Tête-à-tête: Was Festivalbesucher wissen müssen

Rastatt (BNN) – Das Straßentheaterfestival Tête-à-tête steigt vom 24. bis zum 29. Mai in Rastatt: Wie komme ich dorthin, wo kann ich parken, was sind die Höhepunkte? Hier gibt's die Antworten.

Internationale Künstler bei Deutschlands größtem Straßentheaterfestival: Bisher haben Gruppen aus sieben Nationen zugesagt, und sie alle haben aufregende Shows im Gepäck. Foto: Max Hartmann

© BT

Internationale Künstler bei Deutschlands größtem Straßentheaterfestival: Bisher haben Gruppen aus sieben Nationen zugesagt, und sie alle haben aufregende Shows im Gepäck. Foto: Max Hartmann

Die Vorfreude steigt. Straßenkünstler laden nach vier Jahren und zwei coronabedingten Absagen endlich wieder zu einem bunten Stelldichein: Beim größten internationalen Straßentheater-Festival Deutschlands, tête-à-tête, steht vom 24. bis zum 29. Mai die Rastatter Innenstadt Kopf. Einen Unterschied zu den vorangegangenen Jahren wird es kaum geben. „Das Festival kann so normal wie sonst auch stattfinden“, sagt Christina Hernold, die organisatorische Leitung des Straßentheaterfestivals tête-à-tête bei der Stadt Rastatt.

Es wird ein tête-à-tête, „wie man es kennt“, versprechen auch die künstlerischen Leiterinnen Kathrin Bahr und Julia von Wild. Sie hätten zwar wie beim dann doch coronabedingt ausgefallenen Festival im Sommer 2020 einen Plan B, C, D, E und F in der Hinterhand, gehen aber fest davon aus, dass Plan A umgesetzt werden kann.

Publikums-Entzerrung

„Das Einzige, was sich ändert und worauf wir geachtet haben, ist eine Entzerrung“, erklärt Hernold. Früher habe es Shows gegeben, in denen Künstler beispielsweise in engen Zelten auftraten. Die organisatorische Leiterin ist sich sicher, dass es sich auch „an einigen Stellen knubbeln wird“. Dennoch werde es genügend Auftritte geben, die man sich von weiter weg anschauen kann.

Spielorte sind wieder verteilt

Auch die Spielorte sind nach Angaben von Hernold weitgehend gleich zu den Vorjahren geblieben. Die Schauplätze werden unter anderem der Kulturplatz, der Marktplatz, der Schlossgarten, die Fruchthalle, der New-Britain-Park, der Paradeplatz, das Kulturforum und der Murgpark sein. Eine Gruppe werde auch im Pfarrgarten von St. Alexander auftreten. „Um das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium wird es auch Aktionen geben“, sagt Hernold. Allerdings seien leider keine Ferien, da gehe nicht ganz so viel um die Schule. Darüber hinaus sind noch Abendshows beim Bauhof und beim Mercedes-Benz-Werk geplant.

„Die nette Toilette“

Bei dem „Umsonst-im-Freien-Spektaktel“ sind für die Besucher öffentlich zugängliche Toiletten wichtig. „Da sind wir gerade am Puzzeln, wo wir die Toilettenwagen aufstellen“, sagt die organisatorische Leiterin. Solche Wägen werden wahrscheinlich im Schlossgarten, in der Nähe vom Marktplatz und in der Nähe des Kulturforums eingesetzt. „Es wird auch ,Die nette Toilette‘ geben.“ Bei Letzterem öffnen Rastatter Gastronomen ihre Toiletten für alle. Zudem stelle die Badner Halle ihre Toiletten ebenfalls der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Gut zu Fuß erreichbar

„Beim tête-à-tête ist ein Auto nicht nötig“, meint Hernold. Das Publikum werde gebeten, wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Bahnhofsnähe gab denn auch den Ausschlag, den Kulturplatz vor der Reithalle zum neuen Spielort im Tagesprogramm zu machen. „Alles ist so nah beieinander, dass es wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist.“

Wer dennoch mit dem Auto kommt, kann nach Angaben des städtischen Eigenbetriebs „Kultur und Veranstaltung“ kostenfrei auf dem Festplatz „Zur Friedrichsfeste“ parken. „Im Parkhaus der Badner Halle gibt es eine Festpauschale von 12 bis 23 Uhr“, sagt Hernold. Die anderen Parkhäuser hätten die ganz normalen Tarife. Bei der Abendshow beim Mercedes-Benz-Werk gebe es genügend Autoparkplätze.

Bewachter Fahrrad-Abstellplatz

Beim Straßentheaterfestival kommen die Radfahrer in den Genuss eines kostenlosen Abstellplatzes. „Beim Platz hinter der ehemaligen Post gibt es einen bewachten Fahrradparkplatz“, sagt Hernold. Bei diesem Angebot sei der Kreisverband Baden-Baden/Rastatt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) mit an Bord. Das tête-à-tête macht zudem beim Stadtradeln mit, das in der Zeit der Veranstaltung stattfindet. Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Christina Hernold hat ein Team „tête-à-tête“ angemeldet. „Alle können sich für dieses Team registrieren und für das tête-à-tête Kilometer sammeln“, sagt Hernold, die momentan noch alleine im Team ist.

36 internationale Gruppen

Rund 36 internationale Gruppen und Einzelkünstler wollen dem Publikum auf den Plätzen Rastatts ihre neuesten Produktionen präsentieren, darunter wird es wieder viele Premieren geben. Es sind „alte Bekannte“ und Neuentdeckungen dabei. Einige Gruppen hätten sich in der pandemiebedingten Zwangspause erheblich weiterentwickelt und wollen die Ergebnisse in Rastatt präsentieren.

Höhepunkte

Unter den vielfältigen Darbietungen heben die künstlerischen Leiterinnen einige besonders hervor. Zum Beispiel die surrealistisch-absurde Theaterperformance der katalanischen Gruppe Kamchatka, eine Deutschlandpremiere. Fünf fröhliche und eigenwillige Künstler aus Frankreich bilden Kadavresky Cie, die an Seilen tanzen und auf Skiern rotieren. Starke Bilder im Zusammenspiel mit Seiltanz und eindringlicher Live-Musik versprechen die Frauen von Les filles de renard pâle aus Frankreich. Und der aus Kamerun stammende britische Choreograf Joseph Toonga will tänzerisch gängige Klischees gegen schwarze Menschen widerlegen.

Einsatz für den Klimaschutz

Es gibt kein direktes Motto für das tête-à-tête in diesem Jahr. Allerdings ist der Einsatz für den Klimaschutz so etwas wie ein Schwerpunktthema. Deshalb erhält das tête-à-tête erstmals eine Förderung der Baden-Württemberg-Stiftung. Auch sei das Festival in diesem Jahr vielleicht eine Spur nachdenklicher als sonst, kündigt Kathrin Bahr an, allerdings würden Spaß und Leichtigkeit keinesfalls zu kurz kommen.

Eröffnungs-Tusch

Das Straßentheater-Festival findet vom 25. bis 29. Mai jeweils ab 14 Uhr draußen an verschiedenen Spielorten in Rastatt statt. Trotz erheblicher Kostensteigerungen in der Festival-Branche ist das Tagesprogramm wie üblich kostenlos. Am 24. Mai um 20 Uhr ist der große Eröffnungs-Tusch in der Badner Halle vorgeschaltet. Die Abendveranstaltungen und einige wenige Sonderformate kosten aber wie in den Vorjahren Eintritt.

Eintrittskarten gibt es bei den Reservix-Vorverkaufsstellen, unter www.tete-a-tete.de oder telefonisch unter (0 72 22) 78 98 00.

In eigener Sache

Das Badische Tagblatt und die Badischen Neuesten Nachrichten bündeln ihre journalistischen Kräfte und erweitern damit das umfangreiche Leseangebot in Mittelbaden. Noch arbeiten die beiden Redaktionen getrennt, tauschen jedoch schon gegenseitig Inhalte aus. Davon sollen vor allem die Leser profitieren – durch mehr Hintergründe, Reportagen und mehr Service. Deshalb werden auf badisches-tagblatt.de auch Artikel von BNN-Redaktionsmitgliedern veröffentlicht.

Ihr Autor

BNN-Redakteur Dominic Schneider

Zum Artikel

Erstellt:
7. Mai 2022, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 52sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.