Warten auf die „Riverside Lofts“

Gaggenau (joko/tom) – Die Neugestaltung des alten Eisenhöfer-Gebäudes in Gaggenau soll nun Ende März beginnen.

Betonklotz aus dem Jahre 1960: Früher beherbergte das Gebäude die Kaufstätte (mit Café im Obergeschoss), später Möbelhaus Eisenhöfer, dann stand es jahrelang leer. Foto: Anna Strobel

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Betonklotz aus dem Jahre 1960: Früher beherbergte das Gebäude die Kaufstätte (mit Café im Obergeschoss), später Möbelhaus Eisenhöfer, dann stand es jahrelang leer. Foto: Anna Strobel

Die Umgestaltung des Eisenhöfer-Gebäudes in Gaggenau ist schon seit Jahren ein Thema. Ende März sollen nun erste Abbruch- und Roharbeiten beginnen. Mit Fertigstellung des Projekts rechnet Planer Cristian Kopp für 2023. Das Interesse an den neuen Wohnungen sei groß, so sprach Kopp schon vor einigen Monaten von 160 Anfragen.

Die ersten Wohnungseigentümer sollten ursprünglich Mitte 2022 ihre Domizile beziehen. Doch damit wurde es nichts. Auch ein weiterer Termin, der den Beginn der Abbruch- und Rohbauarbeiten im Januar 2022 vorsah, konnte nicht umgesetzt werden.

Mit Erteilung der Baugenehmigung am 15. Januar 2021, so Planer Cristian Kopp am 1. Februar gegenüber dieser Zeitung, war diese zur Baufreigabe an mehrere Auflagen gekoppelt. Diese sind noch in der Bearbeitung. Unter anderem sprach Kopp das Entwässerungsgesuch, die Erteilung der Prüf-Statik sowie ein Gutachten zum Brandschutz an, der eine größere Aufgabe darstellt. „Alles ist jedoch lösbar“, versichert Kopp. Diese Themen, so Kopp, würden im 1. Quartal 2022 abgeschlossen. Vermutlich Ende März 2022 könnten die Abbruch-und Rohbauarbeiten beginnen.

Carsharing soll Stellplätze sparen

„Ferner hat uns die pandemische Lage nicht verschont“, gibt Kopp zu bedenken. Die Verzögerung sei auch der Tatsache geschuldet, dass Handwerker nicht ausreichend verfügbar sind.

Knackpunkt des Projekts war nach Aussage von Bürgermeister Michael Pfeiffer zunächst die Stellplatzfrage. Diese konnte unter anderem durch die Bereitstellung eines gemeinsamen Carsharing-Fahrzeuges für die künftigen Bewohner beseitigt werden.

Zustimmung zu dem Projekt kam schon vor Monaten auch von den Fraktionen: „Es wird Zeit, dass dieser Schandfleck beseitigt wird“, war unter anderem vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerd Pfrommer zu hören.

21 Wohnungen sind geplant

Erste Gespräche zur Umsetzung des Eisenhöfer-Umbaus gab es bereits 2017. Aber Bauen im Bestand sei immer eine Herausforderung, betont Planer Cristian Kopp. Der Weg für die Neugestaltung wurde im November 2019 mit Unterzeichnung des Vertrages durch den Investor freigemacht.

Ursprünglich war geplant, mit der Neugestaltung Mitte 2021 zu beginnen. Das Gebäude, soll um ein Stockwerk erhöht werden und bekommt darüber hinaus eine aufgesetzte Penthouse-Etage mit großflächigen Terrassen. Vorgesehen sind insgesamt 21 Wohnungen, verteilt auf vier Etagen mit Aufzug. Die Wohnungen haben eine Größe zwischen 60 und 120 Quadratmeter, sind barrierefrei und verfügen alle über einen Balkon. Die gewerbliche Fläche im Erdgeschoss bleibt erhalten. Während der Bauphase soll die Firma KiK weitgehend geöffnet bleiben.

Vorgesehen ist auch eine Ladesäule für E-Fahrzeuge im Innenhof sowie eine Ladesäule an der Hauptstraße vor dem Gebäude. Carports, Stellplätze und Garagen befinden sich im Innenhof. Wie Kopp vor einiger Zeit sagte, sind insgesamt 20 Stellplätze geplant, zudem ist ein Spielplatz vorgesehen. Das gesamte Gebäude, so Cristian Kopp, erhält im Rahmen des Umbaus eine neue Hülle aus Holz.

Stichwort

„Riverside Lofts“ soll der Eisenhöfer künftig heißen. Der Name verspricht Wohnen in interessantem Ambiente – und diesem Anspruch wolle man auch gerecht werden, betonte 2021 Thomas Zehnder von der Investorin, der RI Riverside Immobilien GmbH aus Ehingen.

Das „Eisenhöfer“-Gebäude war einige Jahre im Eigentum der Lars Jensen und Bernhard Wangler OHG (Ettlingen). Als Investor tritt seit 2019 die Riverside Immobilien GmbH in Erscheinung. Gesellschafter sind die IBV Immobilien- und Beteiligungsverwaltung GmbH (Karlsruhe) und Cristian Kopp aus Baden-Baden. Letzterer ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kopp Ingenieurgesellschaft mbH.

2017 stand die Immobilie für 1,65 Millionen Euro zum Verkauf. Sie verfügt über rund 2.400 m2 Fläche (verteilt über vier Etagen mit je rund 500 m2 plus Keller). Das Erdgeschoss ist langfristig an Kik verpachtet; die zu vermietende Fläche in den Obergeschossen beträgt rund 1.500 Quadratmeter. Professor Michael Gaßner von der IBV hatte Anfang 2020 noch das Ziel, dass man Mitte 2020 mit den Bauarbeiten beginnen werde. Ziel war Fertigstellung zum 1. Oktober 2021.

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Ihr Autor

Joachim Kocher und Thomas Senger

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Erstellt:
8. Februar 2022, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 05sec

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