Wartebereich für Anlieferverkehr in Obertsrot

Gernsbach (vgk) – Kartonhersteller Mayr-Melnhof möchte fünf Parkplätze an der Obertsroter Straße anlegen. Sie sollen vor allem die Problematik bezüglich des Anlieferverkehrs im Dorf entschärfen.

An dieser Stelle sollen fünf Lkw-Stellplätze angelegt werden. Damit will Kartonhersteller Mayr-Melnhof eine Wartezone für seine Lieferanten schaffen. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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An dieser Stelle sollen fünf Lkw-Stellplätze angelegt werden. Damit will Kartonhersteller Mayr-Melnhof eine Wartezone für seine Lieferanten schaffen. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Lkw-Stau auf der Bundesstraße, Irrfahrten durch das Dorf, Geruchsbelästigungen durch Papierschlamm, verunreinigte Straßen, ein Schulweg, der die Bezeichnung „sicher“ nicht verdient: Die durch Hilpertsauer und Obertsroter Bürger gegenüber dem Kartonhersteller Mayr-Melnhof erhobenen Vorwürfe sind nicht neu und die Liste ist lang. Gleichwohl scheint jetzt Bewegung in die oft angespannte Beziehung zu kommen.

Es gehe darum, transparent zu machen, was bisher an Gesprächen mit der Firmenleitung gelaufen ist, sagte Ortsvorsteher Walter Schmeiser am Mittwochabend in Richtung der Ortschaftsräte und Zuhörer. Vieles, was die Vertreter des Karton- und Faltschachtelproduzenten Markus Rastätter (Einkauf) und Klaus Bussmann (Umwelt), Tochter der MM-Gruppe mit Sitz in Wien, an Verbesserungen im Rahmen der Ortschaftsratssitzung vorstellten, stieß nicht immer auf die ungeteilte Zustimmung der zuhörenden Bürgerschaft. Dennoch sahen auch diese den Betrieb als wichtigen Arbeitgeber in der Stadt.

Anlieger befürchten „Parkplatz-Missbrauch“

Die besondere Situation vor Ort und im Murgtal im Allgemeinen lassen keine einfachen Lösungen zu. Dies gehe schon damit los, wie Schmeiser ausführte, dass es im gesamten Murgtal von der Autobahn bis Freudenstadt für die vorgeschriebenen Pausen der Lkw-Fahrer keine Parkplätze mit entsprechender Infrastruktur gebe. Ebenso eine Tatsache ist die Sprachbarriere, obwohl das für eine Werks-Ein- und -Ausfahrt Wichtige in neun Sprachen kommuniziert werde. Zudem sei es den Navigationsanbietern herzlich egal, in welche Richtung von diesen die Lieferanten geschickt werden, so der Leiter des Einkaufs, Markus Rastätter. Weitere Kriterien seien die unterschiedlichen Weisen des Transports von Altpapier und Fertigprodukten.

Vorrangiges Thema sei für Mayr-Melnhof die Lenkung des Anlieferverkehrs und ein damit verbundener verbesserter Arbeitsablauf. Vier Fahrzeuge finden auf dem Betriebsgelände Platz. Für wartende Lkw will das Unternehmen deshalb seitlich (noch vor der Schranke) eine Wartezone mit fünf Plätzen einrichten sowie eine weitere, nachgelagerte Schranke installieren. Die Vertreter von Mayr-Melnhof zeigten sich zuversichtlich, dass die Maßnahme – gekoppelt an die Straßensanierung der K3700 durch das Landratsamt – zügig umgesetzt werden kann. Der Sanierungsbeginn sei für Mai 2022 terminiert. Die Stadt habe bereits die Überlassung des Geländes zugesagt, dass sich auf der flussabwärts befindlichen rechten Seite gleich hinter der Ochsenbrücke befindet. „Auch wir wollen einen sicheren Schulweg an dieser Stelle“, betonten die Unternehmensvertreter.

Ertüchtigung der Kläranlage

Parkflächen sprechen sich unter Lkw-Fahrern schnell herum, weshalb die Gefahr des Missbrauchs bestehe, fürchteten einige Anwohner. Angesprochen wurden auch Verunreinigungen durch menschliche Hinterlassenschaften im Umfeld der Fabrik, der Papierschlamm auf den Straßen und der Eintrag von Fremdstoffen in Gärten der Umgebung durch Saatkrähen. Bis auf den Müll, der durch geschützte Vögel verursacht werde, sagten die MM-Vertreter zu, sich um Verbesserungen kümmern zu wollen. Dafür soll auch die Ertüchtigung der Kläranlage sorgen, antworteten sie auf Nachfrage von Ortschaftsrat Thomas Gelszeit (FBVG). Für das Rastproblem müsse es eine Lösung geben, weshalb dieses auch als Stellungnahme der Stadt in die Fortschreibung des Regionalplans aufgenommen worden sei, informierte Uwe Meyer (FBVG). Für eine Nutzung der stillgelegten Eisenbahnbrücke könnte eine Parallelschaltung der Ampel bei der Stadtbahnhaltestelle Obertsrot in Frage kommen, schlug Christoph Sontheimer (FBVG) vor.


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