Warnstreik bei der Gaggenauer Altenhilfe

Von BT-Redakteurin Nora Strupp

Gaggenau (stn) – Mit einem Warnstreik unter dem Motto „Montags 5 nach 12“ haben sich Mitarbeiter aller Einrichtungen der Gaggenauer Altenhilfe für bessere Arbeitsbedingungen stark gemacht.

Warnstreik bei der Gaggenauer Altenhilfe

Mit selbst gemalten Schildern untermauern die Mitarbeiter der Gaggenauer Altenhilfe vor dem Helmut-Dahringer-Haus ihre Forderungen. Foto: Nora Strupp

Große Banner vor dem Helmut-Dahringer-Haus mit der Aufschrift „Was ist uns Pflege wert? Das Maß ist voll.“ zeigten bereits von Weitem, dass den Mitarbeitern der Gaggenauer Altenhilfe etwas unter den Nägeln brennt. Sie fordern faire Löhne, mehr Personal, keine Rendite aus Pflege und eine Begrenzung der Eigenanteile.

Im Rahmen des Warnstreiks, der pünktlich – gemäß dem Slogan – um 12.05 Uhr startete, machten sie ihrem Unmut Luft und ordentlich Lärm – im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Trillerpfeifen, Megafon und Topfdeckeln standen sie für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich ein und erregten damit für einige Minuten in der Bismarckstraße mächtig Aufmerksamkeit – auch in Berlin bei den Politikern, so hofft man.

In seiner Ansprache verdeutlichte Geschäftsführer Peter Koch, wie dramatisch die Lage sei. „Wir brauchen mehr Hände, mehr Unterstützung“, forderte er, um auch in Zukunft die bisherige Leistung erbringen zu können. Besonders die Corona-Pandemie habe die Personalproblematik deutlich sichtbar gemacht.

Keine Bundes- und Landtagsabgeordneten vor Ort

Schilder mit der Aufschrift „Die Pflege ist selbst ein Pflegefall!“, „Pflege darf keine Akkordarbeit sein“, „Die Pflegekräfte sind ausgebrannt“, „Helft uns“, „Bald geht nichts mehr“ und „Es reicht“, die von Mitarbeitern vor dem Haupteingang und auf den Balkonen des Helmut-Dahringer-Hauses in die Höhe gehalten wurden, untermauerten Kochs Appell.

Andreas Merkel, Finanzvorstand des Vereins, betonte, dass keine Rendite aus der Pflege geschlagen werden dürfe. Der Verein Gaggenauer Altenhilfe sei gemeinnützig ausgelegt und nicht gewinnorientiert. „Wir müssen zusammen an einem Strang ziehen, dass uns die Politik in Berlin erhört“, wandte sich auch die Betriebsratsvorsitzende Sonja Möhrmann an die Mitarbeiter.

Mit den Worten „Das Miteinander, das Gemeinsame ist ganz wichtig. Wir sitzen alle in einem Boot. Es ist richtig, dass Sie heute hier stehen“, sicherte Oberbürgermeister Christof Florus bei der Veranstaltung seine Unterstützung zu. Deutlich mehr Unterstützung wünschte sich Koch von den hiesigen Bundes- und Landtagsabgeordneten. Keiner von ihnen zeigte sich an diesem Montag vor Ort. Er habe alle kontaktiert, doch von den meisten keine Rückmeldung erhalten. Lediglich CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Whittaker habe zugesagt, im Januar zu einem Montagsstreik nach Gaggenau zu kommen.