Warnstreiks in Gaggenau und der Region

Gaggenau (BT) – Mit Warnstreiks machte die IG Metall am Dienstag Druck auf die Arbeitgeber für ihre Forderungen in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie.

Vor Tor 1 des Mercedes-Benz-Werks in Gaggenau demonstrieren Vertrauensleute für ihre Forderungen. Foto: Thomas Senger

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Vor Tor 1 des Mercedes-Benz-Werks in Gaggenau demonstrieren Vertrauensleute für ihre Forderungen. Foto: Thomas Senger

So stand die Produktion am Dienstag beim „Benz“ in jeder Schicht für zwei Stunden still. Die Beschäftigten waren zum Frühschluss an den Standorten Gaggenau, Kuppenheim, Rotenfels und dem Werkteil Rastatt aufgerufen.

Symbolisch trafen sich mit dem Frühschluss der Frühschicht gewerkschaftliche Vertrauensleute an Tor 1 in Gaggenau, Tor 1 in Rastatt sowie im Ausbildungszentrum, um nicht selbst wegen der schleppenden Verhandlungen „in die Luft zu gehen“, sondern Ballons steigen zu lassen.

Mit nun über 10.000 Warnstreikenden in der Region und rund 165.000 in Baden-Württemberg soll weiter Druck auf die Arbeitgeber für den heutigen Verhandlungstag aufgebaut werden. „Wir wollen bald ein Ergebnis. Aber nicht um jeden Preis. Zu allen unseren Forderungen muss es ein akzeptables Ergebnis geben“, betont Claudia Peter, die erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Ein „Streichkonzert an tariflichen Leistungen“ sei mit der IG Metall nicht zu machen. „Wir verstehen die Einzelhändler gut, die letzte Woche demonstriert haben. Unser Engagement für stabile Einkommen sorgt für Kaufkraft und ist wichtig für die örtlichen Geschäfte. Kaufkraft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, erläutert Peter. Sie spricht sich auch dafür aus, in der Region einzukaufen.

Auch die Jugend im Blick

Im Werkteil Rastatt betonte der Zweite Bevollmächtigte Bodo Seiler: Verschlechterungen bei den Tarifverträgen seien mit der IG Metall nicht zu machen. Die warnstreikenden Azubis trafen sich zeitgleich vor dem Ausbildungszentrum in Gaggenau. „Die Zukunft der Ausbildung darf sich nicht in Luft auflösen. Ein moderner Manteltarifvertrag sorgt auch mit für eine gute Ausbildung. Das ist wichtig für unsere Zukunft“, wird Denis Davidovac zitiert. Er ist der Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung.

Claudia Peter und Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht. Foto: Thomas Senger

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Claudia Peter und Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht. Foto: Thomas Senger

Gewerkschaftssekretärin Jana Störtzer blickte auf die Dual Studierenden: „Sie brauchen ebenfalls den Schutzschirm von Tarifverträgen. Das ist eine Forderung, die wir schon lange haben. Sie gehört endlich umgesetzt.“

Am Warnstreik bei Motorflug in Baden-Baden beteiligten sich laut IG Metall 60 Beschäftigte. „Auch hier können wir nachlegen“, betont Astrid Haack von der IG Metall.

„Die große Beteiligung hier in der Region, in Baden-Württemberg und bundesweit mit über 600.000 rüttelt die Arbeitgeber hoffentlich wach und sorgt dafür, dass bald ein Ergebnis möglich ist“, so Claudia Peter weiter. Doch die IG Metall sei auch in Corona-Zeiten auf weitere Eskalationsstufen vorbereitet.

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23. März 2021, 19:11 Uhr
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