus von knapp drei auf mehr als 14 Prozent. Bei den Erststimmen erreicht Thomas Gönner rund zwei Prozent mehr als Grünen-Kandidat Manuel Hummel vor vier Jahren.

Auch die FDP verzeichnet im Wahlkreis Rastatt Zuwächse. Sven Gehrke schafft rund 11,5 Prozent der Erststimmen, das sind rund 4,4 Prozent mehr, als Rolf Pilarski vor vier Jahren erreicht hatte. Bei den Zweitstimmen kommt die FDP auf gut 13,8 Prozent, immerhin ein Plus von etwa 2,3 Prozent.

Verena Bäuerle erreicht im Wahlkreis für die AfD mit knapp über zehn Prozent der Stimmen in etwa das Bundesergebnis ihrer Partei. Der Stimmanteil zwischen Erst- und Zweitstimmen ist dabei sehr ausgewogen. Im Vergleich mit 2017 ist das für die AfD aber ein Minus von knapp zwei Prozent.

Linke-Kandidat Tudor Costin konnte im Wahlkreis zwar mehr Erstimmen einheimsen, als seine Partei Zweitstimmen im Wahlkreis, aber mit jeweils nicht einmal drei Prozent ist das Ergebnis dem Bundestrend folgend schwach und nahezu eine Halbierung im Vergleich mit 2017.

Ihr Autor

den BT-Redakteuren F. Krekel und D. Klink

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Erstellt:
27. September 2021, 08:50 Uhr
Lesedauer:
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