Wanderer, kommst Du nach Au...

Au am Rhein (HH) – Ein Wandertipp hat in Au am Rhein für Chaostage gesorgt: Vergangenes Wochenende gab es eine regelrechte Völkerwanderung in die Rheinauen. Die Gemeinde schreitet nun ein.

Eine Baustelle ist kein Wandergebiet: Mit schweren Fahrzeugen werden rund um die eigentlich gesperrte Dammbaustelle Erdmassen bewegt. Foto: Helmut Heck

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Eine Baustelle ist kein Wandergebiet: Mit schweren Fahrzeugen werden rund um die eigentlich gesperrte Dammbaustelle Erdmassen bewegt. Foto: Helmut Heck

Bei den Vereinsheimen am Blaisen sah es am vergangenen Wochenende aus, als wäre irgendwo ein Fest. Auswärtige Autos in großer Zahl parkten an den Straßenrändern. Aber außer ein paar Jugendlichen auf dem Skaterplatz war weit und breit kaum jemand zu sehen. Die Besucher hatten sich vielmehr in Richtung Westen aufgemacht, überquerten den Hochwasserdamm und streiften durch den Auwald.

Der ungewohnte Besucherzustrom wurde zum Dorfgespräch. Bürgermeisterin Veronika Laukart ist sich mit anderen Einheimischen sicher, dass der Ansturm durch einen Wandertipp ausgelöst wurde, der in entsprechenden Ratgebern veröffentlicht worden war.

Schilderungen von Augenzeugen zufolge muss es wie eine Völkerwanderung ausgesehen haben. Man habe eine Ahnung davon bekommen, wie es sein muss, in einem überlaufenen Touristenort zu leben. „Wir freuen uns ja“, ist die Bürgermeisterin durchaus angetan vom Interesse an der „Schönheit unserer Natur“. Wenn sich aber 200 Leute auf einen Schlag in die Idylle begeben, seien es einfach zu viele auf einmal. Größtes Problem war, dass die beschriebene Wegstrecke den Hochwasserdamm beinhaltete, der allerdings seit 2020 wegen umfangreicher Bauarbeiten gesperrt ist, die in verschiedenen Abschnitten bis 2024 dauern werden.

Von Bauzäunen und Absperrungen ließen sich die Wanderwilligen jedoch nicht abhalten, räumten offenbar Barrieren beiseite, um wie beschrieben in den Wald zu gelangen. Wie von der Gemeinde mitgeteilt wurde, setzte sich der Exkursionsbetrieb in der neuen Woche fort. Das führte sogar dazu, dass Bautätigkeiten vorübergehend eingestellt werden mussten. Für die Baufirma sei ein Sicherheitsrisiko entstanden, so Laukart. Momentan zum Beispiel werden mit schwerem Fahrzeug große Erdmassen bewegt. Zur Wahrheit gehört freilich, dass auch Einheimische unbekümmert durch die weitläufige Baustelle spazieren oder joggen, wie fast täglich zu beobachten ist.

Die Bürgermeisterin sah sich jedenfalls veranlasst, dieses und die kommenden Wochenenden den Gemeindevollzugsdienst die Lage kontrollieren zu lassen. Besucher sind aufgerufen, Sperrungen zu beachten und die Landschaft schonend zu behandeln – erst recht, weil die Wanderroute durch Naturschutzgebiete führt.

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Erstellt:
18. April 2021, 11:33 Uhr
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