Wanderschäfer Karle in Bietigheim

Bieitgheim (BT) – Mit einer Schafherde ist Wanderschäfer Klaus Karle in Bietigheim unterwegs, um Flächen von Bahn und Kommune zu beweiden. 2020 hatte Karles Schafherde in Ötigheim für Ärger gesorgt.

In Bietigheim werden Flächen der Bahn und der Kommune dieses Jahr durch Schafe beweidet. Foto: Archiv

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In Bietigheim werden Flächen der Bahn und der Kommune dieses Jahr durch Schafe beweidet. Foto: Archiv

Der Wanderschäfer Klaus Karle, der im vergangenen Jahr für Aufsehen und Ärger in Ötigheim gesorgt hat, weil seine Schafe Schäden auf Feldern und an Obstbäumen angerichtet hatten, beweidet seit einigen Wochen Flächen in Bietigheim.

Um einen reibungslosen Ablauf der Beweidung zu gewährleisten, stimme sich die Gemeindeverwaltung auch laufend mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Rastatt ab, erläutert Bürgermeister Constantin Braun auf BT-Nachfrage. Die Deutsche Bahn sei auf die Gemeinde zugekommen und habe angefragt, ob Karle deren Wiesenflächen auf Bietigheimer Gemarkung beweiden dürfe, die im Rahmen der Arbeiten an der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel als Ausgleich eingerichtet wurden. Deren Gesamtfläche beläuft sich auf rund 9,4 Hektar.

„Wir haben die Berichterstattung in der Presse mitbekommen und wissen, was in Ötigheim vorgefallen ist. Wir haben Klaus Karle aber trotzdem unser Vertrauen geschenkt“, erklärt Braun. Der Rathauschef hat das Thema auch mit dem Gemeinderat abgesprochen, der mit einer Beweidung durch Wanderschäfer Karle einverstanden war. Mittlerweile sei die Schafherde auch auf kommunalen Wiesen, ergänzt Braun. Und dieser hat den Vertrauensvorschuss offenbar nicht enttäuscht: „Wir haben bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Es haben sogar einige Grundstücksbesitzer im Rathaus angefragt, ob der Schäfer auch ihre Wiesen beweiden könne“, berichtet Braun.

Aus naturschutzfachlicher Sicht sei eine Beweidung der Wiesen viel besser als ein Abmähen mit dem Traktor oder Rasenmäher, erklärt der Bietigheimer Rathauschef und ergänzt: „Für viele Familien mit Kindern sind die Schafe mit ihren Lämmern eine gelungene Abwechslung und ein Highlight im tristen Corona-Alltag.“

Die aktuelle Schafherde von Karle ist laut Braun deutlich kleiner als die Herde im vergangenen Jahr, die rund 800 Tiere zählte. Voraussichtlich bis zum Ende der Weidesaison im Sommer soll sie in Bietigheim die Wiesenflächen abgrasen. Die Schafe sind in der Regel vormittags eingezäunt, am Nachmittag werden sie dann gehütet.

Wanderschäfer Klaus Karle könne bei Bedarf jederzeit unter Telefon (01 62) 4 59 09 12 kontaktiert werden, so Braun.

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Erstellt:
7. Mai 2021, 09:30 Uhr
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