Warnstufe gilt ab Mittwoch

Stuttgart/Rastatt/Baden-Baden (fk) – Ab Mittwoch gilt in Baden-Württemberg die sogenannte Warnstufe, die vor allem für Ungeimpfte mit Einschränkungen einhergeht.

284 Personen lagen am  Dienstag mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen des Landes. Foto: Marijan Murat/dpa

© dpa

284 Personen lagen am Dienstag mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen des Landes. Foto: Marijan Murat/dpa

284 Menschen lagen am Dienstag mit einer Covid-Infektion in Baden-Württemberg auf der Intensivstation. Damit gilt ab Mittwoch die sogenannte Warnstufe, die vor allem für Ungeimpfte mit Einschränkungen einhergeht. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen immer weiter – in Mittelbaden liegen sie höher als je zuvor. Ein Überblick über wichtige Fragen:

Warum gilt seit heute die Warnstufe im Land?
In Baden-Württemberg gibt es ein dreistufiges Corona-Warnsystem, bestehend aus Basis-, Warn- und Alarmstufe. Sie gehen mit verschiedenen Auflagen und Einschränkungen einher (siehe Grafik). Die Warnstufe wird ausgerufen, wenn die Hospitalisierungsinzidenz – also die Zahl der Menschen, die innerhalb von einer Woche pro 100.000 Einwohner in die Krankenhäuser eingeliefert werden – an fünf Werktagen in Folge den Wert von 8,0 erreicht. Dieser Quotient liegt im Land zwar aktuell nur bei knapp 3,6, aber die Zahl derer, die auf der Intensivstation liegen überschreitet die Marke von 250 deutlich. Und genau diese Marke ist der zweite Auslöser für die Warnstufe. Überschreitet die Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert von 250 gilt nämlich ebenfalls die Warnstufe. Und genau das ist jetzt passiert.

Welche Beschränkungen und neuen Regelungen gehen mit der Warnstufe einher?
Das Ausrufen der Warnstufe bringt vor allem Verschärfungen für Ungeimpfte mit sich, die bei deutlich mehr Gelegenheiten und Veranstaltungen einen negative PCR-Tests statt eines günstigeren Antigentests benötigen.

Zusätzlich gelten für sie strengere Kontaktregeln. So darf sich ein Haushalt nur noch mit fünf weiteren Personen treffen, wobei Geimpfte und Genese, Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, nicht mitgezählt werden. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

PCR-Tests sind für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind künftig unter anderem in folgenden Fällen nötig: Beim Besuch von öffentlichen Veranstaltungen, Kinos, Kultureinrichtungen, Ausstellungen und Kongressen, Gastronomie und Vergnügungsstätten, Freizeiteinrichtungen sowie bei der außerschulischen Bildung – allerdings nur dann, wenn die Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Gleiches gilt bei der Ausübung von Sport (siehe gesonderter Bericht auf dieser Seite). Der Besuch von Diskotheken ist mit Beginn der Warnstufe nur noch für Geimpfte und Genesene möglich – hier reicht für Ungeimpfte auch kein PCR-Test.

Wie ist die Lage in Mittelbaden?
Die Sieben-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Baden-Baden lag am Dienstag bei 212,8, im Landkreis Rastatt betrug der Wert 181,8. Das ist in beiden Fällen deutlich über dem Landesschnitt von 165,7. „Damit sind die Werte in Mittelbaden so hoch wie noch nie zuvor“, sagte der für das Rastatter Gesundheitsamt zuständige Dezernent Stefan Biehl dem BT. Auf den Tag genau vor einem Jahr lag die Inzidenz im Kreis Baden-Baden Biehl zufolge bei 94, im Kreis Rastatt bei 127. Besorgniserregend sei dabei auch die Rate der Neuerkrankungen. So habe das Gesundheitsamt für die beiden mittelbadischen Kreise vergangene Woche mehr als 700 Neuinfektionen registriert. Daher sei es auch nicht mehr möglich, alle Fälle zeitnah abzuarbeiten und die Menschen schnell zu benachrichtigen. Deshalb wies das Gesundheitsamt schon mehrfach darauf hin, „dass alle Personen, die aufgrund eines Antigen-Schnelltestergebnisses oder eines PCR-Abstriches positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich gemäß den gültigen Rechtsvorschriften nach dem Erhalt des Ergebnisses in eine Absonderung zu begeben haben. Die Absonderungsdauer beträgt grundsätzlich 14 Tage.“

Allerdings, so Biehl, ist die Sterberate deutlich zurückgegangen. So seien letzten Monat noch 14 Menschen an oder mit Corona verstorben, im Dezember 2020 waren es laut Biehl noch 64. Der Dezernent identifiziert das als klaren Erfolg der Impfkampagne. Bei Geimpften seien die Symptome oft deutlich schwächer. Dazu passt laut Biehl auch, dass rund 75 Prozent der Neuinfizierten nicht gegen Corona geimpft seien.

Im Klinikum Mittelbaden wurden Stand Dienstag 40 Coronapatienten behandelt, vier davon auf der Intensivstation. Laut der hauseigenen Pressestelle bedeutet aber auch das einen klaren Anstieg gegenüber dem 30. Oktober, als nur 32 Patienten mit Corona behandelt wurden; allerdings ebenfalls schon vier auf der Intensivstation. Landratsamtsdezernent Biehl stuft die Situation deshalb aktuell durchaus als „besorgniserregend“ ein. „Die Zahlen werden noch weiter nach oben gehen, denn der Winter ist ja noch nicht mal da.“ Die Alarmstufe gilt allerdings erst, wenn die Auslastung der Intensivbetten den Wert von 390 überschreitet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

Zum Artikel

Erstellt:
2. November 2021, 18:36 Uhr
Aktualisiert:
2. November 2021, 19:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 11sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.