Warteliste: Terminvergabe ab dem heutigen Dienstag

Baden-Baden/Stuttgart (ab/nof) – Impftermine sind noch immer schwer zu bekommen. Die Onlinevergabe ist kompliziert, die Telefonanmeldung langwierig. Ein Überblick.

Noch sind die Möglichkeiten zur Impfung knapp – und niemand, der derzeit schon berechtigt ist, will benachteiligt werden. Foto: Felix Kästle/dpa/Archiv

© dpa

Noch sind die Möglichkeiten zur Impfung knapp – und niemand, der derzeit schon berechtigt ist, will benachteiligt werden. Foto: Felix Kästle/dpa/Archiv

Das Thema Corona-Impfungen treibt weiterhin viele Menschen um – gerade weil Termine nach wie vor schwer zu bekommen sind. So reagierten mehrere BT-Leser irritiert auf die Ankündigung, dass am vergangenen Samstagnachmittag Hunderte zusätzliche Impftermine für das Kreisimpfzentrum (KIZ) Baden-Baden freigeschaltet wurden. Vor allem jene, die bereits auf einer Warteliste standen, wussten nicht, wie sie reagieren sollten: Versuchen, einen Termin zu bekommen, oder abwarten und auf einen Rückruf hoffen?
Tatsächlich werden die ersten Termine über die Warteliste durch das Callcenter erst ab dem heutigen Dienstag vergeben, wie eine BT-Anfrage beim zuständigen Sozialministerium ergab.

„Ziel ist in jedem Fall, dass alle Wege der Terminvergabe dann ab sofort in etwa gleichermaßen bedient werden“, erklärt ein Sprecher. Niemand werde benachteiligt, weil er sich auf die Liste hat setzen lassen, versichert er. „Niemand muss befürchten, dass alle Termine über Website und Hotline bereits weggeschnappt werden und am Ende keiner mehr über die Liste zum Zug kommt.“ Temporär könne es deshalb auch einmal sein, dass es über die Website weniger Termine zur freien Vergabe gibt, weil diese über die Warteliste vergeben werden. Das Terminvergabesystem werde in etwa ausbalanciert.

Generell betont das Ministerium, dass die Warteliste die Terminvergabe zwar vereinfache, aber der Mangel an Impfstoff weiterhin bleibe. Pro Tag könnten, den Angaben zufolge, in Baden-Württemberg 60.000 Menschen durch die Impf-Infrastruktur bedient werden – wegen des Mangels an Impfstoff seien es aber tatsächlich nur rund 8.000.

Ein anderer Aspekt rund um die Impf-Thematik betrifft den Wirkstoff Astrazeneca, der seit Kurzem in Deutschland neben den Vakzinen von Biontech und Moderna eingesetzt wird: Da er laut EU-Zulassung nur für die Altersgruppe von 18 bis 64 Jahren empfohlen ist, ist er in Baden-Württemberg derzeit für die Unter-65-Jährigen der Prioritätsgruppe 1 vorgesehen – also beispielsweise für bestimmtes Pflege- oder Krankenhauspersonal. Doch was passiert, wenn es quasi überschüssigen Astrazeneca-Impfstoff gibt? In den nächsten Wochen bis Mitte März erwartet das Land Baden-Württemberg dem Sprecher zufolge etwa 430.000 Dosen dieses Impfstoffs. Bislang habe man bereits 100.800 Astrazeneca-Impfdosen erhalten und ausgeliefert. Die erste Lieferung und ein Großteil der zweiten (insgesamt 76.800 Dosen) seien über die Impfzentren an die im Krankenhausplan des Landes verzeichneten Krankenhäuser zur Impfung des dortigen berechtigten Personals verteilt worden. Der Rest sei auf einige zentrale Impfzentren verteilt worden.

Ab dem heutigen Dienstag sollen der Auskunft zufolge auch die Kreisimpfzentren mit zunächst jeweils 400 Dosen beliefert werden. Und nächste Woche wiederum sollen planmäßig je 2.000 Impfdosen an jedes der Kreisimpfzentren gebracht werden. „Wir gehen davon aus, dass die Impfungen bei der höchsten Priorität der unter 65-Jährigen in wenigen Wochen abgeschlossen sein können und dann in die Terminplanung zu den U-65-Prio-2-Gruppen übergegangen werden kann“, erklärt der Sprecher. „Wir werden die Impfzentren und die Öffentlichkeit informieren, ab wann U-65-Jährige aus der 2. Priorität Termine vereinbaren können.“ Zur Gruppe 2 gehören laut Ministeriumshomepage Menschen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben, oder solche, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion besteht, aber auch noch zahlreiche andere Personengruppen.

Ihr Autor

den BT-Redakteuren Armin Broß und Nico Fricke

Zum Artikel

Erstellt:
16. Februar 2021, 10:37 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.