Wasserfläche schrumpft weiter

Rastatt (ema) – Das Alohra ist gesperrt, und ausgerechnet jetzt steht eine Sanierung des zweiten Rastatter Hallenbads bei der Augusta-Sibylla-Schule bevor. Das sorgt für Ärger.

Die Kreisverwaltung überlegt jetzt, ob angesichts der Engpässe durch die Alohra-Sperrung das Hallenbad der Augusta-Sibylla-Schule auch am Wochenende genutzt werden kann. Foto: Frank Vetter

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Die Kreisverwaltung überlegt jetzt, ob angesichts der Engpässe durch die Alohra-Sperrung das Hallenbad der Augusta-Sibylla-Schule auch am Wochenende genutzt werden kann. Foto: Frank Vetter

Der Spielraum zur Nutzung eines Hallenbads für Schulen und Vereine nach der Sperrung des Alohra wird noch enger. Das Hallenbad der Augusta-Sibylla-Schule, eine mögliche Alternative, steht vor einer Sanierung – und ist jetzt schon ziemlich ausgebucht.
Bei der Sitzung des Stadtausschusses für Sportvereine am Dienstagabend machte der Geschäftsführer des Rastatter Turnvereins (RTV), Matthias Reiche, aus seinem Unmut keinen Hehl. Es sei ein „absolutes Unding“, dass das Landratsamt gerade jetzt das Schwimmbad saniere, obwohl sich eine Öffnungsperspektive in den nächsten 14 Tagen andeute. Reiche äußerte Unterverständnis, dass die Arbeiten nicht ausgeführt wurden, als monatelang die Bäder wegen Corona geschlossen waren. Jetzt habe sich die letzte Möglichkeit für eine Bad-Nutzung in Rastatt angesichts der Alohra-Schließung zerschlagen, klagte der RTV-Mann.

Sanierung beginnt im Juli

Dass das Schulschwimmbad, wie Reiche erklärte, ab Ende Mai für drei Monate dichtmacht, wird im Landratsamt nicht bestätigt. Laut Pressestelle sollen vom 12. Juli bis 12. September die Deckenkonstruktion und die Fassaden saniert werden, die vor allem durch Wasserdampf beeinträchtigt wurden. Die 285.000 Euro teure Maßnahme sei ein schon länger geplanter, letzter Schritt eines Sanierungspakets. Die Planung umzuwerfen sei nicht möglich gewesen.

Ohnehin stehen die Chancen schlecht, unter der Woche noch Zeitfenster für weitere Nutzer in dem Schulhallenbad zu finden, so die Verwaltung. „Es sind nur ganz wenige Lücken frei“, sagt Pressesprecher Michael Janke. Überlegt werde jetzt, ob das Schul-Bad in der Not auch am Wochenende geöffnet werden kann.

Im Rastatter Rathaus zeigt man sich „überrascht“ von der Entwicklung in der Landkreis-Einrichtung. Noch ist nicht abzusehen, ob das Alohra überhaupt noch mal, und wenn ja, wann öffnet. Heute um 17.30 Uhr tritt zwar der Gemeinderat in der Badner Halle zusammen. Doch dann geht es nur darum, den Neubau des Kombibads voranzutreiben. Dass eine Entscheidung zum Alohra noch nicht auf der Tagesordnung steht, begründet die Pressestelle damit, dass die Ergebnisse weiterer Schadensanalysen im Hallenbad noch nicht vorliegen. Unterdessen sei die Verwaltung in Gesprächen mit Umlandgemeinden, um freie Kapazitäten für Schulen und Vereine in anderen Hallenbädern auszuloten. Im Einzelnen geht es um Kuppenheim, Gaggenau, Muggensturm und Rheinstetten. Es sei aber „fraglich“, ob man vor den Sommerferien noch eine Lösung finde.

Zur Perspektive des Alohra hatte ein Gutachter zuletzt erklärt, dass das Hallenbad nach einer Ertüchtigung für eine begrenzte Restlaufzeit frühestens wohl Ende dieses Jahres in Betrieb gehen könne – wenn denn der Gemeinderat einem Rettungspaket zustimmt, das einen Aufwand von mindestens 2,2 Millionen Euro umfasst.


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